Erfolgreiche Tour durch Afrika gegen Kinderarbeit

Fröhliche Schulkinder. @ Strakova Weltweit gibt es mehr als 218 Millionen Kinderarbeiter im Alter zwischen fünf und 17 Jahren. Kinderarbeit ist besonders in Afrika weit verbreitet. Allein südlich der Sahara liegt der Anteil erwerbstätiger Kinder bei rund 26 Prozent und ist damit gegenwärtig von allen Regionen der höchste. Die internationale Kampagne "Stopp Kinderarbeit – Schule ist der beste Arbeitsplatz" hat daher die Afrika Tour 2008 initiiert: Vertreter dreier Organisationen, die zum Thema Kinderarbeit und Bildung arbeiten (MV Foundation aus Indien, Aasaman aus Nepal und SNE aus Marokko) tourten vom 8. Oktober bis zum 6. November 2008 durch Afrika.

Diskussionsrunde.
@ Strakova Diskussionen in fünf Ländern
Dort besuchten sie fünf afrikanische Länder- Marokko, Uganda, Äthiopien, Simbabwe und Kenia - und diskutierten mit hochrangigen Vertretern der Regierungen, der Internationalen Arbeitsorganisation ILO, Gewerkschaften, Lehrergewerkschaften, mit lokalen Organisationen, mit Kindern, Jugendlichen und Eltern. In Workshops wurden die besten Strategien zur Überwindung der Kinderarbeit und zur Sicherung der Grundbildung ausgetauscht sowie die länderspezifischen Probleme analysiert. Die Ergebnisse der Tour wurden in einer Regionalkonferenz in Nairobi (Kenia) am 4. und 5. November 2008 vorgestellt.

Die Delegierten.
@ StrakovaKinderarbeit macht keinen Sinn
Bei dem hochrangig besetzen Forum in Nairobi wurde deutlich, dass die Tour-Delegation in ihrem Kampf für die Rechte der Kinder weltweit von den Anwesenden breite Unterstützung erhielt: "Es ist eine Tragödie, dass weltweit über 200 Millionen Kinder in Kinderarbeit involviert sind statt in die Schule zu gehen", sagte Eric van der Linden, Leiter der Delegation der Europäischen Kommission in Kenia. Auch mache Kinderarbeit wirtschaftlich keinen Sinn, da nach Berechnungen der ILO jeder Dollar, der in Bildung investiert werde, den siebenfachen Nutzen bringen würde.
Obwohl auch Kenia seit der Einführung der kostenfreien Schulbildung im Jahr 2003 Erfolge erzielt hat und die Zahl der Kinderarbeiter auf etwa eine Million gefallen ist, gibt es nach wie vor viel zu tun. ILO- Repräsentant Kiura Bernard erläuterte, dass gerade die Ärmsten mit den versteckten Kosten im Bildungssystem zu kämpfen haben, etwa für Schulbücher und Uniformen.

Schulspeisung. @ StrakovaKostenfreie Bildungsangebote - ein MUST
Wie schwierig die Situation für arme Familien ist, konnte die Delegation bei einem Besuch in Kibera, dem größten Slum Nairobis selbst erfahren: Dort fehlt es an schulischen Einrichtungen und finanzieller Unterstützung für die non-formalen Schulen, die häufig die einzigen Bildungsträger sind.
Venkat Reddy, Leiter der Tour-Delegation sprach dieses Problem direkt an: "Wir fordern die kenianische Regierung auf, alle existierenden non-formalen Schulen in das formale Schulwesen zu integrieren. Es ist die Pflicht einer jeden Regierung, kostenfreie, qualitative Tagesschulangebote für alle Kinder zur Verfügung zu stellen, nicht nur auf dem Papier." Weiter machte er deutlich, dass trotz unterschiedlicher Probleme die besuchten Ländern auch viele Gemeinsamkeiten aufweisen: In allen Ländern gibt es eine große Nachfrage nach Bildungsangeboten. Auch die Ärmsten wollen ihre Kinder zu Schule schicken.
Hoffnungen nicht enttäuschen
Die Regierungen, die Geberländer und die zivilgesellschaftlichen Organisationen stehen hier gleichsam in der Pflicht, die Hoffnungen der Menschen nicht zu enttäuschen. Schulverwaltungen müssen flexibel sein, um die Eingliederung von ehemaligen Kinderarbeitern zu ermöglichen. Die Bereitstellung von Schulmahlzeiten ist wichtig, um armen Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen. Venkat Reddy schlug zudem das Konzept "kinderarbeitsfreier Gebiete" vor: Durch soziale Mobilisation unter Einbeziehung aller Interseengruppen sollten Pilotprojekte zur Abschaffung von Kinderarbeit und zur Sicherung von Grundbildung für alle Kinder gestartet werden.
Erste mutige Umsetzungen
Mbarak Twahir, Verantwortlicher für Grundbildung im kenianischen Bildungsministerium, ging direkt auf die Forderungen ein. Er kündigte an, dass seine Abteilung im nächsten Monat damit beginne werde alle non-formalen Schuleinrichtungen des Landes zu erfassen, damit auch sie zukünftig finanzielle Unterstützung vom Ministerium erhalten können- sowie die staatlichen Schulen des Landes.
Die zahlreich anwesenden zivilgesellschaftlicher Vertreter begrüßten diese Ankündigung und sahen sich zu gleich bestätigt in ihrer Forderung, die sie mit der Delegation der Afrika-Tour teilen: Stopp Kinderarbeit! Schule ist der beste Arbeitsplatz.
Kontakt
Antje Paulsen
Leiterin der Kampagne "Stopp Kinderarbeit!"
Tel.: 0228/2288-205
antje.paulsen@welthungerhilfe.de
Macht mit - bereitet ein "kinderarbeitsfreies Frühstück"
Rund 70 Prozent der weltweit mehr als 218 Millionen arbeitenden Kinder sind in der Landwirtschaft der Entwicklungsländer beschäftigt – und können somit nicht zur Schule gehen.
Helft uns, diese Zustände zu ändern und werdet aktiv.
Organisiert ein leckeres, kinderarbeitsfreies Frühstück aus saisonalen, regionalen und fair gehandelten Produkten für Eure Familie, Freunde, Klasse, für die ganze Schule. Informiert Euch über das Thema Kinderarbeit, redet und schreibt darüber, stellt Eure Frühstücks-Aktionen ins Netz und gewinnt Nachahmer.
Hier erfahrt Ihr mehr.
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Downloads zum Thema "Stopp Kinderarbeit"
In jedes Kind investieren - Eine ökonomische Studie über die Kosten und den Nutzen der Beseitigung von Kinderarbeit.
pdf-Download (177 kb)
UNICEF Bericht "Fortschritt für Kinder" untersucht Schulbesuch von Kindern in 180 Ländern.
pdf-Download (793 kb)
Bericht über das Engagement reicher Staaten für universale Grundbildung bis 2015.
pdf-Download (624 kb)
Child labour in hybrid cottonseed production in Andhra Pradesh
Studie (2004)
Weitere Informationen
Stopp Kinderabeit:
Warum die Kampagne so wichtig ist.
Gemeinsam gegen Kinderarbeit
Workshop in Brüssel
Dokumentation "Lernen hilft Leben": Schulaktionen in München 2006
