Armut

Die Frau sucht auf einer Müllkippe auf der Insel
Simeulue in Indonesien nach Verwertbarem.
© Lohnes Armut bezeichnet ganz allgemein den Mangel an Gütern, die zum Überleben benötigt werden. Armut kann relativ und absolut verstanden werden. Als relativ arm gilt, wessen Lebensstandard erheblich unter dem Durchschnitt der eigenen Gesellschaft liegt. Als absolut arm gelten Menschen, die nicht über ausreichend Güter wie Nahrung, Kleidung und Wohnung für eine menschenwürdige Existenz verfügen. Relative Armut ist auch in Industrieländern häufig, absolute Armut ist vor allem ein Problem von Entwicklungsländern. Dort besteht eine enge Wechselwirkung zwischen Hunger und Armut.
UNO und Weltbank bezeichnen Menschen als absolut arm, die weniger als den Gegenwert eines US-Dollars am Tag zur Verfügung haben. Dies trifft dem World Bank Annual Report 2007 zufolge auf knapp 1 Milliarde Menschen zu, also etwa 15 Prozent der Weltbevölkerung. Die meisten absolut Armen leben im bevölkerungsreichen Süd- und Ostasien. Der Anteil der Armen an der Bevölkerung ist in Afrika mit rund 41 Prozent mit Abstand am höchsten.
Die Zahl der absolut Armen sinkt weltweit außer in Afrika. Diese Zahlen der Weltbank bilden recht gut die Zu- oder Abnahme der Armut ab, nicht aber die Unterschiede zwischen Ländern. Eine weltweit einheitliche Armutsgrenze ist wenig sinnvoll, und Armut ist mehr als Mangel an Einkommen. Zugang zu öffentlichen Gütern wie Bildung und Gesundheitsversorgung ist ebenso wichtig. Auch der Ausschluss von Rechten und vom sozialen Leben sind Aspekte von Armut.
Nimmt man Kindersterblichkeit und Mangelernährung als Indizien, dann sind der größte Teil Afrikas, Afghanistan, große Teile Nordindiens und Pakistans sowie Teile Zentralamerikas und der Andenregion am stärksten von absoluter Armut betroffen. In Afrika und Asien leben drei Viertel der Ärmsten auf dem Land, in Lateinamerika über 60 Prozent in städtischen Slums.
