Wolfgang Niedecken über seinen Kongo-Besuch: “Schwer auszuhalten, was wir da erfahren!”

Wolfgang Niedecken reist in den Kongo - und kann das Erlebte kaum fassen. © Stedtler
Wolfgang Niedecken reist in den Kongo - und kann das Erlebte kaum fassen. © Stedtler

Dienstagmorgen, in aller Herrgottsfrühe fahre ich zum Köln-Bonner Flughafen. Unterwegs treffe ich Brigitte Schmitz von der Welthungerhilfe und unser Filmteam, das im Ostkongo im Verlauf der folgenden Tage einen 15-minütigen Film und einen dreiminütigen Einspieler für das Welthungerhilfe-ZDF-Benefiz-Quiz „Gut zu wissen“ mit Markus Lanz am 18. November drehen wird. Schon im Mai war ich bereits mit der Welthungerhilfe im Kongo unterwegs. Nach einem ruhigen Flug landen wir pünktlich um 20:15 Uhr in Entebbe, dem Flughafen von Kampala/Uganda und checken nach kurzer Autofahrt im „Boma-Guesthouse“ ein.

Am Mittwochmorgen dann erneut früh aus den Federn. Weiterflug mit einem kleinen Propeller-Flugzeug der Eagle Air nach Beni im Ostkongo. Einstündiger Zwischenstopp wegen der Grenzformalitäten auf dem „International Airport“ von Bunia. Dann in Beni angekommen, per Auto noch anderthalb Stunden Holperpiste bis nach Butembo, wo wir für die folgenden Tage im Hotel Auberge unsere Zimmer beziehen.

Die ersten Dreharbeiten dann schon am Nachmittag. Wir besuchen die Organisation F.E.P.S.I (Femmes Engagees pour la Promotion de la Sante Integrale), um einen ersten Eindruck betreffs der unfassbar gestiegenen Vergewaltigungsrate im Ostkongo im Verlauf der letzten Jahre zu bekommen. Es begrüßen uns Marie Dolorose, die Leiterin der Einrichtung, und Esperance, eine ihrer hier arbeitenden Psychotherapeutinnen.

Das, was wir bereits heute zu sehen bekommen, bestätigt, dass es absolut richtig war, den Hauptdreh hier auf den Samstag zu legen. Denn erst dann werden wir durch das, was wir bis dahin erlebt und erfahren haben in der Lage sein, halbwegs gefasst mit dem Grauen umzugehen, dass den beiden Frauen, die wir interviewen dürfen, widerfahren ist.

In einer Projektbeschreibung der Welthungerhilfe sind die Rahmenbedingungen, unter denen die Hilfsorganisationen hier arbeiten, anschaulich zusammengefasst. Ich zitiere einige ausgewählte Stellen: „Die ethnisch, politisch und sozial bedingten Auseinandersetzungen in Ruanda führten 1994 zum Zustrom von über einer Million Flüchtlingen in das Gebiet nördlich des Kivu Sees und zum Übergreifen des Konfliktes auf den Ostkongo. Aufgrund seiner strategisch wichtigen Lage und seiner Wirtschaftskraft war die Region Ziel von ugandischen und ruandischen Militäroperationen sowie von verschiedenen Aktivitäten von „Warlords“, die wechselseitig Gewalt und Chaos in die Region trugen. Die Bildung einer demokratisch legitimierten Regierung im Oktober 2006 wurde allseits als positives Signal auf dem Weg zu Stabilität verstanden, wenngleich auch bis zum heutigen Zeitpunkt bei vielen anderen Vereinbarungen wie z.B. der Wiedereingliederung von Rückkehrern und dem Wiederaufbau nur wenige Fortschritte zu verzeichnen sind.“

Im Süden des Territorium Lubero ist die Situation stark volatil, geprägt von häufigen kleineren Kampfhandlungen, Diebstählen und temporären Vertreibungen der dort ansässigen Bevölkerung. Hier sind es von Ruanda unterstützte Einheiten, Interahamwe, Mayi-Mayi Milizen sowie das kongolesische Militär, die das Leid der Bevölkerung vergrößern. Insgesamt darf der Blick somit vorsichtig optimistisch ausgerichtet werden, wobei sehr viel von der zukünftigen professionellen Aufstellung der kongolesischen Armee und vor allem deren regelmäßigen Bezahlung abhängt.

Nach wie vor ist die humanitäre Situation katastrophal. Die der Bevölkerung zur Verfügung stehende soziale Infrastruktur liegt weit unter ihrem Bedarf und internationalen Minimalstandards. Krieg, Unruhen und politische Unsicherheit haben nahezu die gesamte soziale und administrative Infrastruktur zerstört. Staatliche Dienste sind nur noch rudimentär vorhanden und nicht mehr in der Lage, ihren Aufgaben nachzukommen. Soziale Dienstleistungen werden lediglich von kirchlichen Institutionen und NRO notdürftig aufrechterhalten. Investitionen des Staates im Bereich der Verbesserung der Infrastruktur und der Ernährungssicherung sind bislang vollständig ausgeblieben.

