Bericht aus Kenia: Etwas Regen lässt die Felder kurzzeitig erblühen – doch leider ohne Nutzen

Dürre 2009 in Kenia: Die Ernte wird ausfallen.
Dürre 2009 in Kenia: Die Ernte wird ausfallen.

Liebe Leserinnen und Leser,

seit knapp drei Tagen bin ich nun in Kenia, um für die Welthungerhilfe die Dürre-Situation im Land zu untersuchen. Meine erste „Amtshandlung“ hatte allerdings erst einmal einen reinem Selbstschutz-Zweck: Nachts attackierten mich die schwirrenden Moskitos so erbarmungslos, dass nur das Aufspannen meines Netzes mir ein bisschen Schlaf ermöglichte.

Doch am Tag ging es sofort raus in unser Projektgebiet nach Makindu, einem Ort zwischen Mombasa und Nairobi. Was ich dort sah, hatte ich nicht erwartet: Sprießendes Gras, helle grüne Felder, geradezu jungfräulich, schön anzusehen – aber leider ohne Nutzen für die Menschen. Nicht zu gebrauchen. Der kurze Regen gestern, der die ausgetrockneten Felder zum Leben erweckte, kam einfach zu spät. Die Samen hätten das Wasser viel früher gebraucht, sie können nicht mehr aufgehen. Und die Trockenzeit steht bereits schon vor der Tür. Die Ernte wird ausfallen. So werden die kleinen Pflänzchen eine nur sehr geringe Lebenserwartung haben und ungenutzt wieder eingehen.

Und das ist fatal. Denn die Preise für Nahrungsmittel sind viel zu hoch für den Großteil der Bevölkerung. Wie ich gesehen habe, werden auf dem Markt zwar momentan noch Mais, Mangos, ein paar Tomaten und Kartoffeln angeboten. Aber sie sind einfach viel viel viel zu teuer. Hülsenfrüchte wie Bohnen, einem Grundnahrungsmittel der Menschen dort, gibt es gar nicht.

In den nächsten Tagen werde ich noch weitere Dörfer im Südosten Kenias besuchen. Bis zu meinem nächsten Bericht viele Grüße,
Birgit

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5 Kommentare

  • Sven sagt:

    Es ist erschreckend zu sehen und zu hören wie auf der einen Seite der Erde Nahrungsmittel importiert werden und Felder einer Dauerbewässerung ausgesetzt sind (z.B. Frankreich), während auf der anderen Seite der Erde Grundnahrungsmittel fehlen und nicht einmal eine Grundbewässerung möglich ist.

    Dennoch muss man sagen, dass es dabei nicht gerade Hilfreich ist, wenn z.B. in Europa die Landwirtschaft hoch subventioniert wird um sich von Importen zu schützen und gleichzeitig bei der dadurch entstehenden Überproduktion und dessen Export den Produzenten anderswo die Lebensgrundlage entzogen wird.

    Traurig, dass nach über 20 Jahren Entwicklungshilfe noch immer agiert wird, als würde man es zum ersten mal machen. Traurig auch für all die engagierten ehrenamtlichen Entwicklungshelfer, denen auf diese Weise jahrelange Arbeit in kürzester Zeit zunichte gemacht wird.

  • Phil sagt:

    Hallo Birgit,

    habe soeben deinen Artikel über Kenia gelesen und muss sagen, dass es erschreckend ist, in welcher Armut die Menschen dort zu leben haben. Das bestätigt noch mehr meine echten Eindrücke, die ich vor 3 Jahren erhalten habe, als ich selbst dort Urlaub gemacht habe. Es war meinerseits zwar eine kulturelle Reise, dennoch aber hat man am Rande stets mitbekommen, welches Elend dort herrscht.

    Es ist immer wieder bewundernswert, Menschen wie dich zu finden, die sich in armen Ländern engagieren. Vor solchen Leutenist echt der Hut zu ziehen, denn ich habe bisher nicht viele kennengelernt, die sich für arme Menschen in Not organisieren.

    Ich wünsche dir alles Gute und würde mich sehr freuen, vielleicht noch mehr (aktuelle) Beiträge von dir zu lesen.

    Liebe Grüße,
    Phil

  • Birgit Zeitler sagt:

    Hallo Phil,

    vielen Dank für Deinen Beitrag. Ich befinde mich zur Zeit wieder in Kenia und während Nairobi grau und recht kühl ist, ist es im Südosten also einem unserer Projektgebiete sonnig und warm. In meinem nächsten Blogeintrag werde ich davon berichten.

    Ich grüße dich ganz herzlich,
    Birgit

  • Edith sagt:

    Liebe Birgit,

    ich verfolge deine Arbeit und Beiträge schon seit längerer Zeit und möchte dir echt mal meine Respekt aussprechen. Ich finde es einfach bewundernswert, wie du dich für die armen Menschen in Kenia einsetzt. Leider findet man heutzutage nicht mehr viele Menschen, die sich für die Armut aufopfern und verschen, armen Menschen zu helfen. In unserer heutigen ICH-Gesellschaft ist irgendwie der Gedanke an den Nächsten / an die Mitmenschen etwas verloren gegangen, was total traurig ist.

    Ich habe im Rahmen meines Studiums ein Auslandssemester in Ughanda verbracht und dort am eigenen Leibe miterlebt, in welcher Armut die Menschen dort leben. Die Menschen sind so nett und zeigen einem ihre größte Dankbarkeit, wenn man ihnen nur ein bisschen Hilfe anbietet. Ich finde das so toll, denn diese Menschen sind wirklich noch „Menschen“ geblieben. Dort herrscht keine Oberflächlichkeit und Ellbogentechnik wie teilweise in unseren Breiten. Obwohl die Menschen dort so arm sind, wissen sie, was es heißt, ein Mensch zu sein und dieser auch zu bleiben.

    Ich wünsche dir herzlichst alles Gute und weiters viel Stärke und Freude an deiner Arbeit. Freue mich wieder weitere Beiträge von dir zu lesen.

    Viele liebe Grüße aus Österreich,
    Edith

  • Edith sagt:

    Hallo Birgit,

    wollte mich mal erkundigen, wie es dir in Kenia so ergangen ist? Hast du wieder vielen Menschen helfen können? Gerade jetzt vor der Weihnachtszeit wollte ich dich fragen, ob man denn den Kleinen eine kleine Aufmerksamkeit schicken kann, die auch wirklich dort unten ankommt, wo sie ankommen soll? Oder feiern die Kinder dort kein Weihnachten.

    Freu mich auf eine Nachricht von dir.

    Ich grüße dich ganz herzlich,
    Edith

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