Nahrungsmittelpreise versus Biosprit: Entwicklung braucht Energie

Kambodscha: Essenszubereitung über einer Kochstelle. © Kopp
Kambodscha: Essenszubereitung über einer
Kochstelle. © Kopp
Versiegende Ölquellen, steigende Ölpreise und Klimarisiken zwingen die Industrienationen zur Erschließung alternativer Energiequellen. Derzeit stehen Biokraftstoffe (z.B. Raps, Ölpalmen) im Mittelpunkt der Diskussionen. Doch gerade Kleinbauern in den Ländern des Südens laufen Gefahr, Opfer dieser Entwicklungen zu werden, anstatt von ihnen zu profitieren.

 

Konkurrenz auf Kosten der Armen

Der Flächenbedarf für die zumeist in Monokulturen angebauten Rohstoffe ist enorm. Auch Wasserressourcen werden in stärkerem Umfang in Anspruch genommen. Konflikte um Land und Wasser sind die Folge. Zudem entsteht eine gravierende Flächenkonkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Die verstärkte Nachfrage nach Agrarprodukten auf dem Weltmarkt lässt die Preise für Grundnahrungsmittel in die Höhe schnellen. Der Boom nach Agrartreibstoffen mehrt den Hunger – betroffen sind vor allem arme Menschen.

 

Kochgeräte, die mit Sonnenenergie betrieben werden. © Lachenmaier
Kochgeräte, die mit
Sonnenenergie betrieben
werden. © Lachenmaier
Neue Chancen für ländlichen Raum?

Moderne Bioenergie bietet aber auch neue Chancen: die Verbesserung der Energieversorgung auf dem Land. Ein Thema, was in der Entwicklungspolitik bislang vernachlässigt wurde. Der Transport von fossiler Energie in abgelegene Regionen ist zu teuer. So haben zwei Milliarden Menschen bis heute keinen Zugang zu Strom. 2,4 Milliarden kochen und heizen mit traditioneller Biomasse wie Holz, Dung oder Ernteresten.

 

Direkte Energiezufuhr - bessere Versorgung

Bioenergie hingegen ist nicht an eine zentrale Produktion gebunden. Deshalb spricht man von einer "stationären Nutzung" der Biomasse. Sie kann im direkten Umfeld der Gasanlage hergestellt werden, wo sie gebraucht wird: im Dorf, weitab von Hauptverkehrsstraßen und nationalen Stromnetzen. Gerade kleine, dezentrale Biogasanlagen sind in der Lage, einen wichtigen Beitrag zur umweltgerechten Versorgung von Menschen in ländlichen Gebieten mit Strom, Licht und Wärme zu leisten. 

 

Der Anfang nachhaltiger Entwicklung

Zudem sind Pflanzenöle aus kleinbäuerlicher Produktion als Treibstoff für Fahrzeuge, Wasserpumpen oder Traktoren sehr geeignet. Durch lokale Nutzung von Bioenergie können neue Einkommensquellen geschaffen werden: Energie ist die Grundvoraussetzung für kleines produzierendes Gewerbe und die Weiterverarbeitung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Die Förderung lokaler Bioenergieanlagen kann den Anfang einer nachhaltigen lokalen Wirtschaft darstellen und damit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung leisten.

 

Letzte Änderung an dieser Seite: 14.07.2008
© Copyright 2009 Deutsche Welthungerhilfe e.V. – ImpressumKontakt