Endlich auch Hilfe für den Süden

Die Menschen warten hier dringend auf mehr Hilfe. © Grossmann
Die Menschen warten hier dringend auf mehr Hilfe. © Grossmann

Es ist schon eine kleine Weile her, dass ich mich gemeldet habe. Ich hatte nicht viel Zeit zum Schreiben. Jetzt bin ich seit zwei Tagen im Distrikt Muzaffargarh in der Provinz Punjab. Im Norden des Landes sind die Wassermassen, wie ich bereits berichtet habe, schon weitgehend abgeflossen. Aber hier im Süden breitet sich die Katastrophe in vollem Maße aus. Wir sind in der Nähe der Kreisstadt Multan. Die Situation ist hier besonders schlimm – man sieht nur Wasser, so weit das Auge reicht. Es ist wirklich erschreckend: Allein in Muzaffargarh sind 900 Dörfer zerstört, 1,6 Millionen Menschen sind von den Auswirkungen der Flut betroffen. Und bislang ist hier noch fast gar nichts passiert: Zu wenig Hilfsorganisationen kamen bislang hierher, die Hilfe der Vereinten Nationen und der Regierung greift noch längst nicht.

Wir sehen zwar, dass die Armee täglich Nahrungsmittel an die notleidende Bevölkerung verteilt. Aber wie lange werden sie das noch tun? Und wer bekommt etwas? Wie wird es weitergehen? Viele Fragen sind ungeklärt. Auch bei unserem heutigen Koordinierungstreffen, das die Vereinten Nationen einberufen haben, zeichneten die Vertreter des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen, kurz WFP, ein sehr düsteres Bild: Dem WFP stehen zwar ausreichend Nahrungsmittel zur Verfügung – unter anderem 9.000 Tonnen Weizen und 26 Tonnen Fertignahrung für Kinder – aber noch ist nicht klar, wie die Verteilung organisiert werden kann. Die ganze Logistik ist eine einzige Herausforderung. Es ist verrückt. Am liebsten möchte man überall gleichzeitig anfangen.

Morgen bekommen wir Verstärkung von zwei weiteren Kollegen aus Deutschland. Dann können wir hier mit unserer Hilfe beginnen. 20.000 Familien bekommen Nahrungsmittel, und 10.000 Haushaltssets mit Küchenutensilien, Decken, Moskitonetzen und Wasserkanistern werden wir verteilen. Das scheint zunächst wie ein Tropfen auf den heißen Stein, aber bekanntlich höhlt dieser ja auch den Stein. Und was für uns wirklich zählt: Wir kommen voran!

Mein Job wird auch noch sein, ein Büro und eine Lagerhalle in Multan anzumieten. Dann sind wir einfach besser erreichbar, können uns strukturierter organisieren und schneller agieren. Und wir können unsere Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen und unseren Partnerorganisationen intensivieren. Das macht das Arbeiten erheblich leichter. Außerdem werden wir hier wohl noch eine ganze Weile gebraucht.

Es ist gut zu wissen, dass wir jetzt loslegen und unsere Hilfe auf diese Region ausdehnen können – Dank Ihrer aller Unterstützung!

Es grüßt Sie herzlich aus Multan

Jürgen Mika

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