Quell der Hoffnung. Nur 10.000 Euro ermöglichen dauerhaft sauberes Wasser für 400 Menschen

Einer von mehreren Brunnen, die den Menschen in Sodo sauberes Wasser liefern. © Rinke
Einer von mehreren Brunnen, die den
Menschen in Sodo sauberes Wasser liefern.
© Rinke
Wasser ist rar im äthiopischen Sodo. Mensch und Tier entnehmen es aus Flüssen, Tümpeln, einfachen Brunnen, zu denen sie teilweise bis zu drei Kilometer laufen müssen. Das Wasser ist unsauber und verursacht Magen-, Darm- und Augeninfektionen. Oft führen diese Krankheiten zu einer Verstärkung der Unterernährung in der Bevölkerung, da die aufgenommene Nahrung vom Körper nicht vollständig verwertet werden kann.

Seit 2006 gehört das Dorf Sodo im Bundesland Oromia, unweit der Hauptstadt Addis Abeba, zu einem der 15 Millenniumsdörfern der Welthungerhilfe. So wurde im Zuge dieser Initiative mithilfe des Deutschen StiftungsTrust GmbH (DSTT) im Jahr 2007 damit begonnen, einen ersten Brunnen in Tedie, einen Ortsteil von Sodo, zu bauen. Seit fast zwei Jahren versorgt dieser nun ca. 55 Haushalte und Kleinbauernbetriebe mit sauberem Trinkwasser, das sind ungefähr 400 Personen.

 

Brunnen in Tedie, Sodo. © Meier zu Biesen
Brunnen in Tedie, Sodo.
© Meier zu Biesen
Zuverlässiger Wasserspender

Seit fast zwei Jahren versorgt dieser nun ca. 55 Haushalte und Kleinbauernbetriebe mit sauberem Trinkwasser, das sind ungefähr 400 Personen. "Von Beginn an arbeitete der Brunnen einwandfrei", berichtet Bernhard Meier zu Biesen, Mitarbeiter der Welthungerhilfe in Äthiopien. "Die verfügbare Wassermenge ist selbst nach stundenlangem Dauerpumpen immer ausreichend. Das bietet die Möglichkeit, sogar Gemüse, Fruchtbäume und medizinische Pflanzen gegen Malaria auf kleinen Flächen anzubauen. Bevor es diesen Brunnen gab, hatten nicht einmal ein Drittel der Bevölkerung in Sodo-Tedie Zugang zu sauberem Wasser."

 

Brunnenbau. © Rinke
Brunnenbau. © Rinke
Im Nass der Tiefe

Angefangen hat alles mit einer Ausschreibung, um den günstigsten Anbieter zu finden. Danach ging alles ganz schnell: Obwohl der Grundwasserspiegel - jahreszeitlich schwankend - bei etwa 25 Metern liegt, wurde die eigentliche Brunnenbohrung weitaus tiefer getrieben. Der Ansaugpunkt für die Pumpe wurde bei 35 Metern installiert. Selbst bei Schwankungen des Wasserspiegels von ca. zwei Metern im Jahresverlauf besteht immer eine Wassersäule über dem Pumpeneinlass von acht bis zehn Metern.

 

Gesundheit für 25 Euro pro Person

Die Kosten der Bohrung beliefen sich auf rund 6.000 Euro. Aufbauten, Waschkabine, Duschhaus und ein Trog für die Tiere machten 3.000 Euro aus. Für sonstige anfallende Kosten wurden 1.000 Euro veranschlagt. "Somit sind 10,000 Euro für die Wasserversorgung von 400 Menschen investiert worden. Die erwartbare Haltbarkeit beträgt 15-20 Jahre. Das bedeutet: 25 Euro pro Person für eine wichtige, grundsätzliche Gesundheitsinvestition", bilanziert Meier zu Biesen das Brunnenprojekt nicht ohne Stolz.

 

Versammlung des Dorfkomitees. © Meier zu Biesen
Versammlung des
Dorfkomitees. © Meier zu
Biesen
Vorfreude wirkt motivierend

Bei allen Brunnenbauten der Welthungerhilfe ist die Bevölkerung angewiesen, einen beachtlichen Teil an Eigenleistungen zu erbringen. Dazu zählen Hilfsarbeiten, Beschaffung von Materialien wie Steine, Holz, Sand oder Kies, Transporte, Organisation eines Brunnenkomitees, Bewachung der Baustelle und vieles mehr. "Wie bei den meisten Projekten hat auch in Sodo diese Mitarbeit bestens funktioniert", betont Meier zu Biesen. "Die Vorfreude auf die Vorteile eines Brunnens hat sich bei allen Beteiligten höchst motivierend ausgewirkt."

 

Mehr Zeit für die Familie

Und die Vorteile sind beachtlich! Sauberes Wasser ist nun binnen fünf bis 15 Minuten für die Dorfbewohner erreichbar. Das bedeutet, dass nun den Frauen, die üblicherweise für das Wasserholen verantwortlich sind, mehr Zeit für die Kinderbetreuung und andern Haus- und Hofarbeiten zur Verfügung steht. Für die Wartung, Pflege, das Management und die Reparaturen ist das Brunnenkomitee verantwortlich, in dem auch Frauen vertreten sind.

 

Noch mehr Brunnen

Mittlerweise profitieren mehr als 2.000 Menschen im Millenniumsdorf Sodo von dem sauberen Wasser, das weitere fünf Brunnen liefern. Neben DSTT half die Hamburger Initiative "Viva con Agua" bei der Finanzierung. Bis 2010 werden noch weitere sechs Brunnen gebaut, sogar in den Nachbargemeinden von Sodo. Somit erfüllt das Projekt die Mission der Millenniumsdörfer: "Die Hilfeleistungen kommen nicht nur dem konkreten Dorf zugute. Sie beeinflussen positiv das Leben der Menschen in der ganzen Region, in manchen Fällen sogar das Entwicklungsprogramm des Landes", freut sich Meier zu Biesen.

 

Letzte Änderung an dieser Seite: 20.04.2009
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Das Millenniumsdorf

Millenniumsdorf Sodo in Äthiopien: Ein Dorf sagt dem Hunger den Kampf an

Fakten

Durchführung: Partnerorganisation Community Development Service Ethiopia (CDSE) gemeinsam mit der Welthungerhilfe

Millenniumsziele: 1, 2, 6, 7

Kooperationspartner: Hamburger Freundeskreis, Budnikowsky, Viva con Agua de Sankt Pauli e.V.

Fortschritte

Das haben wir bisher im Millenniumsdorf Sodo geleistet (stetig aktualisiert)

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Berichte

Wie in Sodo gegen den Hunger gekämpft wird (Oktober 2007)

Äthiopien - Fakten, Hintergründe, Geschichten

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