Im Kampf gegen die Ausbreitung von Aids: Aufklärungsarbeit in Peru

 

Drei junge Peruaner mit dem Graffiti-Schriftzug: Stop Sida (Aids). © WHH.
Drei junge Peruaner mit dem Graffiti-Schriftzug:
Stop Sida (Stopp Aids). © WHH.
Die Immunschwäche-Krankheit Aids breitet sich weltweit immer stärker aus. Besonders betroffen sind die Menschen in Entwicklungsländern, denn die Ansteckung mit dem Virus hängt eng mit Armut und mangelnder Bildung zusammen. Auch in Peru stieg die Zahl der HIV-Infizierten in den vergangenen Jahren: Im Jahr 2005 (letzte offizielle Angaben) lebten bereits 93.000 Menschen mit dem tödlichen Virus, zwei Jahre zuvor waren lediglich 82.000 Personen betroffen.

Die Ausbreitung der Pandemie aufzuhalten ist schwierig, denn sie hängt nicht zuletzt mit den sexuellen Gewohnheiten der Menschen zusammen, die kurzfristig schwer beeinflussbar sind. So sind Frauen in vielen Fällen nicht in der Lage, von ihrem Partner die Nutzung eines Kondoms zu verlangen. Die meisten jungen Mädchen machen ihre ersten sexuellen Erfahrungen, ohne ausreichend über Verhütungsmethoden oder über die Ansteckungsgefahr sexuell übertragbarer Krankheiten informiert zu sein. Hinzu kommt, dass vor allem in den armen Bevölkerungsschichten sexuelle Gewalt und Unterdrückung von Frauen weit verbreitet sind. Daher sind Präventionsmaßnahmen und Kommunikationsstrategien, mit denen möglichst alle Bevölkerungsschichten erreicht werden, von entscheidender Bedeutung.


Mitarbeiterinnen vom Movimiento Manuela Ramos am Welt-Aids-Tag. © WHH.
Mitarbeiterinnen vom
Movimiento Manuela Ramos
am Welt-Aids-Tag. © WHH.
Die meisten HIV-Infizierten in Peru leben in den großen Ballungsräumen des Landes: Der Hauptstadt Lima, der angrenzenden Hafenstadt Callao sowie den größten Städten des Amazonastieflandes. Hier unterstützt die Welthungerhilfe seit 1991 die peruanische Nichtregierungsorganisation Movimiento Manuela Ramos (MMR) bei ihrer Projektarbeit. Die lokale Partnerorganisation verfügt im Bereich der Gesundheitsberatung von Frauen über eine langjährige Erfahrung.

 

 

Teilnehmerinnen des Graffiti-Wettbewerbs am Welt-Aids-Tag. © WHH
Teilnehmerinnen des
Graffiti-Wettbewerbs
am Welt-Aids-Tag. © WHH
Die Grundpfeiler der Arbeit: Aufklärung und Unterstützung

Ihr Ziel ist es, vor allem Frauen und Mädchen in ihrem Recht auf körperliche Selbstbestimmung zu stärken. Seit 2007 organisieren die Mitarbeiterinnen zu diesem Zweck Informations- und Aufklärungskampagnen in Schulen und Ausbildungszentren in den besonders betroffenen Gebieten. Mit Radio- und Fernsehspots, Informationssendungen, Plakaten und Broschüren klären sie über die Gefahren der Krankheit auf. Ihre Arbeit hilft den Menschen dabei, sich wirksam gegen eine Ansteckung mit dem HI-Virus zu schützen. Die Aktivitäten von MMR konzentrieren sich jedoch nicht nur auf die Gesunden. Die  Nichtregierungsorganisation unterstützt Aids-Kranke dabei, eine bessere Gesundheitsversorgung zu erhalten und in Anspruch zu nehmen.



Aids-Schleife auf dem Platz
Aids-Schleife auf dem Platz
"Jorge Chavez" in Lima.
© WHH.
Welt-Aids-Tag in Lima

Zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember 2007 organisierte MMR Veranstaltungen und Aktionen zum Thema HIV/Aids. Bereits im Vorfeld verteilten die Mitarbeiterinnen Materialien und Informationen über die Krankheit. Am Tag selber veranstalteten sie ein Seminar über den engen Zusammenhang zwischen Gewalt an Frauen und HIV-Ansteckung. Besonders in den sehr armen Regionen der Anden geht beides häufig Hand in Hand. Für Jugendliche, die eine wichtige Zielgruppe sind, wurden attraktive und kreative Mitmach-Aktionen organisiert. In Tanz- und Graffitiwettbewerben konnten sie sich künstlerisch mit dem Thema Aids auseinandersetzen. Zum krönenden Abschluss versammelten sich über tausend Menschen in roten T- Shirts auf dem Platz "Jorge Chavez" in Lima und bildeten eine große Aids-Schleife.

Auch auf der politischen Ebene setzt sich MMR für die Infizierten ein: Gemeinsam mit einem peruanischen Netzwerk von Frauenorganisationen schrieb die Nichtregierungsorganisation am Welt-Aids-Tag einen offenen Brief an das Gesundheitsministerium. Darin fordern sie Maßnahmen gegen die Diskriminierung von Frauen, die mit der Immunschwäche HIV/Aids leben sowie verbesserte soziale und öffentliche Dienstleistungen. Denn, so die Aktivistinnen, die Rechte der Frauen müssen geschützt werden, damit sie nicht Opfer von Willkür und Gewalt werden.

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