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Südsudan - Nahrungsmittel per Flugzeug

Airdrops - Hilfe aus der Luft

Wie und wo wir Flüchtlinge im Südsudan unterstützen

Airdrops - Hilfe aus der Luft für Flüchtlinge in Ganyiel.
Airdrops - Hilfe aus der Luft für Flüchtlinge in Ganyiel.
Helfer sammeln die abgeworfenen 50 Kilogramm schweren Säcke voller Hirse, Bohnen und Linsen ein.
Helfer sammeln die abgeworfenen 50 Kilogramm schweren Säcke voller Hirse, Bohnen und Linsen ein.
Pro Flugzeug können 680 Säcke an Nahrungsmitteln transportiert werden.
Pro Flugzeug können 680 Säcke an Nahrungsmitteln transportiert werden.
Die Wochenrationen für die Familien werden aufgeteilt.
Die Wochenrationen für die Familien werden aufgeteilt.
Bei der Verteilung: Wer bekommt wie viel?
Bei der Verteilung: Wer bekommt wie viel?
Helikopter aus Schlamm. Der Lärm von Flugzeugen und Helikopter stört nicht - ganz im Gegenteil.
Helikopter aus Schlamm. Der Lärm von Flugzeugen und Helikopter stört nicht - ganz im Gegenteil.

(24.09.2014) Der Krieg im Südsudan hat über 1,3 Millionen Menschen aus ihren Heimatregionen vertrieben. Sie suchen Schutz in Flüchtlingslagern oder bei Gastfamilien in entlegenen Dörfern, wo sie in Sicherheit sind. Dort fehlt es ihnen am Nötigsten zum Überleben. Wir helfen den Flüchtlingen mit Nahrung und mit Hilfspaketen aus der Luft.

Schlamm und Rebellen: Straßen sind unpassierbar

Südsudan Karte der UNHAS: Flugrouten für Hilfstransporte.
Südsudan Karte der UNHAS: Flugrouten für Hilfstransporte. Zum Vergrößern bitte Klicken!

Der lange Krieg hat katastrophale Auswirkungen auf die Nahrungsmittelversorgung der Menschen: Schon seit dem Frühjahr werden im Südsudan die Felder nicht mehr bestellt. Ernten können nicht eingefahren werden und die Vorräte sind schon lange aufgebraucht. So ist Hunger in den überfüllten Camps und in den Dörfern an der Tagesordnung.

Die Kriegsflüchtlinge mit dem Nötigsten zu versorgen, ist jedoch eine logistische Herausforderung: Viele Flüchtlingslager liegen in Regionen, die nur schwer erreichbar sind. Durch die Regenzeit sind die Straßen in unpassierbare Schlammwüsten verwandelt worden. Zusätzlich kontrollieren Rebellen im Norden und rund um den Nil die noch befahrbaren Transportwege. So sind viele Familien komplett von der Außenwelt abgeschnitten. 

Der Luftweg bleibt die einzige Möglichkeit

„Logistik und Glück spielen eine wichtige Rolle bei unserer Arbeit hier im Südsudan“, erklärt Nothelfer Jürgen Mika. Er koordiniert die Hilfsflüge vor Ort. „An zwei Standorten setzen wir Airdrops ein: in Ganyiel und Nyal. In Bentiu sollen in Zukunft ebenfalls Nahrungsmittel abgeworfen werden“. Logistik ist gefragt, denn die Flieger mit den wichtigen Grundnahrungsmitteln kommen sowohl aus der Hauptstadt Juba, als auch aus Äthiopien und Uganda. Und Glück braucht man, damit der Regen zeitweise aussetzt: Gute Sicht ist für das Abwerfen der Hilfspakete essentiell und die wertvolle Ladung soll schließlich nicht durchnässen oder gar im Schlamm oder Sumpfgebiet einsinken.

Wie funktioniert ein Airdrop?

  • Erreichbaren und geeigneten Abwurfplatz finden und sichern!

  • Alles siebenmal verpackt: Starke Gewebesäcke schützen Hirse, Bohnen und Linsen beim Abwurf - alles ist siebenfach umwickelt.

  • Kiloschwere Säcke sind auf rund 100 Meter Länge verteilt: Nach dem Abwurf müssen die bis zu 50 Kilogramm schweren Säcke alle schnellstmöglich eingesammelt werden, damit sie, wenn sie z.B. im Sumpf landen, nicht zu lange im Wasser liegen. Bei bis zu 680 Säcken pro Flugzeug-Ladung und im Idealfall drei Flugzeugen täglich kann dies dauern.
  • Mundpropaganda und Megafone: Die Flugzeuge sind gute Boten, aber auch mit Megaphonen werden die Leute mobilisiert und die Nachricht über eine bevorstehende Verteilung gelangt in jedes der umliegenden Dörfer.

  • Jede Familie erhält Monatsrationen. Wir versorgen Flüchtlinge in den Camps, in Dörfern und auch ihre Gastfamilien. Zurzeit sind das monatlich fast 150.000 Menschen. Allein im Flüchtlingslager bei Bentiu sind es 45.000, in Ganyiel sogar 56.000.

  • Auch Helikopter sind im Einsatz: Speiseöl und Extra-Nahrung für mangelernährte Kinder, die die mit wichtigen Nährstoffen angereichert ist, werden von Helikoptern transportiert - sie würden beim Abwurf mit dem Flugzeug Schaden nehmen.

Airdrops reichen nicht aus

„Zurzeit können wir in Bentiu nur die halbe Ration an die Familien verteilen“, erklärt Mika. „Es fehlt an ausreichend Flugzeugen und Helikoptern, um genügend Nahrung abzuwerfen. Gemeinsam mit dem World Food Programme planen wir bis Ende Dezember weitere Airdrops. Denn bis die Menschen wieder Saatgut pflanzen und sich selbst versorgen können, wird es noch lange dauern.“

Unterstützen Sie unsere Nothilfe für die Menschen im Südsudan. Ihre Spende wirkt!

 

Nach Schätzung der UN ist bis Ende 2014 jeder dritte Einwohner Südsudans auf humanitäre Unterstützung angewiesen. Die UN hat für das Land die höchste Notfallstufe ausgerufen. Gemeinsam mit dem World Food Programm (WFP) unterstützen wir die Flüchtlinge mit Nahrung und Hilfspaketen. Mit unseren Alliance2015 Partnern setzen wir an verschiedenen Standorten weitere Projekte um.

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