Nachhaltige Produktion von Baumwolle für sichere Einkommen in Afrika


Frauen beim Ernten von Baumwolle in Burkina
Faso. © DWHH

Etwa 20 Millionen Menschen in Subsahara-Afrika verdienen ihren Lebensunterhalt mit dem Baumwollanbau. Baumwolle ist nach Kaffee und Kakao das wichtigste Exportgut Afrikas. Das Label "Cotton made in Africa" will die afrikanische Baumwolle aus dem Schatten herausholen. Gleichzeitig soll das Projekt dem sinkenden Weltmarktpreis für Baumwolle begegnen. Dass es auch Kriterien ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit entspricht, dafür sorgt die Deutsche Welthungerhilfe mit anderen internationalen Partnern sowie großen Mode- und Textilunternehmen.

 

 


Baumwollernte.
© Grossmann
Mehr Einkommen, höhere Nachfrage

 

"Cotton made in Africa" heißt das Projekt, an dem sich die Welthungerhilfe mit anderen internationalen Partnern und großen Unternehmen der Textil- und Modebranche beteiligt. Die Idee dahinter: Ein neuer Ansatz im nachhaltigen Baumwollanbau soll afrikanischen Kleinbauern ein höheres Einkommen verschaffen und gleichzeitig die Nachfrage nach Baumwolle steigern. In der Saison 2007 wurden in den Ländern Benin, Burkina Faso und Sambia im Rahmen des Projekts gut  35.000 Tonnen Baumwolle geerntet. Das ist nur ein Bruchteil der zwei Millionen Tonnen, die insgesamt in Afrika geerntet werden – der zweitgrößte Baumwollexpoteur auf dem Weltmarkt nach den USA.



Baumwolle. © DWHH
Bessere Ernte durch Ausbildung

Langfristig soll der nachhaltige Anbau auf 200.000 Tonnen ausgeweitet werden. Wie das geht, verdeutlichen erste vorläufige Zahlen aus Sambia. Sie besagen, dass in der Saison 2005/2006 der durchschnittliche Farmer - ohne "Cotton made in Africa"-Ausbildung - einen Ertrag von 440 kg pro Hektar hatte. Der durchschnittliche "Cotton made in Africa"-Farmer brachte es auf  788 kg. Der durchschnittliche Lead-Farmer, das sind ausgewählt gute, zuverlässige und geschulte Farmer, die die anderen Bauern betreuen, erzielte sogar 1.413 kg.

 


Die Ernte. © DWHH

Qualität ohne Aufpreis

Durch die verbesserten Anbaumethoden lassen sich also beträchtliche Mengen Baumwolle produzieren. Damit der Absatz stimmt, muss die Baumwolle preisgünstig sein. Sie darf nicht mehr kosten als herkömmlich produzierte Baumwolle. Bio-Baumwolle blieb immer ein kleines Segment, weil sie relativ teuer ist. "Cotton made in Africa" dagegen eignet sich sehr gut für Produkte in bester Qualität zu erschwinglichen Preisen. Denn es ist ein qualitativ hochwertiges Erzeugnis, das dennoch ohne Aufpreis verkauft werden kann.

 

 


Pflückerin mit Kind. © DWHH

Entwicklung von Standards

Hohe Erträge und höhere, pünktlich bezahlte Einkommen für die Produzenten stehen im Vordergrund. Auf den Einsatz von Pestiziden wird dabei nicht vollständig verzichtet, vielmehr werden die Kleinbauern im effizenten und umwelt- und gesundheitsschonenden Umgang mit den Inputs geschult.  Um die  Lebensbedingungen der Baumwollproduzenten in Subsahara Afrika zu verbessern, zielt das Projekt mit den großen Erntevolumen auf den Massenmarkt. Dafür ist es  erforderlich, die Rohware auf dem Weltmarkt zu normalen Weltmarkthandelspreisen anbieten zu können. Ein Prinzip das aufgeht, schon jetzt wird Cotton made in Africa Baumwolle für unterschiedlichste Textilien eingesetzt: vom T-Shirt über Jeans bis hin zur Bettwäsche. 

(Stand: Juli 2008)
 




Kurz & knapp

Cotton made in Africa

Die Partner

- Otto Group
- Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
- Deutsche Entwicklungsgesellschaft (DEG)
- Welthungerhilfe
- Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ)
- Tom Tailor GmbH
- WWF Deutschland
- NABU
- Accenture
- McCann Erickson
- Avery Dennison
- Tchibo
- Dunavant S.A.

Weitere Informationen

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