Hilfe für 200.000 Menschen in Kenia

Ein Junge schöpft die letzten Wasserreste. © Wernet
(Februar 2006). Kenia zählt mit seinen über 32 Millionen Einwohnern zu den ärmsten Ländern der Welt. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 46 Jahren. Lange Zeit galt Kenia in Afrika als Musterland. Politische Stabilität, wirtschaftliches Wachstum und eine florierende Tourismusindustrie kennzeichneten diesen Aufschwung. Doch in den Genuss des steigenden Wohlstand kamen nur wenige: In den Slums von Nairobi oder Mombassa sowie im Hinterland mussten die Bauern und Nomaden nach wie vor um ihre Existenz kämpfen.

Wasserstelle - oftmals liegt
sie kilometerweit vom Dorf
entfernt. © WernetUngehörte Warnungen
Sie kommt nicht unerwartet, die Ernährungskrise. Immer wieder hat die Welthungerhilfe sowie auch andere Hilfsorganisationen in den vergangenen Jahren vor einer Hungerkatastrophe gewarnt. Für die Bevölkerung sind die Folgen der dürftigen Niederschläge während der letzten Regenzeiten fatal: Die Nahrungsmittelreserven sind leer, viele Menschen sind bereits verhungert – die meisten von ihnen sind Kinder. Die Einwohner müssen oft halbtägige Fußmärsche von bis zu 40 Kilometern bis zur nächsten Trinkwasserstelle auf sich nehmen.

Der landwirtschaftliche
Sektor ist vernachlässigt
worden. © WHHVernachlässigte Landwirtschaft
Mitverantwortlich für diese Not ist die kenianische Regierung. Sie hat die Entwicklung der landwirtschaftlichen Produktion stark vernachlässigt. Es gibt keine Bewässerungsanlagen, so dass die Felder bei zu wenig Regen verdorren. Auch die Brunnen versiegen bei Dürre. Verzweifelt schöpfen Frauen verschmutztes Wasser aus Tümpeln, Flüssen und Seen. Im Distrikt Makueni, der an den berühmten Tsavo-Nationalpark angrenzt, bedrohen zusätzlich durstige und hungrige Elefanten die Dörfer auf der Suche nach Wasser und Nahrung.

Mehr als 800 Menschen
arbeiten an diesem Damm,
ein Projekt der
Welthungerhilfe. © WernetNothilfe mit Zukunftsperspektive
Unsere Hilfe in Kenia zielt vor allem auf die Wasserversorgung. Nothilfe wird also mit Zukunftsprojekten verbunden: Durch eine optimale Nutzung des Regenwassers können auch Dürreperioden überstanden werden. Seit 2004 baut die Welthungerhilfe Brunnen, Dämme und Auffangsysteme für Regenwasser, verteilt Nahrungsmittel gegen Arbeitsleistung oder gratis für Bedürftige und Kranke. Rund 200.000 Menschen im Makueni Distrikt, von denen 60 Prozent unterhalb der Armutsgrenze leben, profitieren von diesem Hilfsprogramm, das die Wasserversorgung sichert.
Weitere Informationen zu Kenia
Die Welthungerhilfe in Kenia
Die Welthungerhilfe unterstützt bereits seit mehr als 30 Jahren kenianische Partnerorganisationen bei der Durchführung von Projekten, seit 1993 ist die deutsche Hilfsorganisation mit einer eigenen Struktur in Kenia präsent. Derzeit sind neun internationale (darunter acht Deutsche) und rund 100 kenianische Mitarbeiter in 11 Projekten tätig. Die aktuellen Vorhaben haben ein Gesamtvolumen von ca. 8,5 Millionen Euro.
Videos
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