Hier beginnt die Welt von morgen
In 15 Millenniumsdörfern weltweit fördert die Welthungerhilfe nachhaltige Entwicklung

Mädchen aus Äthiopien. © Lachenmeier
Die Dörfer San Andrés, Kanat Toch und Anosikely liegen in drei verschiedenen Kontinenten. Doch eine Sache verbindet sie: Ihre Einwohner beteiligen sich tatkräftig an der Entwicklung ihres Heimatorts. Sie wollen einen eigenen Beitrag zur Erreichung der Millenniumsziele im eigenen Dorf leisten. Fachliche und finanzielle Unterstützung erhalten sie hierbei von der Welthungerhilfe.
Der Kampf gegen Hunger und Armut bleibt ein Dauerbrenner. Dass inzwischen über eine Milliarde Menschen nicht ausreichend zu essen haben und rund 1,4 Milliarden mit weniger als einem Dollar täglich überleben müssen, ist ein Skandal. Neben Konflikten und Katastrophen sind ungerechte gesellschaftliche Strukturen meist der Grund dafür, dass Menschen in Not geraten. Oftmals schaffen sie es nicht, aus diesem Teufelskreis wieder auszubrechen. Fakt ist: An Lösungsvorschlägen fehlt es nicht und Erfolge sind möglich, wenn an den Ursachen angesetzt wird. Doch viel zu oft fehlt der politische Wille zur Umsetzung.

Indische Frauen.
© SchäfersZiele der internationalen Staatengemeinschaft
Als sich im Jahr 2001 die Staats- und Regierungschefs aus 189 Ländern auf acht gemeinsame Millenniumsziele zur Armutsbekämpfung bis zum Jahr 2015 einigten, war dies ein positives Signal. Inzwischen sind diese Ziele weltweit bekannt. Sie sind messbar. Und sie stellen gewissermaßen den kleinsten gemeinsamen Nenner der internationalen Staatengemeinschaft für Armutsbekämpfung dar.
Auch die Welthungerhilfe stellt sich dieser Herausforderung: In 15 ausgewählten Dörfern und Regionen in Lateinamerika, Afrika und Asien haben sich die Bewohner nach gemeinsamen Beratungen darauf verständigt, einen spürbaren Beitrag zur Erreichung von einem oder mehreren Millenniumszielen zu leisten. In den nächsten Jahren soll hier beispielhaft gezeigt werden, dass dieser Weg von Erfolg gekrönt ist, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Das Prinzip: Hilfe zur Selbsthilfe. Bei der Förderung der Dörfer bezieht die Welthungerhilfe bewusst die gesamte Region mit ein. Auch die Menschen aus umliegenden Orten profitieren von neuen oder besser ausgestatteten Schulen, Gesundheitsstationen sowie geschaffenen Einkommensmöglichkeiten in den Millenniumsdörfern.

Bohnen für den
Ökomarkt in Ecuador.
© LohnesDie Fortschritte sind messbar
Lokale Partnerorganisationen spielen bei der Beratung und Durchführung eine wichtige Rolle. Neu an dieser Initiative ist, dass bei der Planung und Budgetierung sämtlicher Projektmaßnahmen die UN-Millenniumsziele samt Unterzielen und Indikatoren berücksichtigt werden. So können Fortschritte durch ein neues Langzeit-Monitoring gemessen, Entwicklungen regelmäßig dokumentiert und auch bei Bedarf Korrekturen vorgenommen werden.
Für die Menschen in den Millenniumsdörfern geht es in erster Linie darum, dass sich ihre konkreten Lebensbedingungen verbessern. So wünschten sich die Bewohner Kongoussis in Burkina Faso, wenigstens zweimal täglich statt bisher nur einmal eine Mahlzeit einnehmen zu können. Im Dorf Mabote in Mosambik wiederum wollten alle Kinder endlich zur Schule gehen. Im Laufe des Jahres 2010 ziehen alle Dörfer eine Bilanz zur Dorfentwicklung. Hilfe zur Selbsthilfe beinhaltet jedoch mehr. Mittels eines "Empowerment" der Armen und Hungernden sollen sie in der Lage sein, ihre Bedürfnisse zu äußern, sich zu organisieren und ihre Rechte einzufordern.

Afghanistan - Quarabator
Angola - Mangue
Äthiopien - Sodo
Benin - Manigri
Bolivien - Cañadón Peñas
Burkina Faso - Kongoussi
Ecuador - San Andrés
Indien - Ghandhiji Songha
Kambodscha - Kanat Toch
Madagaskar - Anosikely
Mosambik - Mabote
Nicaragua - Auhya Pihni
Ruanda - Base-Kiryango
Tadschikistan - Veshab
