Afrika ist arm - aber mit großen regionalen Unterschieden

... aber es gibt große UnterschiedeAfrika südlich der Sahara ist die ärmste Region der Welt. Nirgends sonst wird voraussichtlich kein einziges der so genannten Millenniumsziele erreicht werden, die zur Halbierung der weltweiten Armut ausgerufen wurden. Doch zugleich verzeichnet der Kontinent ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von rund fünf Prozent – und das in einigen Ländern schon seit Jahren.
Investitionen aus China
Viele Länder Afrikas profitieren von den derzeit hohen Weltmarktpreisen für mineralische Rohstoffe. Insbesondere der steigende Bedarf an Erdöl und Erzen in China beschert vielen Ländern steigende Exporterlöse. Zudem investiert China in die Infrastruktur einiger wichtiger Länder - wie etwa Nigeria oder Angola.
Wohlstand für wenige
Allerdings hat das Wirtschaftswachstum bisher nur in wenigen Staaten zu mehr Wohlstand für die breite Bevölkerung geführt. Noch immer lebt die Mehrheit der Bevölkerung von der Landwirtschaft, die im Schnitt aber nur ein Siebtel zum Bruttosozialprodukt beiträgt. Gerade die bäuerliche Bevölkerung leidet stark unter den Dumpingpreisen, zu denen die Industrieländer hoch subventionierte Agrarprodukte auf den Markt werfen.
Verlierer: Südliches Afrika
Besonders schwierig ist die Situation im südlichen Afrika. Vor allem dort macht Aids fast alle wirtschaftlichen Erfolge zunichte. In Botswana beispielsweise ist das Bruttosozialprodukt je Einwohner dank reicher Diamantenvorkommen auf über 4.300 Dollar gestiegen. Doch fast ein Viertel der erwachsenen Bevölkerung ist mit HIV infiziert – die Lebenserwartung ist seit 1985 von 65 auf 35 Jahre gefallen.
Schwächung durch Kriege
Wirtschaftlich besonders gut stehen kleine Inselstaaten wie die Seychellen oder Mauritius da, in denen der Tourismus boomt. Große Länder wie der Sudan oder die Demokratische Republik Kongo leiden weiterhin unter blutigen Bürgerkriegen. In Nigeria haben die Menschen bisher nicht von den Milliardeneinnahmen profitiert, die das Land mit dem Export von Erdöl einnimmt. Nigeria gilt als typisches Beispiel dafür, wie korrupte einheimische Eliten in Zusammenarbeit mit internationalen Konzernen ein eigentlich reiches Land regelrecht plündern.
(Karl-Albrecht Immel; Stand: Januar 2007)
