Ankerländer

Jugendliche bei einer Demonstration in Brasilien. © Kopp
Jugendliche bei einer Demonstration in
Brasilien. © Kopp
Als Ankerländer bezeichnet das Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) 15 große Entwicklungsländer, die in ihren Regionen und zunehmend auch international großen wirtschaftlichen und politischen Einfluss ausüben. Im Einzelnen sind dies China, Indonesien und Thailand in Ostasien; Indien und Pakistan in Südasien; Argentinien, Brasilien und Mexiko in Lateinamerika; Südafrika und Nigeria in Afrika südlich der Sahara; Ägypten, Iran und Saudi-Arabien im Nahen Osten sowie Russland und die Türkei in Europa/Zentralasien.

 

In den meisten Ankerländern finden sich Gegenden mit industriellem Wachstum neben sehr armen Gebieten. Nur Mexiko und Brasilien zählen gemessen an ihrer Entwicklung gleichzeitig zu den Schwellenländern. Vier Ankerländer (Indien, Indonesien, Pakistan, Nigeria) haben ein niedriges, die übrigen ein mittleres Pro-Kopf-Einkommen.

 

 

Mit einem Kleinkredit kaufte sich diese Inderin eine Nähmaschine. © Schaefers
Mit einem Kleinkredit kaufte
sich diese Inderin eine
Nähmaschine. © Schaefers
Das BMZ behandelt diese Länder als eigene Gruppe, weil sie erstens für die Armutsbekämpfung entscheidend sind: Fast zwei Drittel der absolut Armen leben in China, Indien und Nigeria, und die Entwicklungschancen vieler kleiner Staaten werden von großen Nachbarn stark beeinflusst. Zweitens sind Ankerländer entscheidend für den Erhalt globaler Umweltgüter wie der Wälder. Drittens sind ohne sie globale politische Aufgaben wie der Klimaschutz, die Stabilisierung des Weltfinanzsystems oder die UN-Reform nicht lösbar. Die Zusammenarbeit mit Ankerländern ist laut dem BMZ auch wegen des deutschen Interesses an solchen globalen Regeln wichtig.

© Copyright 2011 Deutsche Welthungerhilfe e.V. – ImpressumKontaktDatenschutz