Acht gewinnt! Millenniumsentwicklungsziele sind Orientierung für unsere Arbeit

 

Schulmädchen in Liberia. © Wernet
Schulmädchen in Liberia. © Wernet
Als Ende des 20. Jahrhunderts Bilanz gezogen wurde über den weltweiten Entwicklungsstand, war das Ergebnis erschreckend: Über 850 Millionen Menschen leiden Hunger, 1,2 Milliarden Menschen fehlt sauberes Trinkwasser und 100 Millionen Kinder besuchen keine Schule.

Deshalb fand zu Beginn des neuen Millenniums das bis dahin größte Gipfeltreffen der Vereinten Nationen in New York statt. Als Ergebnis der Konferenz wurde eine Art Fahrplan beschlossen, mit dem die Welt menschlicher und gerechter gestaltet werden sollte. Auf diese Millenniumserklärung verpflichteten sich im September 2000 erstmals 189 Staaten.

Sieben gemeinsame und überprüfbare Entwicklungsziele zur Armutsbekämpfung enthält die Erklärung. Auf ein weiters Ziel verständigen sich die Regierungsvertreter wenig später. Diese acht "Millenniumsziele" sehen Ehrgeiziges vor. Beispielsweise soll der Anteil der Menschen, die Hunger leiden, bis 2015 halbiert werden. Gleiches gilt für den Anteil der Menschen, deren Einkommen weniger als einen Dollar pro Tag beträgt. Mit 18 Unterzielen und 48 Indikatoren konkretisieren die Unterzeichner, welche Voraussetzungen geschaffen sein müssen, damit ein Ziel als erreicht gilt. Anhand dieser einheitlich definierten Zielvorgaben soll Entwicklung weltweit messbar sein und zu jeder Zeit auf den Prüfstand gestellt werden können.

 

Die Millenniumsziele im Einzelnen

Ziel 1: Extreme Armut und Hunger beseitigen

Zwischen 1990 und 2015 die Zahl der Menschen halbieren, die weniger als einen US-Dollar täglich zur Verfügung haben. Zwischen 1990 und 2015 den Anteil Menschen, die Hunger leiden, halbieren.

Ziel 2: Grundbildung für alle Kinder gewährleisten

Bis zum Jahr 2015 sicherstellen, dass Kinder auf der ganzen Welt, Jungen wie Mädchen, eine Grundschulbildung abschließen können.

Ziel 3: Gleichstellung der Geschlechter fördern und die Rolle der Frauen stärken 

Die Geschlechterungleichheit in der Primär- und Sekundarschulbildung bis 2005 beseitigen, auf allen Bildungsebenen bis zum Jahr 2015.

Ziel 4: Die Kindersterblichkeit senken

Zwischen 1990 und 2015 die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren bis 2015 um zwei Drittel verringern.

Ziel 5: Die Gesundheit von Müttern verbessern

Zwischen 1990 und 2015 die Müttersterblichkeitsrate um drei Viertel senken.

Ziel 6: HIV/Aids, Malaria und andere Krankheiten bekämpfen

Bis 2015 die Ausbreitung von HIV/Aids zum Stillstand bringen und allmählich umkehren. Bis 2015 die Ausbreitung von Malaria und anderen schweren Krankheiten zum Stillstand bringen und allmählich umkehren.

Ziel 7: Die ökologische Nachhaltigkeit sichern

Die Grundsätze der nachhaltigen Entwicklung in einzelstaatliche Politiken und Programme einbauen und den Verlust von Umweltressourcen umkehren.

Bis 2015 den Anteil der Menschen um die Hälfte senken, die keinen nachhaltigen Zugang zu einwandfreiem Trinkwasser und zu grundlegenden sanitären Einrichtungen haben. Bis 2020 eine erhebliche Verbesserung der Lebensbedingungen von mindestens 100 Millionen Slumbewohnern erreichen.

Ziel 8: Eine globale Entwicklungspartnerschaft aufbauen

Ein offenes, regelgestütztes und nicht diskriminierendes Handels- und Finanzsystem weiterentwickeln, sowie sechs weitere Zielvorgaben.

 

Alle Millenniumsdörfer auf einen Blick

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