Besuch aus Deutschland schenkt uns Motivation

Nothelfer Jürgen Mika freut sich über den Besuch von Gudrun Bauer in Pakistan.

Jetzt bin auch ich zum Flutopfer geworden: Nach stundenlangem Regen stand am Sonntag plötzlich mein Zimmer im Guesthouse unter Wasser. Die starken Niederschläge in den vergangenen Tagen und Wochen hatten das Mauerwerk so aufgeweicht, dass das Wasser durch die Wände gesickert und direkt in mein Zimmer gelaufen ist. Das ist zwar alles andere als angenehm – all meine Sachen sind durchweicht und ein paar Dinge sind gar nicht mehr zu gebrauchen. Aber im Gegensatz zu den Menschen hier weiß ich, dass ich mit den Folgen der Flut nur eine kurze Zeit leben muss und dann wieder nach Hause zurückkehren kann.

Unsere Arbeit im Katastrophengebiet geht im Rahmen der Möglichkeiten gut und schnell voran. Nach meiner Rückkehr von der Erkundungsfahrt nach Punjab im Süden Pakistans haben wir 5.000 Kisten mit Hygieneartikeln gepackt. Nun ist alles für die nächste Verteilung vorbereitet. Heute werden wir in den Distrikt Nowshera fahren. Dort haben wir schon vor etwa einer Woche die Menschen mit Mehl, Wasser und Bohnen versorgt. Das Wasser hat sich zwar inzwischen weitgehend zurückgezogen, doch die Menschen leiden schwer unter den Folgen der Flut. Vielen fehlt noch immer das Nötigste. Deshalb werden wir an etwa 1.000 Menschen Hygiene- und Haushaltsartikel verteilen: Seife, Filter, Wasseraufbereitungstabletten, Eimer und Decken. Verteilungen sind für mich auch nach vielen Einsätzen in Katastrophengebieten immer wieder ein bewegender Moment. Es ist toll die Freude der Menschen zu sehen, wenn sie in den Händen halten, was sie so dringend brauchen.

Heute wird es eine ganz besondere Verteilung, denn wir sind in besonderer Begleitung: Seit gestern sind Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe und Gudrun Bauer, Verlegerin aus Hamburg und langjährige Unterstützerin der Welthungerhilfe, bei uns in Pakistan. Sie wollen sich ein Bild von der Zerstörung und von unserer Arbeit vor Ort zu machen und davon zu Hause berichten. Bärbel Dieckmann hat mir gesagt, dass sie am Donnerstag zu Gast im ZDF-Studio ist und erzählen wird, wie die Menschen unter den Auswirkungen der Flut leiden und wie wir ihnen helfen. Der Besuch der beiden Frauen ist für mich und das Team hier eine unglaubliche Motivation. Und die werden wir brauchen um die anstrengende Arbeit weiterhin durchhalten und das Leid der Menschen ertragen zu können.

Immer wieder werden neue Gebiete plötzlich überflutet. Es regnet noch immer, zum Teil sehr heftig. Die Arbeit scheint nicht aufzuhören und ich bin sehr froh, dass wir hier nicht alleine sind um den Menschen zu helfen: Eine so gute Zusammenarbeit wie mit unseren Alliance2015-Partnern von Concern, Cesvi und People In Need habe ich noch nicht erlebt. Das ist ein großer Glücksfall für uns alle.

Bevor wir jetzt nach Nowshera fahren, möchte ich Ihnen ganz herzlich für Ihre Unterstützung und Ihre Kommentare zu meinen Blogbeiträgen danken. Auch für Ihre kritischen Fragen, denn wenn ich weiß, was sie bewegt, kann ich auf Ihre Bedenken reagieren. Und Ihnen hoffentlich ein anderes Bild von den Menschen hier vermitteln. Denn ohne Ihre Unterstützung können wir den Flutopfern in Pakistan nicht helfen.

Es grüßt Sie herzlich aus Pakistan

Jürgen Mika

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