Am Donnerstag brechen wir früh nach Kyondo auf, wo wir in einer notdürftig betriebenen Schuleinrichtung ein 15-jähriges Mädchen interviewen, das von seinem achten Lebensjahr an gezwungen war, mit den Mayi-Mayi-Rebellen marodierend nicht nur durch die Nord-Kivu-Region zu ziehen. Bewaffnet war sie lediglich mit einer Machete. Die Mayi-Mayi-(Wasser)-Miliz bezieht sich auf alte Stammesriten und behauptet beispielsweise, dass jemand, der ein Leben ohne Sünde und Ausschweifungen führt, durch eine Art Taufe mit heiligem Wasser unverwundbar wird. Ähnlich wie bei Joseph Kony’s L.R.A. im benachbarten Norduganda sind die erwachsenen Rebellen relativ zügig hinter diesen Unfug gekommen und haben sich aus dem Staub gemacht. Von da ab wurden dann massenhaft Minderjährige zwangsrekrutiert.

Unsere Ex-Combattantin (so nennt man sie und ihre Leidensgenossen) ist seit drei Monaten zurück, sie hat mit einer ganzen Gruppe bei einer günstigen Gelegenheit fliehen können und besucht jetzt diese Einrichtung, die mit Rat, Tat und Geld von der Welthungerhilfe unterstützt wird. Ich bin erstaunt, in welch guter Verfassung dieses Kind ist, wie offen sie meine Fragen beantwortet. Ja, sie habe im Rahmen der Nahrungsbeschaffungs-Überfälle auch töten müssen, aber ihr sei nichts anderes übrig geblieben, denn sonst hätte sich „der Zauber gegen sie gewendet“. Da sie vor ihrer Entführung bereits angefangen hatte, in einer Dorfschule lesen, schreiben und rechnen zu lernen, ist sie, was das betrifft, mittlerweile ziemlich weit. Sie wird seit kurzem auch zur Schneiderin ausgebildet und verkauft sogar schon ihre Erzeugnisse auf dem Wochenmarkt, was sich natürlich enorm positiv auf ihr Selbstwertgefühl auswirkt.

Ähnlich verhält es sich mit einem 16-jährigen Jungen namens Paluka, den wir in seiner Schule in Kitamyaka treffen. Auch er ist im Alter von acht Jahren von den Mayi-Mayi entführt worden und im Januar entkommen. Anscheinend nicht untypisch für die Mayi-Mayi ist das Lösegeld, das seine Eltern danach an sie zahlen mussten. Jedenfalls ist seine Rebellenzeit jetzt für ihn mit einer unfassbaren Selbstverständlichkeit zu Ende. Schön zu sehen, dass man auch ihn nicht brechen konnte. Er ist sich hundertprozentig sicher, dass er nach seiner Schreinerausbildung seinen Lebensunterhalt in diesem Beruf verdienen wird. Auf meine Frage, ob er womöglich stolz darauf ist, in seinen acht Jahren als Kindersoldat ca. zehn Menschen umgebracht zu haben, antwortet er schockierend ehrlich: Ja, zumindest, was den ersten betrifft, das sei ein erwachsener Mann gewesen, der sich bei einem Nahrungsbeschaffungs-Überfall in einem Dorf gewehrt habe und ihn umgebracht hätte, wenn er nicht schneller gewesen wäre. Ansonsten sei er bei drei Gefechten mit Regierungssoldaten dabei gewesen und habe die meisten Gegner mit einem Maschinengewehr erschossen, wobei ihm immer klarer geworden sein, dass er da etwas gegen seinen Willen tat. Schließlich habe er von einem Aussteiger-Programm gehört und sich abgesetzt.

Nicht wenige von uns sind sprachlos angesichts seiner Abgeklärtheit, denn wir hatten wohl etwas anderes erwartet, beispielsweise einen völlig verstörten Jungen, der einem vor Reue und Scham nicht in die Augen schauen kann. Aber warum sollte er das? Haben sich die Hiltlerjungen, die gegen Ende des Zweiten Weltkrieges als Kanonenfutter in’s Feuer geworfen wurden, denn geschämt, wenn sie gekämpft und deshalb überlebt haben? Können wir von diesen missbrauchten Kindern wirklich Reue erwarten? Ich glaube nicht.

Der wirkliche Skandal ist der, dass sich die Medien der Welt von ihrem Schicksal abwenden, aus Auflage- und Einschaltquotengründen, und wir uns mit einem einzigen, jämmerlichen „Red Hand Day“ zu diesem Thema zufrieden geben, damit wir den Rest des Jahres wieder so tun können, als ob alles in Ordnung wäre. Ich bin auf jeden Fall fest entschlossen, die Lobby für diese geschundenen Kinder und Jugendlichen auszubauen.

