Schwanger und infiziert? Keine Mutter möchte ihr Kind mit dem tödlichen Ebola-Virus anstecken!

Der Ebola-Virus wird durch Körperflüssigkeiten übertragen. Welche Risiken bestehen für Mütter und ihre Kinder? © Boethling
Der Ebola-Virus wird durch Körperflüssigkeiten übertragen. Welche Risiken bestehen für Mütter und ihre Kinder? © Boethling

Heute Morgen bin ich durch eine Radiosendung auf das Thema Müttergesundheit und Ebola gestoßen. Naturgemäß haben Mütter und ihre Babys oder Kleinkinder engen Körperkontakt, insbesondere, wenn sie noch gestillt werden. Bei einer Krankheit, die sich durch Körperflüssigkeiten überträgt, ist das natürlich ein besonderes Risiko. Natürlich möchte keine Mutter ihr Kind mit einem tödlichen Virus infizieren!

Ärzte ohne Grenzen haben jetzt in Kissy (Western Area) das weltweit erste Ebola-Behandlungszentrum speziell für Mütter eröffnet. Es hat 35 Betten, davon 12 für Verdachtsfälle und 23 für bestätigte Fälle. Das Zentrum ist besonders mütterfreundlich gestaltet, in angenehmen Farben, hell und mit kurzen Wegen. Außerdem beinhaltet es vier Geburtsräume. Eine Geburt von einer Mutter, die sich mit Ebola infiziert hat, stellt eine große Infektionsgefahr sowohl für das ungeborene Kind, als auch für die Geburtshelfer da, denn es werden große Mengen von Körperflüssigkeiten ausgeschüttet. Es sind also auch besondere Sicherheitsvorkehrungen für das Personal nötig.

Ein weiteres Problemfeld stellt das Stillen von Babys dar. Entwicklungshelfer auf der ganzen Welt versuchen seit Jahrzehnten, Mütter davon zu überzeugen, ihre Babys die ersten sechs Monate ausschließlich mit Muttermilch zu füttern. Und dann kommt Ebola! Ebola-Viren können auch über die Muttermilch übertragen werden, und abgesehen davon kommt es beim Stillen natürlich generell zu engem Körperkontakt, wo über Schweiß oder Speichel Viren übertragen werden können. Es wurde mittlerweile nachgewiesen, dass das Risiko für ein Kleinkind, durch Stillen mit Ebola infiziert zu werden und daran zu sterben deutlich größer ist, als die Risiken eines vorzeitigen Todes durch Ersatz-Nahrung. Werden Kinder von infizierten Müttern negativ getestet, werden sie deshalb von ihren Müttern getrennt und mit Ersatznahrung gefüttert. Von einigen Behandlungsstationen habe ich gehört, dass sie im umgekehrten Fall den Müttern die Wahl lassen: Wenn ihr Kind infiziert ist, sie selbst sind aber negativ, dürfen sie trotzdem bei ihrem Kind bleiben, wenn sie darauf bestehen, obwohl sie sich damit selbst einem großen Risiko aussetzen.

Die Ansteckungsmechanismen bei Schwangerschaft, Geburt und Stillen sind noch nicht vollständig verstanden.

Es gibt immer wieder Fälle, in denen zwar die Mütter, nicht aber ihre Kinder mit Ebola infiziert sind. In diesem Fall gilt es aber, auch noch nach einer überlebten Ebola-Infektion besondere Vorsicht walten zu lassen. Ebola-Viren können auch noch in der Muttermilch von Ebola-Überlebenden vorhanden sein. Wie lange ist unklar. Wenn ein regelmäßiges testen der Muttermilch nicht möglich ist, sollte mindestens acht Wochen auf das Stillen von Babys verzichtet werden.

Was tut die Welthungerhilfe, um in dieser schwierigen Situation Müttern zu helfen?

Ein Hauptaugenmerkt unserer Arbeit liegt auf den Quarantäne-Haushalten. Diese versorgen wir einmal wöchentlich mit einem Essens-Paket. Wenn Kinder unter fünf Jahren im Quarantäne-Haushalt leben, versorgen wir die Familie zusätzlich mit spezieller Babynahrung. Damit möchten wir verhindern, dass eine Mutter, die während der Quarantäne Symptome entwickelt, die Gesundheit ihrer Kinder aufs Spiel setzen muss.

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