Ländliche Entwicklung im Zeichen von Aids


Farmer in Äthiopien bei der landwirtschaftlichen Arbeit.
© Riehle

HIV/Aids hat sich von seinem Ursprung in den Städten zu einem massiven gesellschaftlichen Problem für die ländlichen Gebiete im südlichen Afrika ausgebreitet. Viele Faktoren bedeuten für die Landbevölkerung eine große Gefährdung. Dazu gehört in erster Linie die allgegenwärtige Stadt-Land-Migration. Wie zum Beispiel die Stadtbewohner Botswanas, die am Wochenende nach Hause aufs Land fahren. Oder die Wanderarbeiter Lesothos, die einmal im Jahr aus den Bergwerken Südafrikas in ihre Heimat zurückkommen.

 

Vielfältige Gründe für die Ausbreitung von AIDS auf dem Land

Die Ausbreitung von HIV/Aids im ländlichen Raum Afrikas hat viele Ursachen. Armut und bewaffnete Konflikte spielen ebenso eine Rolle wie geschlechtspezifische Ungleichheit. Mangelndes Wissen über die Verhütung sexuell übertragbarer Krankheiten erhöht das Ansteckungsrisiko erheblich. Selbst wenn Frauen über die Immunschwächekrankheit Bescheid wissen, können sie aufgrund ihrer ökonomischen Abhängigkeit häufig nicht den Gebrauch von Kondomen durchsetzen. Nicht zuletzt trägt der Zwang zu häufiger Arbeitsmigration für Männer dazu bei, dass sich die Ansteckungsgefahr durch wechselnde Partnerinnen erhöht.

 

 


Landwirtschaft ist Stützpfeiler
der afrikanischen Volkswirt-
schaft. © Lachenmaier

Der Faktor Migration

Zyklische Migrationsbewegungen sind fester Bestandteil des Lebens in Afrika. Es besteht kein Zweifel, dass diese Wanderungen, vor allem die Arbeitsmigration, zur Verbreitung des Virus in den ländlichen Gebieten des ganzen Kontinents beigetragen haben. Die Zunahme von HIV/Aids im Zusammenhang mit  der Migration zeigt sich auch in afrikanischen  Sprachen. Viele Dialekte im ländlichen Afrika verbinden Aids mit Mobilität und Migration. So heißt Aids in Kwa-Zulu Natal "iStimela SaseZola" (wörtlich "Dampflok nach Zola").

 

 


Aids bedroht den gesell-
schaftlichen Zusammenhalt.
© Von Lingen
Bedrohter ländlicher Raum

Im Zeitalter von Aids hat sich die Arbeit im Bereich der ländlichen Entwicklung sehr verändert. Viele Gemeinden in Afrika haben sich damit abgefunden, dass sie mit der Immunschwäche leben müssen. Die Auswirkungen sind nicht auf die infizierten und betroffenen Familien allein beschränkt. Sie betrifft ganze Gemeinden. 

 

 

Projekte auf dem Land  müssen  Aids-Problem  einbeziehen

Das Überleben der Landbevölkerung in Afrika hängt immer noch stark von der Landwirtschaft ab. Sie bildet das Rückgrat der meisten afrikanischen Volkswirtschaften. Deshalb darf kein Programm zur ländlichen Entwicklung die Augen vor dem Aids-Problem schließen: von Schule und Ausbildung, über Landwirtschaft, Ernährung, Lebensmittelsicherheit bis hin zum grundsätzlichen Ressourcenmanagement. 


© Copyright 2011 Deutsche Welthungerhilfe e.V. – ImpressumKontaktDatenschutz