Über sechs Millionen Menschen obdachlos durch Wirbelsturm "Aila" im Golf von Bengalen

Viele Menschen verloren durch den Sturm ihr gesamtes Hab und Gut.
Viele Menschen in Indien und Bangladesch
verloren durch den Sturm ihr gesamtes Hab
und Gut.
(29.05.2009). Mehr als sechs Millionen Menschen sind von den Folgen des Zyklons Aila betroffen, der am Montag (25.05.2009) in Indien und Bangladesch für heftige Zerstörungen sorgte. Allein über eine Million Sturmopfer meldet die Partnerorganisation der Welthungerhilfe, Sri Ramkrishna Ashram Nimpith (SRAN), in ihrem Projektgebiet in den Sundarbarns, in dem die Welthungerhilfe schon seit 30 Jahren tätig ist. Das Flussdelta besteht aus 102 Inseln und liegt südlich von Kalkutta am Golf von Bangalen.

"Was die Betroffenen momentan am meisten benötigen sind Nahrungsmittel, Trinkwasser, Medikamente und trockene Plätze für provisorische Unterkünfte", berichtet Dr. Bernhard Höper, Regionalkoordinator der Welthungerhilfe für Indien. Die Partnerorganisation der Welthungerhilfe, SRAN, hat sofort mit den Hilfsmaßnahmen begonnen. Im Projektgebiet selbst, um Praterpratima, wurden 120.000 Menschen obdachlos, 152 Dörfer stehen unter Wasser. Mitarbeiter der Organisation und Freiwillige aus umliegenden Dörfern sind mit Booten zu schwer erreichbaren Inseln gefahren, haben dort provisorische Küchen eingerichtet und Mahlzeiten für die Menschen gekocht, die durch den Zyklon ihr gesamtes Hab und Gut verloren haben. Da die Brunnen versalzen bzw. mit Brackwasser vollgelaufen sind, muss vor Ort das Trinkwasser aufbereitet werden; teilweise wird es mit Booten herangeschafft. Viele Deiche müssen wieder repariert werden.

 

 

Land unter nach Sturmtief Aila.
Land unter nach Sturmtief
Aila.
Alle Jahre wieder: Überflutungen und Leid

"Jedes Jahr treffen Wirbelstürme auf diese extrem arme Region. Das ist besonders tragisch, da die Menschen sowieso schon am absoluten Existenzminimum leben", so Höper weiter. "Gefährlich wird es vor allem dann für die eingedeichten Inselngemeinden, wenn gerade bei Flut das vom Meer kommende Salzwasser durch den Wirbelsturm aufgetürmt wird und die Deiche einreißen lässt". Mit rasanter Schnelligkeit füllen sich dann bei einem Zyklon wie Aila die Flüsse, die aus dem Himalaya kommen, und treten in den flachen, in Meernähe befindlichen Gebieten sofort über die Ufer.

 

Die zerstörische Kraft des Wassers

Die Kraft des Wassers ist so stark, dass es kilometerweit ins Landesinnere reicht. Im Küstenbereich bringt es das Gleichgewicht zwischen Ebbe und Flut völlig aus dem Gleichgewicht: Ganze Inselgemeinden werden dann überflutet, die Infrastruktur zerstört und Meerwasser versalzt Felder und kostbaren Ackerboden. Vor allem Reis, Gemüse und Sonderkulturen verrotten im feuchtwarmen, stehenden und nicht abfließenden Wasser. Die Ernteerträge der kommenden Saison sind dadurch akut in Gefahr - Armut und Hunger verstärken sich.

Bis die Situation sich wieder normalisiert, werden noch einige Wochen vergehen. Die  Angst im Delta wird bleiben, dass bei jeder neuen Flut wieder alles überschwemmt werden könnte.

 

 

Euro

Letzte Änderung an dieser Seite: 29.05.2009
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