Bericht aus Kenia: Viele Wasserstellen sind nur noch braune, hohle Löcher

Monate ohne Regen verwandeln Wasserstellen in Matschlöcher. © Maedje
Monate ohne Regen verwandeln Wasserstellen in Matschlöcher. © Maedje

Liebe Leserinnen und Leser,

nach mehreren Tagen in unserem Projektgebiet in Makindu bin ich gestern wieder nach Kitui zurückfahren.

Beim letzten Mal berichtete ich über die jungen, grünen Sprösslinge, die sich aus dem Boden kämpften in der Hoffnung auf Wasser. Wie erwartet haben sie sich nicht lange halten können. Überall staubt der Boden vor Trockenheit. Der Verwaltungsbeamte des Distrikts erzählte mir, dass der letzte, richtige Regen am 9. November 2008 niederprasselte. Danach tröpfelte es nur noch wenige Male – nicht genug, um dem Boden zum Leben zu erwecken.

Die Wasserstellen bestehen mittlerweile nur noch aus hohlen, leeren Löchern. Täglich müssen sich die Frauen auf den beschwerlichen Weg machen, um etwas Wasser für den Tag zu bekommen: Über fünfzehn Kilometer Fußmarsch für einen Weg bei glühender Hitze – eine kaum vorstellbare Strapaze.

Um sich ein bisschen Geld zu verdienen, produzieren viele Menschen in der Region Holzkohle und verkaufen diese auf den Märkten. Das ist zwar offiziell verboten, doch daran hält sich kaum jemand. Denn hier geht es um das schiere Überleben. Erstaunlich finde ich, dass die von der Dürre betroffenen Menschen sich verhältnismäßig gut mit der dramatischen Situation arrangieren. Als „von Gott gegeben“ empfinden sie ihre kaum erträgliche Lage. Vielleicht hilft diese Einstellung den Menschen ja vor der völligen Resignation…

Für mich geht es gleich weiter mit dem Auto nach Nairobi. Am Montag (16.2.) fliege ich zurück nach Deutschland und werde mit den KollegInnen der Welthungerhilfe die Ergebnisse meiner Lageinschätzung sowie die weitere Planung besprechen.

Bis bald wieder,

Birgit

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