Mangelnde Energieversorgung hemmt die Entwicklung in Afrika


Grafik: Afrika - Engpass Energie

In Afrika werden nur etwa zehn Prozent der Bevölkerung mit elektrischem Strom versorgt. Rund drei Viertel der gesamten Stromproduktion des Kontinents wird in nur fünf Ländern verbraucht: Ägypten, Libyen, Marokko, Algerien und Südafrika. Nirgendwo sonst auf der Erde wird weniger Energie pro Einwohner verbraucht als in Afrika. Dementsprechend gering ist auch der CO2-Ausstoß: Statistisch verursachen zwölf Afrikaner weniger CO2-Emissionen als ein Einwohner in den Industrieländern. Doch der Mangel an Energie hat verheerende Folgen: Vor allem in ländlichen Regionen kochen und heizen die Menschen mit Holz.


Hütte in Äthiopien.
© Lohkamp
"Smog" in der Hütte

Weil viele Häuser und Hütten keinen Abzug haben, sterben jedes Jahr mehrere hunderttausend Menschen an den Folgen der Luftbelastung in den Wohnräumen – vor allem Frauen und Kinder.  

Länder und Regionen ohne stabile Stromversorgung sind obendrein für die Wirtschaft nicht interessant. Das schlechte Energieangebot, vor allem in den zentralen Regionen Afrikas, hemmt die wirtschaftliche Entwicklung und verfestigt die Armut. Dabei stellt der Kontinent mittlerweile über zwölf Prozent der weltweiten Erdölförderung – doch das Öl wird zum größten Teil exportiert.

 


Wasserkraft - Energiequelle
der Zukunft. © DWHH
Kaum genutzte Potenziale

Afrika besitzt ein gewaltiges Potenzial für die Produktion umweltverträglicher Energie. Allein die Wasserkraft des Kongo könnte den derzeitigen Strombedarf des ganzen Kontinents dreifach decken. Vor allem stehen aber Sonne und Wind fast unbegrenzt zur Verfügung.

Schon seit langem träumen deshalb europäische Energieversorger davon, in Afrika "sauberen" Strom zu produzieren und ins europäische Netz einzuspeisen. Eine solche Zusammenarbeit müsste allerdings anders organisiert werden als die bisherige Ausbeutung afrikanischer Naturschätze – weder Öl noch Gold, Coltan, Kupfer oder Edelsteine haben bisher entscheidend zur Entwicklung des Kontinents beigetragen. Die Nutznießer waren fast ausschließlich große Firmen, die sich billig mit Rohstoffen versorgten.

(Stand: April 2007; Autor: Karl-Albrecht Immel)




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