Der erste Arbeitstag des neuen Generalsekretärs. Wolfgang Jamann über erste Begegnungen und die zukünftigen Aufgaben der Welthungerhilfe

Dr. Wolfgang Jamann ist neuer Generalsekretär der Welthungerhilfe. © Frommann
Dr. Wolfgang Jamann ist neuer Generalsekretär der Welthungerhilfe. © Frommann

Hallo liebe Freundinnen und Freunde der Welthungerhilfe,

der erste „richtige“ Arbeitstag ist immer etwas ganz Besonderes. So viele neue Gesichter begegnen mir auf den noch fremd wirkenden Gängen. Viele Hände werden geschüttelt. Begrüßungen. Freundliche Empfänge. Ich freue mich sehr, nun endlich mit meiner Arbeit bei der Welthungerhilfe anfangen zu können. Und bin gespannt, was auf mich zukommt.

Am Vormittag habe ich mich im Sitzungssaal der Welthungerhilfe der Belegschaft vorgestellt. Auch die Kollegen im Ausland waren live zugeschaltet – Wunder der Technik, dass mich die Teams in den Projektländern auch schon kennenlernen können. Nach einer kurzen Vorstellung ging es mit einem lockeren Interview weiter, bei dem mir die Mitarbeiter der Welthungerhilfe viele Fragen gestellt haben: Von meiner Familiensituation bis zu meiner Meinung über die Herausforderungen für die Entwicklungszusammenarbeit in den kommenden Jahren.

Ich arbeite nun schon seit 1992 für Hilfsorganisationen. In den kommenden Jahren müssen wir als Welthungerhilfe uns ganz besonderen Herausforderungen stellen. Globale Probleme wie die Wirtschafts- und Finanzkrise haben die Situation für viele Menschen verschlimmert. Unser aller Aufgabe ist es, die Versprechen zu halten, die sich die Staatengemeinschaft mit den Millenniumsentwicklungszielen bis 2015 gesetzt hat. Für uns ist vor allem das erste Ziel wichtig, Hunger und Armut zu halbieren. Wir haben schon viel erreicht, aber es gibt noch viel zu tun.

Wir haben auch eine Verantwortung in Deutschland. Wir müssen uns mehr Gehör verschaffen. Wir Nichtregierungsorganisationen sind häufig nicht unbequem genug mit unserer Kritik und unseren Forderungen an die Politik, damit den Armen ein menschenwürdiges Leben aus eigener Kraft ermöglicht wird. Und wir können mehr Menschen für dieses Ziel mobilisieren. Als große und angesehene Hilfsorganisation will die Welthungerhilfe hier eine Vorreiterin sein.

Was wünschen Sie sich von der Welthungerhilfe? Schreiben Sie uns Ihre Gedanken und Anregungen!

Es grüßt Sie herzlich

Wolfgang Jamann

Bewerten Sie diesen Artikel: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Bisher keine Bewertungen)
Loading...

4 Kommentare

  • Martin Dietz sagt:

    Sehr geehrter Herr Jamann,
    zu Ihrem Arbeitsbeginn bei der Welthungerhilfe wünsche ich Ihnen alles Gute und viel Erfolg. Ich war von 1997 bis 2003 freier Mitarbeiter (Landwirt) der Welthungerhilfe im Nord-Kivu/ DR Kongo und habe auch die Arbeit von World Vision und anderen mit Interesse verfolgt.
    Wir waren effizient durch schnelle Entscheidungen, Nutzung lokaler Kapazitäten (NROs), Eigenerzeugung von Saat- und Pflanzgut, Einkäufe vor Ort und breite Beschäftigung in Infrastruktur mit „cash for work“.
    Ich empfehle schnelle Wirksamkeit durch örtliche Eingreifreserven in aufflackernden Krisen, bescheidene Ziele mit breiter Wirkung als Vertrauensbildung für angepaßte ideologiefreie sozioökonomische Entwicklung, sowie mittelfristig Mut zu Umsiedlung bei Übervölkerung. Ich werde Ihre Strategien gerne verfolgen.
    Mit freundlichen Grüßen, M.Dietz

  • Karin Janz sagt:

    Lieber Herr Jamann,
    vielen Dank für Ihre guten einführenden und auch aufmunternden Worte. Selbst hier in Nordkorea konnten wir die Versammlung live mitverfolgen. Wir haben Sie als offen, erfahren und integer erlebt und hoffen, dass dies sich nun auch in unserer Arbeit vor Ort wiederspiegeln wird. Auch Ihr persönlicher Brief ist für uns sehr informativ. Wenn wir den auch auf Englisch bekommen, können wir den an unsere lokalen MitarbeiterInnen weiter leiten. Und natürlich hoffen wir auch, dass Sie uns bald in Nordkorea besuchen kommen, denn hier haben wir ein interessantes Programm von entwicklungsorientierten Projekten.
    Herzliche Grüße aus Pyongyang
    Karin Janz

  • Wolfgang Jamann sagt:

    Liebe Frau Janz, lieber Herr Dietz,
    danke für die positiven Rückmeldungen – die kann ich, wie Sie sich denken können, gut gebrauchen, genauso wie die fachlichen Anregungen. Bitte auch nicht mit Kritik sparen, wenn Sie uns hilft, noch besser zu werden :-). Unsere Nicht-deutschsprechenden Auslandsmitarbeiter und Partner bekommen in den nächsten Tagen noch einmal Informationen auf Englisch – wie sich das für eine international arbeitende Organisation gehört.

    Alles Gute Ihnen Beiden!

  • Michael Anthony sagt:

    Lieber Herr Jamann,

    gestern nahm ich in den Tagesthemen an prominenter Stelle von Ihrem Kommentar zu Afghanistan Notiz.

    An dieser Stelle daher beste Grüsse und gutes Gelingen bei der neuen Aufgabe!

    Mit freundlichen Grüssen,

    Michael Anthony

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.



Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Ihren Kommentar erst prüfen, bevor dieser auf der Webseite erscheint. Weitere Informationen finden Sie in unserer Blog-Netiquette.