Fernsehansprache des Bundespräsidenten zur "Woche der Welthungerhilfe"
(11.09.2009) Mit einem Aufruf von Bundespräsident Horst Köhler, Schirmherr der Welthungerhilfe, im Fernsehen startet die bundesweite „Woche der Welthungerhilfe 2009“. Der Bundespräsident stellte dieses Jahr die Gleichberechtigung der Geschlechter in dem Mittelpunkt.
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
weltweit leidet fast eine Milliarde Menschen an Hunger und Unterernährung. Besonders betroffen sind Frauen und Kinder. Und das, obwohl sie es sind, die durch Feldarbeit den größten Teil der Grundnahrungsmittel erzeugen. Aber nur selten gehört den Frauen das Land, das sie beackern, und oft haben sie keinen eigenen Zugang zu Saatgut, Düngemitteln und Arbeitsgerät.
Frauen haben in vielen Teilen der Welt, insbesondere aber in den Entwicklungsländern, gesellschaftlich und rechtlich eine schlechtere Stellung als Männer. Sie werden schlechter ausgebildet und haben kaum alternative Einkommensquellen. Und weil es vor allem die Frauen sind, die sich um die Kinder kümmern, trifft diese Benachteiligung dann auch die schwächsten Glieder der Gesellschaft. Ein Teufelskreis, denn Unterernährung hemmt die geistige und körperliche Entwicklung und damit auch die Fähigkeit dieser Kinder, ihre Situation später selbst zu verbessern.
Der Kampf gegen Armut und Hunger muss deshalb immer auch ein Kampf für die Gleichberechtigung der Geschlechter sein. Studien haben klar gezeigt: Dort, wo Frauen mehr Rechte haben, gibt es weniger Hunger. Wer Frauen stärkt, stärkt die gesamte Gesellschaft. Darum ist es gut, dass die Welthungerhilfe sich bei ihrer Arbeit gezielt für Chancengleichheit einsetzt.
Ich bitte Sie: Unterstützen Sie die Arbeit der Welthungerhilfe auch in diesem Jahr mit Ihrer Spende. Verhelfen Sie Frauen zu mehr Gerechtigkeit und lindern Sie auch dadurch den Hunger überall auf der Welt.
Vielen Dank!
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