Besuch im Flüchtlingslager Dadaab – Hilfe wird dringend benötigt

Bärbel Dieckmann im Flüchtlingscamp Dadaab
Bärbel Dieckmann im Flüchtlingscamp Dadaab.

Liebe Leserinnen und Leser,

gerade bin ich von einer Reise aus Kenia zurückgekehrt, auf der ich Dirk Niebel, den Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, begleitet habe. Eines meiner eindrücklichsten Erlebnisse war mein Besuch im östlich gelegenen Flüchtlingslager Dadaab.

Es gilt zurzeit als größtes Flüchtlingslager der Welt. Über 400.000 Menschen halten sich hier auf, darunter sind viele Kinder. Täglich kommen rund 1.500 Flüchtlinge hinzu, die nicht wissen, wo sie sonst hin sollen. Doch Dadaab ist ein trauriger Ort – er liegt mitten in der Wüste. Hier ist es staubig, heiß und trocken. Selbst wenn der langerwartete Regen endlich kommen würde, muss ich einsehen: Den Menschen, die hier in Dadaab leben, würde ergiebiger Regen zunächst einmal erhebliche Probleme bereiten. Man kann sich kaum vorstellen, wie die Familien mit ihren Kindern, Kranken und alten Menschen wohnen müssen. Es sind einfachste Behausungen oder Zelte. So dringend es hier im Osten Kenias, nahe der somalischen Grenze, auch Wasser braucht – plötzlicher Regen würde die Gegend erst einmal in eine Schlammwüste verwandeln.

Auch als ich in Dadaab war, habe ich beobachtet, wie viele Menschen auf das Flüchtlingslager zuströmten. Die Neuankömmlinge sind erschöpft und gezeichnet von tagelangen Fußmärschen. Oft haben sie ihren ganzen Besitz zurückgelassen – in der Hoffnung hier etwas zu essen und zu trinken zu bekommen. Zum Glück kann ihnen die Welthungerhilfe helfen: In Camps, die rund um das Flüchtlingslager verstreut liegen, versorgt die Welthungerhilfe Menschen mit einer Grundausstattung an Kanistern, Waschschüsseln, Eimern und Seife. Andere Hilfswerke, wie das der Vereinten Nationen (UNHCR) verteilen Nahrungsmittel und Trinkwasser an die Betroffenen. In einem Zelt des UNHCR habe ich auch Jürgen Mika, ein Mitglied unseres Nothilfeteams, getroffen. Jürgen Mika ist vor kurzem eingetroffen und hilft dabei, die Flüchtlinge mit dem Nötigsten zu versorgen. Ich mag mir nicht vorstellen, wie schlecht es den Menschen in Dadaab ginge, wenn nicht die Welthungerhilfe und andere Entwicklungsorganisationen vor Ort wären, um ihnen zu helfen…

Die Nothilfe, die die Welthungerhilfe gerade in Dadaab leistet, ist dringend erforderlich, nichtsdestotrotz soll sie nur vorübergehend sein: Wir müssen für eine politische Lösung kämpfen, damit die Menschen das Lager wieder verlassen und in ihre Heimat zurückkehren können.

In gemeinsamen Gesprächen mit kenianischen Politikern und dem Bundesminister Dirk Niebel waren wir uns deshalb auch einig: Neben der Nothilfe ist längerfristige Hilfe erforderlich, damit die Menschen am Horn von Afrika künftig besser auf Dürren vorbereitet sind. Eine Dürre soll für die Menschen in Zukunft keine Katastrophe mehr sein, sondern nur noch ein extremes Naturereignis.

Doch diese Veränderung wird nicht von heute auf morgen möglich sein. Die Menschen am Horn von Afrika werden noch lange auf Unterstützung angewiesen sein. Deshalb unterstützen bitte auch Sie unsere Arbeit, damit wir den Menschen weiter helfen können.

Herzliche Grüße,
Ihre Bärbel Dieckmann

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2 Kommentare

  • Jan Stranghöner sagt:

    Sehr aufschlussreicher Beitrag. Ich bin im Netz auf eine Spendenaktion eines Kölner Unternehmers namens Hartmut Menden gestoßen der sich auch sehr für die Hilfe in Ostafrika einsetzt.Er verdoppelt jede Spende die eingeht. Die Spendenaktion findet man unter:
    http://www.betterplace.org/de/groups/karnevalsgigant-somalia/
    Wirklich eine tolle Idee!

  • Frederik sagt:

    Ich finde den Beitrag sehr hilfsreich und habe ihn ihn meine GFS aufgenommen wenn auch abgeändert da er das zeigt was TV und etc. verbergen z.b. der plötzliche Regen wäre keine Hifle ich habe einen verwandten der dort arbeitet und durfte ihn deswegen in der letzten woche besuchen um ihm bei der arbeit zu begleiten und dort sieht mann wie karg alles ist wie niedrig die lebenstandarte der Flüchtlinge ist und wie sie zu recht kommen müssen.

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