Bärbel Dieckmann:
Die Menschen haben ein Recht auf Nahrung

Bärbel Dieckmann kam 1949 in Leverkusen als Tochter eines Diplomaten zur Welt. Einen Teil ihrer Kindheit verbrachte sie deshalb im Ausland und ging im italienischen Genua auf die Deutsche Schule. Doch Bonn ist ihre Heimat: Hier studierte Bärbel Dieckmann Philosophie, Geschichte und Sozialwissenschaften, hier unterrichtete sie Gymnasialschüler und hier wurde sie zur Oberbürgermeisterin gewählt. 15 Jahre stand sie der Stadt vor.
Und es war eine intensive Zeit: Als der Sitz der Bundesregierung nach Berlin zog, schaffte sie es, dass Bonn eine Stadt von internationaler Bedeutung blieb. Nicht nur das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, auch zahlreiche Nichtregierungsorganisationen, wissenschaftliche Institute und UN-Institutionen hat sie gehalten oder neu angeworben.
Wichtige persönliche und berufliche Erfahrungen machte die Sozialdemokratin während ihrer Zeit als Oberbürgermeisterin der UN-Stadt. Vieles davon ist auch für ihre Arbeit bei der Welthungerhilfe von Vorteil: die Organisation von Projekten, der Umgang mit Menschen, das Knüpfen internationaler Kontakte. Außerdem ist Bonn der Sitz von über 150 Nichtregierungsorganisationen. Viele von ihnen sind in der Entwicklungszusammenarbeit tätig – und Bärbel Dieckmann hat ihre Arbeit stets interessiert verfolgt. Auch die Welthungerhilfe kennt die engagierte Politikerin von gemeinsamen Projekten aus ihrer Zeit als Stadtoberhaupt.
So war der Sprung von der Spitze der UN-Stadt Bonn an die Spitze eine der größten deutschen Hilfsorganisationen nicht weit. Für Dieckmann ist die Arbeit als Präsidentin der Welthungerhilfe die ideale Weiterführung ihres bisherigen Engagements und die Erfüllung eines Traums. Die, die sie am besten kennen, sagten: "Das ist das Richtige für dich!"
Dieckmann ist überzeugt von dem Menschenrecht auf Nahrung, und auch davon, dass nur durch eine partnerschaftliche Zusammenarbeit Meilensteine wie die Millenniumsziele erreicht werden können. So ist es der enge Kontakt mit den Partnern und der politische Dialog, der Dieckmanns Engagement ausmacht. Auf ihren zahlreichen Reisen in die Projektgebiete der Welthungerhilfe ist sie es, die auf die Menschen zugeht und ein Gespräch mit ihnen beginnt. Ihre Mehrsprachigkeit und ihr echtes Interesse an den Menschen helfen ihr, das Vertrauen des Gegenübers zu gewinnen. Die ehemalige Lehrerin und Oberbürgermeisterin weiß auch um die Schlüsselrolle von Bildung für Entwicklung. Dabei lebt sie die Grundidee der Arbeit der Welthungerhilfe – dass Hilfe zur Selbsthilfe am Ende den größten Erfolg bringt. Denn Glück ist in Dieckmanns Augen, "wenn man die Möglichkeit hat, sein Leben zu gestalten, persönliche Entscheidungen zu treffen, und sich zu engagieren."
Mit der Übernahme des Amts der Präsidentin der Welthungerhungerhilfe übernahm Bärbel Dieckmann 2008 auch eine große Verantwortung. Da ist zum einen die Erwartung der Menschen in den Projektgebieten der Welthungerhilfe und die Herausforderung, Opfern von Katastrophen schnell die richtige Hilfe zukommen zu lassen. Zum anderen erwarten Spenderinnen und Spender – zu Recht –, dass ihr Beitrag transparent und sinnvoll eingesetzt wird. Bärbel Dieckmann nimmt diese Verantwortung an und sieht es als ihre Pflicht, sich bei Besuchen von Projekten und in Katastrophengebieten sowohl von der geleisteten Hilfe zu überzeugen, als auch den Unterstützern der Welthungerhilfe Zeugnis über die Arbeit vor Ort abzulegen.
