Im Einsatz für die Welthungerhilfe: "Viva con Agua" baut Brunnen in Äthiopien


Benjamin probiert das saubere Wasser aus einem
Brunnen. Es war sehr erfrischend, sagte er später.
© Böttner

Benjamin Adrion gönnt sich keine Pause. Kaum hat der Ex-Profi-Kicker des FC St.Pauli rund 50.000 Euro mit seinem Projekt "Viva con Agua" für Trinkwasserspender auf Kuba gesammelt, plant er schon die nächste Aktion: den Bau von zehn bis zwölf Tiefbrunnen in der zentral-äthiopischen Region Oromiya - auch diesmal wieder in Kooperation mit der Welthungerhilfe. Jeder Brunnen soll die Versorgung von mindestens 500 Menschen mit sauberem Trinkwasser gewährleistet. Darüber hinaus können mit der verfügbaren Wassermenge Felder und Vieh der lokalen Bevölkerung versorgt werden. Im November 2006 flog Benjamin gemeinsam mit seinen Mitarbeitern nach Ostafrika, um sich von dem zukünftigen Projektgebiet selber ein Bild zu machen.

Lesen Sie Benjamins Reisebericht!

 


Eine kleine Viehhirtin.
© Böttner
Hier wollen wir helfen!

Es geht ins zukünftige Projektgebiet von "Viva con Agua", dem Dorf Sodo, etwa 200 Kilometer südwestlich von Addis Abeba. Auf einem Radius von fünf Kilometern beherbergt das Streudorf knapp 2000 Einwohner. Das Dorfleben in der ländlichen, von Dürre gezeichneten Umgebung ist geprägt von Feldarbeit, Viehzucht und der Wasserbeschaffung. Frauen und Kinder müssen meist stundenlange Wege mit Kanistern und Krügen auf sich nehmen, um zur nächsten Wasserstelle zu gelangen.

 


Benjamin begrüßt die
DorfbewohnerInnen.
© Böttner

Erstes Kennenlernen

Die Welthungerhilfe hat sich vorgenommen, einige der Milleniumsziele in den nächsten fünf Jahren in Sodo umzusetzen, während sich "Viva con Aqua" innerhalb dieses Programms der Trinkwasserversorgung annehmen wird. In Sodo angekommen, führen wir gemeinsam mit Vertretern der Welthungerhilfe und einer lokalen Partnerorganisation Gespräche mit den unterschiedlichsten Gruppen der Dorfbewohner. Männer, Frauen und Kinder kamen gleichermaßen zu Wort.

Dieser Austausch ist der Anfang der gemeinschaftlichen Einigung über die effizienteste Art der Hilfe. In den nächsten Wochen wird sich herausstellen, wo genau und wie viele Brunnen "Viva con Aqua" gemeinsam mit der Welthungerhilfe in Sodo bauen wird.

 


Benjamin unterwegs mit
seiner "Crew". © Böttner
Wir kommen wieder!

Wir verlassen Sodo und seine freundlichen und aufgeschlossenen Bewohner. Ein vorläufiger Abschied, denn wir werden sicher wiederkommen. Mehrere Tage sind wir mit unseren Jeeps danach noch in der Steppe unterwegs. Auch eine acht Kilometer lange Erdbebenspalten, die quer über die Straße reicht, kann uns an unserer Reise nicht hindern. Noch einmal genießen wir den Anblick freilaufender Flamingos und riesiger Kamelherden. Eine beeindruckende Landschaft.

 


Früh übt sich... © Böttner
Kicken und Kaffee

Zurück in Addis Abeba darf natürlich auch mein "Lieblingsspielzeug", der Fußball, nicht zu kurz kommen. Voller Aufregung  treffen wir uns zu einem vereinbarten Training mit der äthiopischen Nationalmannschaft. Nach kurzer Begrüßung schnüre ich die Schuhe und stehe gemeinsam mit dem Team und dem Übersetzer auf dem Platz. 80 Minuten intensives Training, 2500 Metern über dem Meeresspiegel, strapazieren meine Fitness. In verschwitzten Klamotten geht es direkt im Anschluss zum Palast Girma Woldegiorgis', des Staatspräsidenten von Äthiopien. Zu unserer aller Belustigung erzählte der repräsentative Staatschef beim Kaffee von seinem Besuch in Hamburg 1957 und seinen Erlebnissen auf der Reeperbahn.

Eine bemerkenswerte Reise, ein wunderbares Land mit liebenswerten Menschen. Ich freue mich, dass ich mit "Viva con Agua" helfen kann, die Not in einem der ärmsten Länder der Welt zu lindern.


Benjamin Adrion

(Stand: Dezember 2006)

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