Kältewelle in Afghanistan: Welthungerhilfe verteilt Hilfspakete - keine Entwarnung der Wettersituation
Aktuelle Bilder aus Afghanistan

Verteilung von Hilfspaketen. © DWHHDie Welthungerhilfe versorgt derzeit 363 Familien in zwei Provinzen (Jawzjan und Takhar) im Norden Afghanistans mit Decken, Stiefeln und Nahrungsmitteln zum Schutz gegen die seit Wochen andauernde Kälte. In den nächsten Tagen sollen 3.000 der insgesamt 5.000 Familien Hilfspakete erhalten. Zwischenzeitlich sanken die Temperaturen auf bis zu minus 20 Grad, unterbrochen von einer kurze Tauperiode. Doch Entwarnung kann noch längst nicht gegeben werden. Die Wetterprognosen für die kommenden Tage sagen erneuten Frost und Temperaturen bis zu minus acht Grad voraus. Über die Anzahl der Kälteopfer liegen bisher noch keine offiziellen Angaben vor.
Seit Anfang Januar sind die Provinzen nördlich des Hindukusch von einer ungewöhnlich lange andauernden Kältewelle sowie außergewöhnlich starken Schneefällen betroffen. Die Hilfsmaßnahme im Umfang von einer halben Million Euro wird zu mehr als 90 Prozent vom Auswärtigen Amt (AA) finanziert.
Wie lokale Autoritäten in der Provinz Jawzjan berichten, handelt es sich um den längsten und schlimmsten Wintereinbruch seit zehn Jahren. Viele Straßen sind wegen des Schnees schwer oder gar nicht zu befahren. Welthungerhilfe-Projektleiter Uwe Hermann hat ein Dorf mit rund 300 Familien besucht, für 60 Kilometer brauchte er zwei Stunden. "Viele Menschen heizen mit Stroh. Holz kann sich kaum jemand leisten", berichtet er. "Ich habe viele Kinder gesehen, die nur mit Flip-Flops an den Füßen im Schnee herumstapften."
Die Preise für Lebensmittel und Brennholz sind stark gestiegen; der Preis für ein Bündel Brennholz (ca. sieben Kilogramm) etwa hat sich verdoppelt auf umgerechnet rund einen Euro. Für die Ärmsten der Armen wie Witwen, Kriegsheimkehrer oder Tagelöhner sind Lebensmittel und Brennstoff fast unerschwinglich geworden.
Spenden Sie für Nothilfe und Wiederaufbau
Weitere Informationen
Ein Hilfsprojekt der Welthungerhilfe in Afghanistan: Produktion von Rosenöl als legale Alternative zum illegalen Mohnanbau
Millenniumsdorf Quarabator (April 2007) Wegen der schlechten Sicherheitslage musste das Projekt vorübergehend eingestellt werden.

Engagement der Welthungerhilfe in Afghanistan
Die Welthungerhilfe ist seit 1980 in Afghanistan aktiv. Zu den Schwerpunkten zählen seit 2003 der Wiederaufbau der ländlichen und kommunalen Infrastruktur, die Ernährungssicherung, die Stärkung der Zivilgesellschaft sowie der Umwelt- und Erosionsschutz.
Multimedia
Bildergalerie Kältewelle in Afghanistan - Verteilungen im Kinderheim (Februar 2008)
Bildergalerie: Kältewelle in Afghanistan - Es fehlen Kleidung, Decken und Nahrung (Januar 2008)
Bildergalerie: Unsere Projekte in Afghanistan
Aghanistan - Fakten, Hintergründe und Geschichten
Kältewelle in Afghanistan: Welthungerhilfe versorgt 50.000 Menschen (18.01.2008)
Afghanistan: Schwierige Kursfindung für Hilfsorganisationen (Oktober 2007)
Helfen in Afghanistan: "Es gibt keine Garantien" (Juli 2007)
Strategiewechsel in Afghanistan (21.05.2007)
Tödlicher Überfall bei Kunduz (30.04.2007)
Welthungerhilfe setzt Arbeit in Afghanistan fort (26.03.2007)
Rückkehr des Generalsekretärs der Welthungerhilfe aus Kabul, Afghanistan (15.3.2007)
Mord an unserem Mitarbeiter - Ingeborg Schäuble zum Tod von Dieter Rübling (März 2007)
Mord in Afghanistan: Noch keine Klarheit über Täter und Motiv (12.03.2007)
Welthungerhilfe vermutet "ideologisches" Motiv hinter der Tat (9.03.2007)
Mitarbeiter der Welthungerhilfe erschossen (8.03.2007)
Rosenöl – neue Hoffnung für Afghanistans Landbevölkerung (Februar 2007)
Afghanistan: Schwere Situation für Hilfsorganisationen (September 2006)
Porträt der Ingenieurin Manisha aus Afghanistan: Der Burka zum Trotz (Juli 2006)
Welthungerhilfe erschüttert über Attentat in Afghanistan (Mai 2006)
Landbevölkerung Afghanistans leidet noch immer große Not (Januar 2006)
Welthungerhilfe fordert klare Trennung zwischen Militär und zivilen Helfern (September 2005)
