Aids erschwert die Projektarbeit


Junge in einem Heim in Kambodscha: Die Zahl der
Aids-Waisen wird weiter steigen. © Von Lingen

Die Welthungerhilfe ist keine medizinische Hilfsorganisation. Doch längst betreffen die Auswirkungen der Immunschwäche auch die Projekte der Organisation, besonders in der ländlichen Entwicklung. Denn auch die Mitarbeiter – junge Frauen und Männer - in den lokalen Partnerorganisationen in Afrika, Asien und Lateinamerika erkranken und sterben an Aids. So müssen die Projekte immer mehr auf die Arbeitskraft von Kindern und Älteren ausgerichtet werden. Was den Kampf gegen Hunger wesentlich erschwert.

 

Hilfe für ländliche Bevölkerung

Die Welthungerhilfe begreift ihr Engagement gegen die Immunschwäche als Querschnittsaufgabe. Sie involviert die Problematik dieser Epidemie in ihre unterschiedlichen Projekten und Ansätze. Die Stärken der Hilfsorganisationen liegen vor allem in der ländlichen Entwicklung. Durch Aufklärung und Information wird versucht, neue Infektionen zu vermeiden. Ferner sollen die sozialen und wirtschaftlichen Folgen für die arme Landbevölkerung gemindert werden. Da HIV/Aids die ländliche Entwicklung massiv bedroht, müssen zudem die Auswirkungen der Immunschwäche bei künftigen Projekten eingeplant werden. Dazu gehört, dass bestimmte Risikogruppen wir Migranten, Nomaden und Prostituierte besonders in die Aufklärungsprogramme eingebunden werden.
 

Krisen verstärken die Ausbreitung

Auch die Nothilfe, die auch einen wichtigen Arbeitsbereich der Welthungerhilfe darstellt, wird durch das Virus beeinflusst: Wenn Menschen Not und Hunger leiden, begünstigt das die Verbreitung von HIV/Aids. Flüchtlinge tragen das Virus weiter und sind besonders gefährdet. Gesundheitsvorsorge, Aufklärung und Schutzmaßnahmen erreichen sie nur schwer. In Bürgerkriegen sind Frauen und Mädchen oft Opfer von sexueller Gewalt, bei der das Virus übertragen werden kann. Ohne Einkommen und von Hunger geplagt, prostituieren sich Frauen und Mädchen zudem, um Unterkunft, Essen und Schutz zu erhalten.


Was kann helfen?

Als sinnvoll hat sich die Strategie erwiesen, Familien und Dorfgemeinschaften in die Analyse ihrer Situation einzubeziehen. Sie müssen selbst erkennen, welche Gefahr Aids für ihr Dorf, ihre Lebenschancen bedeutet. Dass es zu Hunger führt, wenn immer mehr Menschen sterben und immer weniger Arbeitskräfte auf den Feldern arbeiten. Erst wenn diese Erkenntnisse akzeptiert sind, muss gemeinsam überlegt werden, wie man der Seuche entgegen steuern kann. Weiterhin ist es sinnvoll, wenn Jugendliche, Gleichaltrige und Menschen aus dem gleichen sozialen Milieu die Aufklärung über Aids übernehmen. Sie besitzen eine größere Glaubwürdigkeit und kennen oft die Situation ihrer Zuhörer aufgrund eigener Erfahrungen.

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