Dossier: Hilfe für Geflüchtete im Irak

Warten auf die Rückkehr in die Heimat: Jesidische Flüchtlinge im Irak. © Stanislav Krupar
Warten auf die Rückkehr in die Heimat: Jesidische Flüchtlinge im Irak. © Stanislav Krupar

Seit über zwei Jahren sind Teile des Iraks durch den so genannten Islamischen Staat (IS) besetzt. Fast 3,5 Millionen wurden im eigenen Land vertrieben und sind seitdem auf der Flucht. In der Region um Mossul nimmt der Konflikt um den gespaltenen Irak neue Ausmaße an. Im Oktober 2016 begannen die irakische Arme, Peschmerga-Milizen und weitere Verbündete ihre Großoffensive auf die Millionenstadt. Die Region soll vom IS befreit werden. Laut UNHCR sind mehr als 162.000 Menschen aus der Region im eigenen Land auf der Flucht. Ende Januar sind mehrere hundert Familien heimgekehrt in zurückeroberte Gebiete, doch die Sicherheitslage ist unberechenbar. Große Teile Mossuls wurden durch die Kämpfe völlig zerstört. Rund 750.000 Zivilisten leben derzeit im westlichen Teil der Stadt, wo die Kämpfe voraussichtlich in den nächsten Wochen beginnen werden. Gemeinsam mit anderen internationalen Hilfsorganisationen hat die Welthungerhilfe sich zutiefst besorgt über die hochgefährliche Lage dieser Menschen geäußert.

Die Welthungerhilfe ist bereits seit September 2014 im Norden Iraks tätig und leistet Nothilfe für Vertriebene und Flüchtlinge. Seit Ankündigung der aktuellen Militäroffensive auf Mossul werden Vorkehrungen getroffen, um Geflüchtete zu unterstützen.

Hilfe für Geflüchtete im Irak:

  • Die Welthungerhilfe verteilt lebensnotwendige Nothilfepakete an Rückkehrer und Vertriebene. Diese enthalten z.B. Decken, Matratzen, Kochtöpfe, Zahnbürsten, Seife, Solarlampen und Kerosinöfen.
  • Die Familien in Not erhalten außerdem Materialien zur Errichtung von Notunterkünften sowie sauberes Trinkwasser.
  • Zerstörte Infrastruktur hilft die Welthungerhilfe wieder aufzubauen. Sie baut Notlatrinen, setzt das Wassernetzwerk instand und unterstützt temporäre Lernzentren für Kinder.
  • Im Flüchtlingscamp Mamraschan baute die Welthungerhilfe Containerwohnungen für Vertriebene.
  • In der Ninewa-Provinz unterstützt die Welthungerhilfe gemeinsam mit der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit Rückkehrer und die verbliebene Bevölkerung mit „Cash for Work“-Maßnahmen.
Karte: Projekte der Welthungerhilfe im Nahen Osten

Projekte der Welthungerhilfe im Nahen Osten

 

Ihre Arbeit setzt die Welthungerhilfe gemeinsam mit ihren Alliance2015-Partnern ACTED und People in Need und der Organisation Danish Refugee Council um. Mehr über die einzelnen Projekte, persönliche Erzählungen von Mitarbeiterinnen sowie filmische Eindrücke aus dem Irak finden Sie auf den verschiedenen Online-Kanälen der Welthungerhilfe…

 

Unsere Arbeit im Irak: Berichte und Videos

 

Aus Mossul geflohen – und nun?

Mutter und Kind bei der Ankunft in der Kurdischen Region im Nordirak (RKI). © ACTED

100 Tage nach Beginn der Militäroffensive auf Mossul. Wie ist die Lage vor Ort? Was tut die Welthungerhilfe, um den Menschen auf der Flucht zu helfen? Und was sind dabei die größten Herausforderungen? Julia Wisniewski, Leiterin der Mossul-Nothilfeprojekte, schildert die Situation im Interview.

>> Interview: 100 Tage Leid in Mossul

 

 

Video: Flüchtlinge im eigenen Land

Sie sind noch in ihrer Heimat, dem Irak. Aber nach Hause können sie nicht. Hunderttausende Iraker flohen vor dem IS an die türkisch-irakische Grenze. Auch in Zakho leben sie in Camps, Rohbauten oder im Zelt mitten auf der Straße. Die Welthungerhilfe unterstützt sie finanziell, denn Arbeit gibt es im Irak kaum mehr.

>> Video anschauen

 

Wo sonst könnten wir leben? Jesidinnen im Nordirak

Nisan ist nach ihrer Flucht vor dem IS in ihre Heimat zurückgekehrt. © Krupar

Vor dem IS geflohene Jesiden sind nach Sinuni zurückgekehrt. Dort setzen sie mit Hilfe der Welthungerhilfe Gärten, Häuser und Straßen in Stand. Auch die junge Frau Nisan macht mit und erzählt im Blog ihre Geschichte. „In den Bergen haben wir so viele sterben sehen“, erinnert sie sich.

>> Nisans bewegende Geschichte

 

 

Video: Jesiden im Irak – Trauma und Zuflucht

In Mamraschan entstand eine Containerstadt, nicht weit vom IS-Gebiet. Hier leben vor allem geflüchtete Jesiden, eine nicht-islamische Gemeinschaft. Die Welthungerhilfe bietet ihnen Zuflucht. Besonders Frauen und Mädchen brauchen diesen Schutz, um sich von traumatischen Erlebnissen zu erholen.

>> Video anschauen

 

Neue Perspektiven für Ahmad und Yassir

Unterricht der Perspektiven schafft

Ahmad und Yassir sind zwei irakische Rückkehrer. Die Welthungerhilfe hilft ihnen, ihre Lebenssituation zu verbessern – und unterstützt außerdem die lokale Bevölkerung in der Gastgemeinde. Im Blog erzählen die beiden jungen Männer von ihren Ideen für die Zukunft und der Hoffnung auf ein besseres Leben.
>> Junge Iraker träumen vom Frieden

 

 

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