Weltweit geht immer mehr Ackerland verloren

Grafik: Weltweit geht Ackerland verloren.
Durch Erosion, Versalzung, Austrocknung oder Versiegelung verschwinden jährlich zwischen fünf und sieben Millionen Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche - alle fünf bis sechs Jahre eine Fläche von der Größe Deutschlands. So wurden in den vergangenen 20 Jahren mindestens eine Million Quadratkilometer zerstört – eine Fläche so groß wie Deutschland, Frankreich, die Benelux-Staaten, Österreich und die Schweiz zusammen.
Mehr Menschen, weniger Boden
Der dramatische Verlust an Boden wird fast ausschließlich durch Eingriffe des Menschen verursacht: Abholzung und Überweidung, zu intensive Ackernutzung, industrielle Aktivitäten und die Anlage von Siedlungen und Verkehrsflächen. Dabei sind die Böden eine der wichtigsten Grundlagen für die menschliche Ernährung.
Neue Flächen
Nur etwa elf Prozent der Erdoberfläche sind momentan landwirtschaftlich nutzbar. Bisher nicht bewirtschaftete Ersatzflächen gibt es zwar, doch der größte Teil davon ist bewaldet. Die Erschließung neuer Flächen ist mit immer größeren ökologischen Risiken verbunden. Da sich die Hektarerträge nicht beliebig steigern lassen und die Weltbevölkerung weiter wächst, scheinen globale Nahrungsprobleme auf lange Sicht realistisch. Grade in den Regionen mit einer starken Zunahme der Bevölkerung – in Afrika und Asien – hat die Bodenzerstörung besorgniserregende Ausmaße angenommen.
Vertrocknet und versalzen
In manchen Ländern, die früher zur Sowjetunion gehörten, sind mehr als ein Viertel aller bewässerten Flächen versalzt. In vielen Regionen hat das zur Folge, dass auch das Trinkwasser gefährdet ist. In China sind derzeit etwa 24.000 Ortschaften von fortschreitender Versandung bedroht. Stürme tragen pestizid- und düngemittelhaltigen Staub und Sand kilometerweit in menschliche Siedlungen – die Atemwegs-, Haut- und Darmerkrankungen nehmen zu. Die Reihe solcher Beispiele ließe sich fast unbegrenzt fortsetzen.
Nachhaltig schützen
Bodenzerstörung richtet in den betroffenen Regionen hohe volkswirtschaftliche Schäden an und verursacht gewaltige soziale Kosten. Wo die Fruchtbarkeit der Böden nachlässt, nehmen Landflucht, Armut und Hunger zu. Deshalb müssen die Landwirtschaftsflächen vor Wind- und Wassererosion, vor chemischer Zerstörung und Überbauung besser geschützt werden. Doch vielerorts fehlen dafür das nötige Geld und technisches Know how.
(Karl-Albrecht Immel; Stand: Jan/Feb. 2006)
