Wasser und Entwicklung

Abwasser macht krank und hindert Entwicklung

Fünf Milliarden Arbeitstage und 440 Millionen Schultage fallen weg. Ein großer Schaden für den Einzelnen und die Gesellschaft!

Wasser ist unsere Lebensgrundlage und deshalb schützenswert. In Entwicklungsländern sieht die Realität häufig anders aus: Nach Angaben der Vereinten Nationen werden 90 Prozent der häuslichen und gewerblichen Abwässer ungeklärt abgeleitet. Das Abwasser versickert im Boden, gelangt in Flüsse und Seen.

Schmutz, Tierkot und gesundheitsgefährdende Bakterien gelangen über offene Wasserstellen ins Grundwasser.
Schmutz, Müll und Krankheitserreger gelangen über offene Wasserstellen ins Grundwasser. © Colombo/Welthungerhilfe


Damit nicht genug: Wo es keine Toiletten gibt, verrichten Menschen ihre Notdurft im Freien. Noch mehr Dreck und Bakterien gelangen so ins Grundwasser. In das Grundwasser, das Menschen täglich nutzen: Sie trinken es und kochen damit. Kinder spielen in Abwasserkanälen, baden und waschen sich in verseuchten Seen. Der Mensch kommt so in Berührung mit gefährlichen Krankheitserregern. Jährlich erkranken vier Milliarden Menschen an Durchfall, weil sie mit schmutzigem Wasser in Kontakt gekommen sind oder es zu sich genommen haben. Über zwei Millionen sterben daran.

Wegen Durchfall nicht zur Arbeit oder Schule

Schmutziges Wasser macht nicht nur krank, es bringt auch ganze Wirtschaftssysteme durcheinander: Jedes Jahr fallen in Entwicklungsländern fünf Milliarden Arbeitstage und mehr als 440 Millionen Schultage wegen Erkrankungen aus, die mit mangelnder Wasser- und Sanitärversorgung in Zusammenhang stehen. Allein in Afrika gehen dadurch jährlich fünf Prozent des Bruttoinlandsproduktes verloren – mehr Geld, als durch die gesamte Entwicklungszusammenarbeit in diese Region fließt.

Eigentlich dürfte es solche Zustände nicht geben: Seit 2010 ist das Recht auf Wasser und Sanitärversorgung als Menschenrecht anerkannt. Die Regierungen der Länder sind seitdem dafür verantwortlich, dass alle Bürger sauberes Wasser in ausreichender Menge bekommen können und über angemessene Toiletten- und Sanitäranlagen verfügen. In die Verantwortung eingeschlossen ist selbstverständlich auch die Abwasserentsorgung. Doch es gibt Staaten, die Probleme haben, diesen Anforderungen gerecht zu werden.

Mit intensiver Aufklärungsarbeit helfen

Die Welthungerhilfe unterstützt die Regierungen bei der Bewältigung ihrer Aufgaben rund um die Abwasserentsorgung: Sie führt weltweit Projekte in den Bereichen Abfall- und Abwassermanagement und Wasserversorgung durch. Auch intensive Aufklärungsarbeit und Hygieneschulungen stehen auf dem Programm. Denn nur wenn die tragischen Zusammenhänge zwischen fäkaler Verunreinigung von Trinkwasser und Durchfall verstanden werden, können wasserbedingte Krankheiten und Todesfälle verhindert werden.

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Kontakt
Stephan Simon

Stephan Simon

Fachreferent

0228-22 88 413

Definitionen

Eine verbesserte sanitäre Einrichtung trennt zuverlässig menschliche Fäkalien von menschlichem Kontakt und sichert so eine Basis-Hygiene.

Eine verbesserte Wasserquelle verhindert die Verschmutzung des Trinkwasser durch äußere Verunreinigungen, insbesondere Fäkalien.

Quelle: WHO/UNICEF

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