Erfolgreiche Verteilung in Nowshera

Die Welthungerhilfe war die erste Organisation, die hier in der Nähe von Nowshera Verteilungen vorgenommen hat. © Grossmann
Die Welthungerhilfe war die erste Organisation, die hier in der Nähe von Nowshera Verteilungen vorgenommen hat. © Grossmann

Heute ist es ein bisschen ruhiger und ich sitze im Büro, um zu arbeiten. Diese Gelegenheit nutze ich gleich, um Ihnen kurz zu schreiben. Die Verteilung in der Nähe von Nowshera war ein großer Erfolg. Unsere lokalen Mitarbeiter hatten sechs Verteilungspunkte eingerichtet. Schon früh am Morgen waren dort die Lastwagen mit den Hygiene- und Haushaltsgegenständen wie Seife, Kochtöpfen und Decken angekommen.

Wir hatten zunächst Probleme überhaupt in das Dorf zu gelangen, weil die Hauptstraße wegen einer Demonstration gesperrt war. Es war keine politische oder aggressive Demonstration. Die Menschen wollten einfach nur, auf ihr Leid aufmerksam machen. Alles lief ganz friedlich ab, nur die Straße war eben kurzfristig nicht befahrbar. Irgendwann kamen wir glücklicherweise doch durch.

Ich denke für unseren Besuch aus Deutschland, die Welthungerhilfe-Präsidentin Bärbel Dieckmann und die Hamburger Verlegerin Gudrun Bauer war es eine tolle Gelegenheit zu sehen, wie eine Verteilung verläuft. Vor allem konnten sie mit den Betroffenen sprechen und sich ein Bild von der Lage machen. Am meisten hat mich das Schicksal der 36-jährigen Azra Bibi berührt. Sie war nahezu die einzige Frau bei der Verteilung. Sie hat uns erzählt, dass ihre Eltern schon vor langer Zeit gestorben sind und sie mit ihren vier Schwestern zusammen lebt. Niemand, so berichtete sie uns, hat sich um ihre Verheiratung kümmern können und so leben die vier Frauen völlig auf sich alleine gestellt – ein hartes Schicksal.

Auch Azra Bibi und ihre Schwestern haben bei der Flut alles verloren. Wie die anderen Menschen bei der Verteilung, war sie sehr glücklich über die Dinge, die wir ausgegeben haben. Es war rührend wie sich die Menschen immer und immer wieder bei uns bedankt haben. Uns war vorher nicht klar, dass wir die erste Organisation sind, die hier etwas verteilt.  Am Abend haben wir uns dann von unserem Besuch verabschiedet: Frau Dieckmann und Frau Bauer sind spät in der Nacht zurück nach Deutschland gereist, wo sie von ihren Eindrücken hier aus dem Katastrophengebiet berichten.

Für uns geht es jetzt weiter: Zuerst kommen noch einige Koordinierungsmeetings in Islamabad und dann planen wir unser weiteres Engagement im Süden. Mein Kollege Rüdiger Ehrler ist gerade von seiner Erkundungsmission aus Multan in der Region Punjab zurück. Die Lage dort ist noch immer angespannt und viele Menschen warten dringend auf Hilfe. Aber wenigstens fließt das Wasser endlich ab. Hoffen wir, dass es nicht mehr regnet.

Ich werde Anfang der Woche dorthin reisen und berichten.

Herzliche Grüße aus Islamabad

Jürgen Mika

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2 Kommentare

  • Kerstin sagt:

    Lieber Jürgen, schön dass wir uns mal wieder gesprochen haben. Ich drück von Berlin aus ganz fest die Daumen, dass die Arbeit weiterhin so gut läuft und vor allem, dass es weniger regnet. Paßt auf euch auf! Kerstin

  • Übersetzungsbüro sagt:

    Ja es ist nicht einfach sich diese Schicksale anzuschauen wenn man aus dem behüteten Deutschland kommt, finde da gehört eine menge mut zu 🙂

    Wünsche Ihnen viel Kraft, Glück und Durchhaltevermögen..

    falls ich irgendwie helfen kann von hier, lassen sie es mich wissen

    LG

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