Binnenvertriebene

Binnenvertriebene in Eritrea. © Boness
Binnenvertriebene in Eritrea. © Boness
Binnenvertriebene (Internally Displaced Persons, abgekürzt IDPs) sind Zivilisten, die von ihrem Wohnort vertrieben wurden, aber ihr Heimatland nicht verlassen haben. Dies unterscheidet sie von Flüchtlingen, die über eine Staatsgrenze fliehen.

Binnenvertriebene sind besonders verwundbar. Sie stehen nicht unter dem Schutz der UN-Flüchtlingskonvention, der zufolge Flüchtlinge im Gastland ein Mindestmaß an Schutz und Versorgung erhalten müssen.

IDPs sind auf die Regierung des eigenen Staates vangewiesen, die sie häufig nicht schützen kann oder will, so dass die Mehrheit auch nach der Flucht von Gewalt bedroht ist. Viele Binnenvertriebene haben zudem ihren Lebensunterhalt verloren und sind Hunger und Seuchen ausgesetzt.

Im Jahr 2005 lebten in mindestens 50 Ländern schätzungsweise insgesamt 24 Millionen Binnenvertriebene, die vor Kriegshandlungen, Gewalt oder Menschenrechtsverletzungen geflohen waren (ohne die vor Naturkatastrophen Geflohenen). 70 bis 80 Prozent sind Frauen und Kinder, die Hälfte findet sich in Afrika. Besonders viele IDPs leben im Sudan (bis 6 Millionen), Kolumbien (bis 3,6 Millionen), Uganda (bis 2 Millionen), der Demokratischen Republik Kongo (bis 2,3 Millionen) und neuerdings im Irak (bis 1,3 Millionen). Die Gesamtzahl geht kaum zurück, während die Zahl der Flüchtlinge 2005 auf den niedrigsten Stand seit 25 Jahren gesunken ist.

© Copyright 2011 Deutsche Welthungerhilfe e.V. – ImpressumKontaktDatenschutz