Bericht aus Burkina Faso: staubige Trockenheit bei 40 Grad – und viele Lichtblicke

Burkina Faso - staubige Trockenheit bei 40 Grad. © Goldmann
Burkina Faso - staubige Trockenheit bei 40 Grad. © Goldmann

Liebe Userinnen und User,
im Rahmen unserer diesjährigen Städtepartnerschaft mit Düsseldorf besuche ich mit einer kleinen Gruppe unser Millenniumsdorf Kongoussi in Burkina Faso, um mich über den Projektstand vor Ort zu informieren. Uns erwarten fünf Tage im heißesten Monat des Jahres: 40° Durchschnittstemperatur! Dementsprechend ist es überall extrem trocken. Die Straßen sind zu großen Teilen nicht geteert und könnten in der Trockenzeit fast überall „Straßen des Staubs“ heißen. Viele Menschen sind mit Mundschutz unterwegs, denn jedes Fahrzeug und jeder Windstoß wirbelt die rote Erde in feinsten Körnchen zu einem dichten Nebel auf. Ich sehe viele hustende Kinder. Das liege wohl nicht nur an dem Staub, der eine Belastung für die Atemwege darstellt, erklärt uns der Präsident unserer Partnerorganisation „Zood Nooma“, Oskar Sawadogo. In der kühleren Regenzeit schlafen viele Kinder ohne Decken und sind dadurch sehr häufig erkältet.

Bei der Ankunft in den Dörfern, die wir unterstützen, werden wir von den jeweiligen Autoritäten sehr herzlich empfangen. Unsere Reisekleidung erscheint uns im Vergleich zu den farbenprächtigen, zweiteiligen, auf Figur geschnittenen Kleider – fad und langweilig. Wir dürfen einen Blick in die Hütte des Dorfchefs werfen. Im Vergleich zu den anderen Hütten ist sie relativ groß und besitzt sogar eine Art „Innenhof“. Daran angrenzend befinden sich die kleineren Hütten seiner drei Frauen, die dort jeweils mit ihren Kindern leben.

Um den Ernährungszustand der Kleinkinder zu ermitteln, besteht in dem Dorf Kourpulé für alle umliegenden Orte die Möglichkeit, alle Kinder unter fünf Jahren einmal monatlich wiegen und von einer Fachkraft auf den Gesundheitszustand prüfen zu lassen. Jedes Kind erhält eine Karte mit Wiege- und Wachstumskurve. Zusätzlich gibt es eine Portion Gemüse-Hirsebrei, auf die sich die Kinder sichtlich freuen. Die geschulten Mitarbeiterinnen von Zood Nooma zeigen den Müttern, wie der angereicherte Brei aus den ihnen zur Verfügung stehenden Zutaten gekocht wird. Dieser Brei ist wichtig für die Gesundheit der Kinder sowie den Müttern. Denn der übliche „Tô“, ein trockener und vitaminarmer Hirsebrei und Nahrungsgrundlage in kargen regenarmen Zeiten, führt aufgrund seines unzureichenden Nährwertes häufig zu Erscheinungen von Mangelernährung. 19 Prozent der Kinder unter fünf Jahre sind von akuter und 39 Prozent von chronischer Unterernährung betroffen.

In den angrenzenden Dörfern schauen wir uns weitere Projektfortschritte an. Zum Beispiel die verbesserten Öfen, auf denen die Frauen mit wesentlich weniger Holz Hirsebier kochen können und sich damit etwas Einkommen verschaffen. Die Speicherhütten, in denen das Gemüse fachgerecht gelagert werden kann und bis zum Ende der Saison hält. Wir betrachten die effektiven Steinwälle, die in horizontaler Linie zum Wasserverlauf die Felder vor Erosion schützen. Oder die mit Hilfe einer Pumpe vom Bam-See bewässerten Gemüsefelder, die auch in der Trockenzeit eine gesunde Ernährung ermöglichen. In den beiden neuen Schulen tummeln sich etliche motivierte Schüler.

Nach fünf Tagen Aufenthalt in Kongoussi geht es für uns wieder zurück nach Deutschland. Dorthin, wo wir nur den Wasserhahn aufdrehen müssen und schon haben wir sauberes Trinkwasser. Wo es in Supermärkten die gesündesten und leckersten Dinge zu kaufen gibt – auch mit kleinem Geldbeutel. Wo es zwar manchmal etwas zu oft regnet, das Klima aber dennoch wunderbar zu ertragen ist. Nach dieser Reise sehe ich die Welt wieder mit anderen Augen… nachhaltig. Und hoffe, dass in diesem Jahr in Düsseldorf so viel tolle Veranstaltungen zustande kommen, dass dieses Projekt komplett gesichert werden kann. Packen wir´s an!

Liebste Grüße,

Irene Sunnus

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