Bärbel Dieckmann zum Internationalen Frauentag. Weltfinanzkrise: "Frauen in Aufsichtsräten und Gremien hätten vielleicht die richtigen Fragen gestellt!"

Bärbel Dieckmann, Präsidentin der
Welthungerhilfe. © Jungeblodt/WHHBärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe, erläutert im Vorfeld des Weltfrauentags 2009 (08. März) ihre Sicht auf die internationale Lage der Frauen. Sie betont, dass Frauen oft die zuverlässigeren Partner etwa in Mikrokreditprogrammen sind, gleichzeitig aber nach wie vor stärker unter kriegerischen Konflikten leiden. Mit Blick auf die Weltfinanzkrise glaubt Frau Dieckmann - aus eigener Erfahrung - auch, dass ein höherer Frauenanteil in Vorständen und Aufsichtsräten vielleicht einges verhindert hätte. Und schließlich verrät sie ihr persönliches Motto zum Weltfrauentag: "Frauen wollen nicht nur die Hälfte des Himmels, sondern auch die Hälfte der Erde."
Mit Blick auf die aktuelle Weltfinanzkrise: Was sagen Sie zu der These, dass die Krise so nicht passiert wäre, wenn mehr Frauen in zentralen Funktionen von Unternehmen und Banken arbeiten würden?
Frau Dieckmann, Sie sind seit vielen Jahren auf beiden Seiten dese Äquators beruflich tätig - wie ist die Situation von Frauen in Ländern des Südens – besonders mit Blick auf Krisen und Konflikte?
Wie versuchen sich Frauen in Notsituationen zu helfen – und wo kann sie die Welthungerhilfe dabei unterstützen?
Was sind die Schlüsselfaktoren zur Verbesserung der Lage der Frauen in Entwicklungsländern?
In Ihrer konkreten Arbeit - wo spüren Sie Vorteile in der direkten Zusammenarbeit mit den Frauen – und: Gibt es nicht die Gefahr des gegeneinander Ausspielens der Geschlechter?
Stichwort – "Geldmanagement": Immer wieder ist zu hören, dass Frauen auch in der so genannten "Dritten Welt" besser mit Finanzen umgehen können. Stimmt das?
Stichwort "Internationaler Frauentag": Glauben Sie, dass man diesen Tag eines Tages nicht mehr brauchen wird, weil eines Tages gleiche Rechte für Frau und Mann weltweit herrschen?
Bei der Arbeit mit Frauen in anderen Kulturen können leicht Konflikte in der Gesellschaft entstehen, wenn verschiedene Weltbilder auf einander treffen. Besteht nicht die Gefahr, dass westliche humanitäre Organisationen ihre Ideen in ihren Projekten den Frauen und Männern überstülpen?
