Statement von Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe, zur Finanzkrise:

Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe.
Bärbel Dieckmann.
"Es ist vorherzusehen, dass die Zahl der Hungernden in diesem Jahr über die Ein-Milliarden-Grenze steigen wird. Wir brauchen endlich ein faires globales Wirtschafts- und Finanzsystem. In dem Rennen um immer größere Konjunkturprogramme und Subventionen können die Entwicklungsländer nicht mithalten. Die Abschottung der Märkte wird sie noch stärker treffen als bisher.

Zumindest ein Teil der Hilfe muss für sie bestimmt sein: Schon zehn Milliarden Euro jährlich reichen aus, um den Hunger in einem Jahrzehnt zu halbieren, zwei Milliarden für Subsahara-Afrika. Angesichts der bisherigen Rettungspakete ist das höchstens ein Trostpflaster."

 

"Die globale Finanzkrise schlägt sich in den ärmsten Ländern brutal nieder. Investitionen werden abgezogen, Kredite werden unerschwinglich, die Einnahmen durch den Export von Rohstoffen gehen massiv zurück, Wanderarbeiter können kein Geld mehr nach Hause überweisen oder müssen in ihre Heimatländer zurückkehren, wo sie das Heer der Armen noch vergrößern. Die Auswirkungen sind verheerend, denn es gibt keine soziale Absicherung, von HartzIV kann man dort nur träumen."

Letzte Änderung an dieser Seite: 23.06.2009

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