Brunnen bauen reicht nicht

Zwei Frauen holen Wasser am Dorfbrunnen in Sodo, Äthiopien.
Zwei Frauen holen Wasser am Dorfbrunnen in Sodo, Äthiopien. © Henrik Wiards

Im August stellt die Welthungerhilfe die Sustainable Services Initiative (SSI) bei der Weltwasserwoche in Stockholm vor. Das Ziel der gemeinsamen Initiative der Welthungerhilfe und der German Toilet Organization: WASH-Programme in Uganda, Äthiopien und Nepal zu unterstützen, und zwar nachhaltig. WASH steht für Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene – und bei dem Programm geht es um weit mehr als Brunnenbau.

Wer für Reparaturen zuständig ist, ist unklar

Die WASH-Projekte vieler Organisationen konzentrieren sich auf die „Hardware“: Es werden Bohrlöcher gebohrt, Brunnen ausgehoben, Pumpen installiert und Latrinen gebaut. Diese Hardware wird dann an die Gemeinde übergeben und die Arbeit der Hilfsorganisation geht in einem anderen Projekt weiter. Doch es gibt ein Problem mit diesem Ansatz: Nach ein paar Jahren gibt es keinen Nachweis mehr darüber, was wo aufgebaut wurde. Es wird nicht geprüft, ob Brunnen, Pumpen und Co. funktionieren und überhaupt benutzt werden. Geht zum Beispiel eine Pumpe kaputt, so weiß außer den Benutzern vor Ort niemand davon. Wer für die Reparatur zuständig ist, ist unklar.

Mit der SSI ändern wir diesen Ansatz in Uganda, Äthiopien und Nepal. WASH bedeutet nicht nur das Bereitstellen der Brunnen und Pumpen, sondern bedenkt auch, wie es weitergeht. Am besten funktioniert dies in Zusammenarbeit mit anderen Akteuren und Organisationen – zum Beispiel mit den lokalen Behörden und der Regierung, die die Pflicht haben, den Menschen Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen. Auch UN-Organisationen, andere Hilfswerke, Geber, der Privatsektor, die Gemeinde vor Ort und natürlich die Benutzer der Brunnen und Pumpen selbst werden mit einbezogen.

In den drei Ländern unterstützt die SSI die lokalen Behörden dabei, WASH-Services zu planen, zu liefern und in Stand zu halten. So hilft die Initiative zum Beispiel dabei, eine Datenbank zu entwickeln und zu betrieben. In dieser wird festgehalten, welche Brunnen, Pumpen oder anderen Geräte gebaut wurden, ob sie genutzt oder vielleicht repariert werden müssen. Auch bei der finanziellen Planung unterstützt die SSI die Behörden.

Bei der Weltwasserwoche zeigt die Welthungerhilfe, welchen Fortschritt wir mit diesem Ansatz in Uganda bereits machen konnten und was wir aus der bisherigen Arbeit lernen konnten.

Die Sustainable Services Initiative wird von Viva con Agua finanziert.

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