CSR im Tourismus: Mehr als Siegel, Zertifikate oder Projektbesuche! Ein Beitrag zur ITB 2015

Reisen macht Spaß und entspannt, doch auch Tourismusunternehmen müssen soziale Verantwortung übernehmen! © Boethling
Reisen macht Spaß und entspannt, doch auch Tourismusunternehmen müssen soziale Verantwortung übernehmen! © Boethling

Es ist wieder soweit! Im 49. Jahr öffnen sich die Tore der Internationalen Tourismusbörse (ITB) – in Berlin. Was 1966 mit einer kleinen Veranstaltung begann, ist heute die führende Messe der weltweiten Reiseindustrie und die größte Reisemesse in Deutschland.  Und klar, es geht vor allem um eines: das Reisen. Strandurlaub in der Karibik, Abenteuersafari in Madagaskar, Rucksackreisen durch Asien …Und was machen wir dann da?

ITB-Besucher: Jede Familie gibt im Schnitt 2 .640 Euro im Jahr für Reisen aus

Laut der Besucherbefragung der ITB Berlin im letzten Jahr, geben die Privatbesucher der Messe im Durchschnitt 2.640 Euro pro Haushalt im Jahr für Reisen aus. Bei so viel Geld will alles gut überlegt sein: Welche Destination kommt in Frage? Was ist mir wichtig: Luxus und Komfort, Abenteuer, Kultur oder persönliche Begegnungen? Und in was investiere ich dann mein Budget?

Wir wollen noch andere Fragen stellen: Reise ich sozial und ökologisch verträglich? Was tun Reiseanbieter, um nachhaltiges Reisen zu garantieren? Sind sie sich überhaupt der Auswirkungen ihrer Branche auf Mensch und Natur in den Reiseländern bewusst?

Auf der ITB finden Sie uns im Bereich „Adventure Travel and Responsible Tourism“ (Stand 231, Halle 4.1 b). Große Letter rücken Reisebewegungen noch ganz anderer Art in den Fokus:

FLEEING – WHEN THE JOURNEY IS NOT OUT OF CHOICE – AUF DER FLUCHT – WENN REISEN NICHT FREIWILLIG IST

Aufmerksamkeit für die Flüchtlingsproblematik in Syrien, Türkei und dem Nordirak.

Thema der Welthungerhilfe auf der ITB 2015: Wenn Reisen nicht aus freier Entscheidung geschieht.

Thema der Welthungerhilfe auf der ITB 2015: Wenn Reisen nicht aus freier Entscheidung geschieht.

Auf der Flucht – Wenn Reisen nicht freiwillig ist

Ganz klar, wer auf einer Reisemesse „unfreiwilliges Reisen“ auf den Tisch bringt, der will auch provozieren, wachrütteln. Wir sind wahnsinnig gespannt, wie Unternehmen und Besucher auf diese Aussage reagieren werden. Am 5. März laden wir zu diesem Thema zu einer offenen Diskussionsrunde ein. Natürlich wollen wir keinem die Reiselust nehmen. Wir ermutigen nachhaltiges Verhalten in der Tourismusbranche und bei den Reisenden. Vor allem Tourismus-Unternehmen machen wir auf ihre soziale Verantwortung aufmerksam. Denn an vielen Destinationen sind schöne Hotels und Ressorts, Freizeitangebote und Erlebnisgastronomien das eine – Armut und Ungerechtigkeit das andere. Reiseanbieter sind starke Akteure und können in diesem Bereich sehr viel bewirken. Corporate Social Responsibility  – das gilt eben auch für Tourismusunternehmen!

Was ist CSR und wieso ist es so wichtig?

Corporate Social Responsibility ist die Übernahme gesellschaftlicher  Verantwortung von Unternehmen. Ganz klar: CSR ist mehr als ein Instrument, um sich zu profilieren. Es bedeutet für Unternehmen: Engagement zeigen, Verantwortung übernehmen und Chancen entwickeln. In Zeiten anspruchsvoller und bewusst konsumierender Kunden, ist ernstgenommene CSR ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Und die  Welthungerhilfe ist ein guter Ansprechpartner für alle, die es ernst meinen mit ihrer gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Verantwortung. Auf der ITB suchen wir daher auch den Dialog mit Unternehmen der Tourismusbranche und rufen dazu auf,  soziale und ökologische Verantwortung zu übernehmen. So wie es einer unserer Projektpartner tut: die Thomas Cook AG. Mit ihrer Hilfe konnten 2013 und 2014 im Nordwesten von Sri Lanka zwei Schulen errichtet werden. Dr. Julian Clemenz, Head of Business Development & Quality bei Thomas Cook, reiste auf eigene Kosten  in das vom Bürgerkrieg gezeichnete Projektgebiet. Er freute sich, dass sein Unternehmen daran beteiligt ist, Kindern durch Bildung eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Das ist gut für die Kinder und ihre Familien – und das ist gut für das Land, in das er seine Gäste auf Reisen schickt. Klar nutzen wir die ITB so auch dafür, unsere Kooperationsmöglichkeiten Unternehmen vorzustellen: von der Unternehmensspende über Mitarbeiter-Aktionen bis zum Sponsoring.

So, genug geredet, packen wir’s:  Die letzten Schrauben werden angezogen, Banner positioniert und Tischdecken glatt gestrichen. Es kann losgehen. Die Welthungerhilfe ist bereit für die ITB Berlin 2015. Sagt es weiter, kommt vorbei. Wir freuen uns auf fünf spannende und abwechslungsreiche Tage, auf interessante Gespräche, neue Kontakte und viele Ideen!


Aus dem Programm:

Am 05.03. um 11 Uhr (Stand 231, Halle 4.1 b) stellen wir gemeinsam mit Swantje Lehners, der Referentin für Nachhaltigkeit der Thomas Cook AG und Anja Renner, Projekt- und Eventmanagerin bei Futouris e.V., Projekte der Welthungerhilfe in der Tourismusbranche vor und sprechen über Kooperationsmöglichkeiten für Unternehmen mit Non-Profit Organisationen. Keine Zeit? Nicht in Berlin? Dann folgen Sie uns auf Twitter, hinterlassen Sie uns hier einen Kommentar oder kontaktieren Sie uns.

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