Kältewelle in Afghanistan: Welthungerhilfe versorgt 50.000 Menschen

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Barfuß in Plastiksandalen bei bitterster Kälte - die meisten Kinder im Norden Afghanistans besitzen keine warme Winterkleidung. © DWHH
Barfuß in Plastiksandalen bei bitterster Kälte
- die meisten Kinder im Norden Afghanistans
besitzen keine warme Winterkleidung. © DWHH
(18. Januar 2008). Die Welthungerhilfe versorgt in zwei Provinzen (Jawzjan und Takhar) im Norden Afghanistans 50.000 unter der Kälte leidende Menschen mit Decken, Stiefeln und Nahrungsmitteln. Seit Anfang Januar sind die Provinzen nördlich des Hindukusch von einer ungewöhnlich lange andauernden Kältewelle sowie außergewöhnlich starken Schneefällen betroffen. Die Hilfsmaßnahme im Umfang von einer halben Million Euro wird zu mehr als 90 Prozent vom Auswärtigen Amt (AA) finanziert.

Wie lokale Autoritäten in der Provinz Jawzjan berichten, handelt es sich um den längsten und schlimmsten Wintereinbruch seit zehn Jahren. Nach Angaben der afghanischen Katastrophenbehörde kamen mehr als 140 Menschen ums Leben, vor allem Kinder und Ältere, außerdem starben rund 30.000 Nutztiere.

Viele Straßen sind wegen des Schnees schwer oder gar nicht zu befahren. Welthungerhilfe-Projektleiter Uwe Hermann hat ein Dorf mit rund 300 Familien besucht, für 60 Kilometer brauchte er zwei Stunden. "Viele Menschen heizen mit Stroh. Holz kann sich kaum jemand leisten", berichtet er. "Ich habe viele Kinder gesehen, die nur mit Flip-Flops an den Füßen im Schnee herumstapften."

Die Preise für Lebensmittel und Brennholz sind stark gestiegen; der Preis für ein Bündel Brennholz (ca. 7 Kilogramm) etwa hat sich verdoppelt auf umgerechnet rund einen Euro. Für die Ärmsten der Armen wie Witwen, Kriegsheimkehrer oder Tagelöhner sind Lebensmittel und Brennstoff fast unerschwinglich geworden.

Die Welthungerhilfe will in ihrem Projektgebiet 5.000 besonders schlimm getroffene Familien – die durchschnittliche Haushaltsgröße liegt bei zehn Personen – mit einem Notfallpaket versorgen. Es enthält zwei Decken, vier Paar Stiefel, zwölf Paar Socken, zehn Liter Speiseöl, sieben Kilogramm Zucker und 45 Kilogramm Mehl.

Uwe Hermann steht auf Anfrage für Interviews zur Verfügung.

 

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