Projektgebiet im Distrikt Machakos - so hilft die Deutsche Welthungerhilfe in Kenia

Ausgetrocknetes Flussbett.
© DWHH/Wernet
Bereits Anfang 2004 zeichnete sich ab, dass die Niederschläge der langen Regenzeit im Distrikt Machakos, wo die Deutsche Welthungerhilfe aktiv ist, nicht ausreichend sein würden. Längere Regenfälle 2005 erbrachten zumeist weniger als 50 Prozent des für eine Ernte benötigten Minimums. Weite Teile des Projektgebiets leiden unter akutem Wassermangel. Die durchschnittliche Wegstrecke eines Haushaltes in Machakos vom Wohnort bis zur nächstgelegenen Wasserstelle kann bis zu zehn Kilometern betragen. Die Distanz steigt meistens sogar noch während der Trockenzeit. Die Wasserversorgung erfolgt überwiegend über Bohrlöcher. Außerdem werden Flüsse, Dämme, Quellen und Brunnen, soweit vorhanden, genutzt. Zahlreiche Bohrlöcher sind nicht funktionsfähig und bedürfen der Wartung. Wasserdämme sind verschlammt und müssen rehabilitiert werden.
Viele Haushalte haben ihre letzten Ernteerträge aufgrund finanzieller Engpässe verkaufen müssen. Sie besitzen keine Reserven mehr. Die Durchschnittsgröße des pro Haushalt zur Verfügung stehenden Ackerlandes beträgt etwa zwei Hektar. Mais gilt als eine der im Rahmen der Subsistenzwirtschaft (Selbstversorgung) am häufigsten angebauten Getreidesorten. Daneben werden entlang der wenigen permanent Wasser führenden Flüsse Bohnen und Erbsen sowie verschiedene Gemüsesorten angebaut. Die angespannte Ernährungssituation erfordert den Zukauf von Produkten, um den Nahrungsmittelbedarf der durchschnittlich 6-köpfigen Haushalten decken zu können. Doch die Preise sind drastisch gestiegen. Viele Haushalten sind nicht in der Lage, die notwendigen Mittel aufzubringen. 60 Prozent leben sowieso schon unterhalb der absoluten Armutsgrenze.

"Food for work": Das
DWHH-Projekt fördert
den Straßenbau. © DWHH
Von November 1999 bis September 2002 verankerte die DWHH mehrere Projekte zur Nahrungsmittelhilfe. Diese umfassten "Food for work", Schulspeisungen und Saatgutverteilungen. Ziel der Maßnahmen war die Überbrückung des bestehenden Nahrungsmittelengpasses bis zur nächstmöglichen Ernte. Weiterhin sollten Voraussetzungen geschaffen werden, Kleinbauern für die kommenden Anbauperioden mit qualitativ hochwertigem, angepasstem Saatgut zu versorgen.
Seit April 2005 hat die DWHH im Rahmen der aktuellen Nothilfeoperation ihre Arbeit in Machakos wieder aufgenommen. Seitdem werden Nahrungsmittel und Arbeitswerkzeuge verteilt. Männer wie Frauen legen im Rahmen von Food für Work Erddämme, Straßen und Terrassen für verbesserten Erosionsschutz an.
Weitere Informationen
Zunahme von Prostitution durch Dürre in Kenia
(12. Januar 2006) Die Deutsche Welthungerhilfe (DWHH) beobachtet eine starke Zunahme der Armutsprostitution durch die fortgesetzte Dürre in Kenia.
Kenia darf kein zweites Niger werden
(9. Januar 2006) Die Deutsche Welthungerhilfe hat davor gewarnt, dass sich in Kenia eine Situation wie in Niger im Sommer dieses Jahres entwickeln werde, wenn nicht schnell und entschlossen gehandelt wird.
Mehr Hungernde als angenommen
Die Anzahl der bedürftigen Personen wird inzwischen auf 3,5 Millionen geschätzt, 500.000 davon sind Schulkinder.
Der Tod kommt immer früher - Aids in Kenia
Aids bedroht die Entwicklung des Landes. Es muss rasch gehandelt werden, damit die Lebenserwartung der Menschen nicht noch weiter sinkt.
Kampf ums Wasser
Besonders für das Hirtenvolk der Massai und ihre Herden ist die Dürre eine Katastrophe.
Die Welt besser hinterlassen
Iris Krebber suchte eine neue Herausforderung - und fand sie bei der DWHH als Entwicklungshelferin in Nairobi.
