Die Freundlichkeit der Menschen in Pakistan beeindruckt mich

Die Menschen beeindrucken mich: Sie sind freundlich und tolerant - und empfangen uns wie Gäste. © Grossmann

Liebe Leserinnen und Leser,

seit meinem letzten Blogeintrag sind vier Tage vergangen. Die Zeit rast, wenn man im Nothilfeeinsatz ist, manchmal weiß ich nicht einmal mehr welcher Wochentag gerade ist.  In der Zwischenzeit bin ich in der Stadt Mianwali in der Region Punjab angekommen. Wir sind hier, um herauszufinden wie groß die Schäden sind und was die Menschen am dringendsten benötigen. Denn die Flut hat auf ihrem zerstörerischen Weg von Norden nach Süden auch die ehemalige Kornkammer Punjab verwüstet.

Was mich bei meinem Einsatz hier in Pakistan am meisten beeindruckt, sind die Menschen. In der Öffentlichkeit wird häufig das Klischee der bärtigen Männer verbreitet, die radikal und intolerant sind. Doch die Wirklichkeit, die ich hier hautnah erlebe, ist eine ganz andere.

Ich treffe hier nur auf äußerst freundliche und tolerante Menschen, die uns trotz der verheerenden Katastrophe wie Gäste empfangen. Sie respektieren uns und unsere Kultur. Deshalb bekommen wir sogar immer wieder etwas zu trinken angeboten. Und das obwohl Ramadan ist und die Einwohner selbst erst nach Sonnenuntergang essen und trinken dürfen. Ich bin auch Vater einer Tochter und fühle mich mit den Menschen hier verbunden. Wie jeder Vater dieser Welt, versuchen die Männer alles, um ihre Familien zu unterstützen. Das eint uns über alle kulturellen oder religiösen Unterschiede hinweg.

6000 Menschen mussten um Mianwali vor den Wassermassen in Sicherheit gebracht werden. Zuerst wurden alle in elf Schulen untergebracht. Doch wer konnte, hat die Sammelunterkunft verlassen und ist zu Verwandten oder  Freunden gezogen. Zum Teil sind die Flüchtlinge aber auch bei völlig Fremden untergekommen, die ihnen in der Not Unterschlupf gewährt haben.

Zwar befindet sich die Flut bereits auf dem Rückzug, aber in Teilen der Region steht das Wasser trotzdem noch 70 bis 80 Zentimeter. Dort wo das Wasser schon abgelaufen ist, wird die Verwüstung sichtbar. Schlamm, Geröll und zerstörte Häuser bestimmen das Bild. Trotzdem kehren die Menschen zurück in ihre Dörfer, sie wollen ihre Häuser wieder aufbauen und ihre Felder bestellen. Wann das sein wird, weiß jedoch keiner.

Deshalb werden hier vor allem Planen und Zelte benötigt. So können die Menschen sich wenigstens eine notdürftige Unterkunft schaffen. Um Krankheiten vorzubeugen, wollen wir zusätzlich Hygieneartikel verteilen.

So, jetzt machen  wir uns auf den Weg in ein kleines Dorf, 50 Kilometer von hier entfernt. Dort sollen die Zerstörungen noch größer sein als in Mianwali. Ich werde Ihnen beim nächten Mal berichten. Wenn Sie unsere Arbeit untertsützen wollen, spenden Sie über unser Spendenformular.

Viele Grüße,
Ihr Jügen Mika

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2 Kommentare

  • sap sagt:

    Mir tun die Leute richtig leid. Wie man eben in den Nachrichten sehen konnte ist jetzt eine Flutwarnung für die südpakistanische Stadt Jacobabad gekommen. Die Behörden haben die 400.000 Einwohner aufgefordert, die Region zu verlassen. Tausende Menschen brachten sich mit Autos, auf Traktoranhängern oder auf Eselskarren in Sicherheit. Das Hochwasser im Noorwah-Kanal könne jederzeit über die Ufer treten.

    Siegfried Anton Paul

  • Markus sagt:

    “ Wie jeder Vater dieser Welt, versuchen die Männer alles, um ihre Familien zu unterstützen. Das eint uns über alle kulturellen oder religiösen Unterschiede hinweg“

    Aha…jetzt auf einmal…geht euch wohl das Geld aus das auf einmal Väter die achso tollen Unterstützer sind?

    Habt ihr nichts Angst auf dieser Schleimspur auszurutschen?

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