Human Development Index

Mädchen in einer Bücherei in Ägypten.
© StedtlerDer Human Development Index (HDI, Index der menschlichen Entwicklung) ist ein grober Anzeiger für den Vergleich der Lebensbedingungen in verschiedenen Staaten. Er wurde erstmals 1990 vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) vorgelegt. Bis dahin war es üblich, die Länder nach Pro-Kopf-Einkommen zu klassifizieren.
Das UNDP übernahm dies als Maß für den materiellen Lebensstandard, berücksichtigte aber zusätzlich die Lebenserwartung bei Geburt sowie den Bildungsstand. Als Maß hierfür diente zunächst nur die Alphabetisierungsrate, später ergänzt durch die Schulbesuchsrate. Aus den drei Größen konstruierte das UNDP einen Index, dessen Wert zwischen 0 und 1 liegt (1 ist der beste möglich Wert). Eine hohe Kindersterblichkeit oder viele Analphabeten führen also zu einem geringeren HDI.
Jährlich erstellt das UNDP eine Rangliste der Länder nach dem HDI. Sie zeigt zum Beispiel, dass Länder mit vergleichbarem Pro-Kopf-Einkommen unterschiedliche Lebensbedingungen im Sinne des HDI erreichen. Auch die Aussagekraft dieses Index hat jedoch seine Grenzen. Der HDI berücksichtigt nicht, ob man in einem Land von schweren Menschenrechtsverletzungen bedroht ist.
Als Durchschnittswert sagt er nichts über soziale Ungleichheit oder die Lage von Randgruppen (dem versucht das UNDP teils mit nach Bevölkerungsgruppen differenzierten HDI-Werten abzuhelfen). Für den Vergleich der Lebensqualität in entwickelten Ländern ist der HDI kaum geeignet, weil Alphabetisierung und Lebenserwartung im Entwicklungsprozess relativ frühe und preiswerte Fortschritte sind.
