Dürre im Niger: Wie schlimm ist die Katastrophe wirklich?

Ich sehe verendete Tiere nicht zum ersten Mal. Doch jedes Mal macht es mich furchtbar betroffen. Diese Kadaver habe ich bei Kokorou fotografiert, im Nordwesten von Niamey im Niger.
Ich sehe verendete Tiere nicht zum ersten Mal. Doch jedes Mal macht es mich furchtbar betroffen. Diese Kadaver habe ich bei Kokorou fotografiert, im Nordwesten von Niamey im Niger.

Schon seit Wochen beobachten wir, die Welthungerhilfe, die Situation im Niger. Vor ein paar Tagen bin ich dann in die Krisenregion geflogen, nach Niamey, das liegt im Südwesten des Nigers, um mir die Lage vor Ort anzuschauen und zu analysieren. Denn es mehren sich die Vermutungen, dass im Niger wieder eine dramatische Hungerkatastrophe ausbrechen könnte. So prüfe ich, ob und wie die Welthungerhilfe helfen kann. Die letzte große Hungersnot war 2005. Diese war verheerend, da die internationale Gemeinschaft nicht schnell genug reagiert hat.

Seit über 22 Jahren arbeite ich schon in der Entwicklungszusammenarbeit. Ich war bereits auf vielen Dienstreisen in den unterschiedlichsten Ländern. Dennoch kann man nicht von Routine sprechen. Und so waren die Vorbereitungen zu dieser Reise sehr hektisch und anstrengend. Es muss an so viel gedacht werden, um optimal vorbereitet zu sein: Medikamente, vor allem Malariaprophylaxe, Kleidung für unterwegs in extrem ländlichen Gebieten (es herrschen Temperaturen von mindestens 40 Grad), verschiedene Arbeitsmaterialien wie Laptop, Drucker, Fotoapparat, Satelliten-Telefon, Taschenlampe, Moskitodom etc.

In der letzten Nacht vor dem Abflug habe ich schlecht geschlafen. Was erwartet mich im Niger? Wie schlimm ist die Situation wirklich? Und – haben wir die Kapazitäten, im Notfall helfen zu können? Mitten in der Nacht klingelte dann der Wecker, um 7:45 Uhr saß ich in der Maschine gen Afrika.

Am Flughafen in Niamey schlägt mir die Hitze entgegen. Nach der Ankunft melde ich mich bei unseren Kollegen, die in den Nachbarländern Burkina Faso und Mali für die Welthungerhilfe arbeiten. Wir tauschen die aktuellsten Informationen aus und besprechen das weitere Vorgehen.

Viele Termine warten nun auf mich. Zum Beispiel treffe ich mich mit dem Welternährungsprogramm um zu prüfen, ob wir Nahrungsmittel für Verteilungen an die Bedürftigen erhalten können. Den dafür zuständigen Ansprechpartner kenne ich noch aus früheren Zeiten, in denen ich für Projekte in Madagaskar zuständig war. Das erleichtert den Einstieg und die Kommunikation erheblich. Auch stehen Gespräche an mit der lokalen Hilfsorganisation „Afrique Verte“, mit der wir zusammenarbeiten möchten. Zudem müssen Nothilfeanträge, Berichterstattungen etc. geschrieben werden. Erste Fahrten durch die ländlichen Gebiete in der Nähe von Niamey vermitteln mir einen Eindruck von der Dürre: glühend-flimmernde Hitze, staubtrockene Böden und verendete Tierkadaver am Wegesrand.

Ich werde weiter aus dem Niger berichten. Und wenn Sie möchten, stellen Sie mir gerne Fragen oder schreiben Kommentare.

Bis dahin viele Grüße  von

Caroline Peyre-Koch

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1 Kommentar

  • Sonja E sagt:

    Hi Caroline,
    danke für Deine Nachricht aus dem Niger.
    Wie ist denn Dein Eindruck von den Menschen vor Ort? Regiert die Niedergeschlagenheit oder hofft man weiter auf Niederschlag?
    Erlebst Du staatliche Strukturen trotz des Militärputsches vom Februar?
    Ich wünsche Dir alles Gute!
    Lieben Gruß,
    Sonja

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