Freitag fahren wir noch einmal nach Kyondo und Kitamyaka raus, um noch einige Szenen auf dem Wochenmarkt mit unserer Jung-Schneiderin und auf dem Fußballplatz mit unserem Jung-Schreiner zu drehen. Bei der Ankunft in Paluka’s Schule überrascht uns ein Chor, der perfekt den Refrain von „Noh Gulu“ einstudiert hat, sogar inclusive der Zeile „für’n sechere Naach“. Schaffe es trotz meiner Rührung noch, in Rekordgeschwindigkeit meine Gitarre aus dem Auto zu holen und ein, zwei Strophen zwischen die Refrains zu packen. Hoffe, das Filmteam hat die Situation optimal aufgenommen, dürfte der Knaller für den Einspieler sein.

Samstag dann die Hauptaufnahmen für F.E.P.S.I., wie erwartet emotional nur schwer zu verkraften. Als Erstes reden wir mit der Mutter einer auf ihrem Schoß sitzenden Vierjährigen, die vor drei Tagen von einem Sechzehnjährigen aus der Nachbarschaft vergewaltigt wurde. Die Mutter hat ihn, von Nachbarn auf ihre schreiende Tochter aufmerksam gemacht. Auf frischer Tat ertappt, aber entkommen lassen, weil sie und ihre Tochter bei einer Verhaftung ohnehin die Dummen gewesen wären. Denn die Schande bliebe bei ihnen und der Vergewaltiger wäre ohnehin in kürzester Zeit durch die Bestechung der Gefängniswärter – zwanzig Dollar würden da schon genügen – wieder auf freiem Fuße.

Ich begreife in diesen Zusammenhang erst jetzt den Begriff „geschändet“. Es ist grauenhaft, aber die Frauen haben, sobald ihre Vergewaltigung publik wird, obendrein auch noch die Schande zu schultern und sich damit abzufinden, dass sie entweder niemals heiraten werden, oder, wenn sie bereits verheiratet sind, von ihrem Ehemann verstoßen zu werden.

Letztendlich ist auch die allgegenwärtige Korruption zu benennen: Sowohl bei Polizisten wie auch bei Militärs und Gefängniswärtern kommt so gut wie nichts von ihrem Sold an – der bleibt bei korrupten Vorgesetzten und Politikern hängen. Stattdessen macht die Obrigkeit dann beide Augen zu, wenn sich diese, das, was sie zu brauchen glauben, einfach von den kleinen Leuten stehlen. Man hört von Massenvergewaltigungen ganzer Dörfer, ausgeführt sowohl von regulären kongolesischen Truppen wie auch von Interahamwe, Mayi-Mayi und Tutsi-Milizen. Alle Bewaffneten haben hier Dreck am Stecken und die Bevölkerung ist ihnen schutzlos ausgeliefert.

Es ist mir unbegreiflich, warum die kongolesische Regierung, deren demokratische Wahl auch die Bundeswehr im Rahmen einer UN-Mission im Jahr 2006 abgesichert hat, nicht dafür international am Pranger steht. Ohne die Unterstützung der staatlichen Ordnungskräfte können die tapferen Frauen und Männer von F.E.P.S.I. lediglich schulterzuckend den geschändeten Frauen helfen, ohne jegliche Perspektive, dass sich etwas an ihrer latenten Bedrohung ändert. Die zweite Frauen, die wir interviewen, ist Mitte zwanzig und wurde letzte Woche mehrfach von einem Regierungssoldaten vergewaltigt, der sich danach mit derDrohung von ihr verabschiedete, er käme am folgenden Abend zurück und würde es noch mal tun, es sei denn, sie brächte bis dahin fünf Dollar für ihn zusammen.

Schwer auszuhalten, was wir da erfahren!

Seid ihr auch schockiert von den furchtbaren Erlebnissen dieser jungen Menschen? Dann schreibt mir!

Viele Grüße,

Wolfgang Niedecken

P.S. Weiteres gibt es auch hier: www.bap.de

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16 Kommentare

  • Karin sagt:

    Schwer auszuhalten, das stimmt – auch beim Lesen. Erschreckend ist dennoch, wie wenig Afrika in unserer Berichterstattung überhaupt eine Rolle spielt. Selbst als ehemalige Entwicklungshelferin und Afrika-Interessierte ist es schwer überhaupt halbwegs informiert zu sein.

    Man muss dankbar sein für das Engagement einzelner Organisationen und Prominenter, die die Medien nutzen um solche Geschichten zu erzählen, die man in unseren Zeitungen und Nachrichten vergeblich sucht.
    Solange wir die Situation in Afrika in unserer eurozentrierten Sicht ignorieren, wird sich leider wenig ändern.
    Persönlich wäre ich dankbar über das betroffene Lesen solcher Artikel und das jährliche Spenden einen Ansatzpunkt zu finden, hier mehr zu tun.

    Interessant an diesem Artikel finde ich auch, dass ich erst neulich im Zusammenhang mit der Berichterstattung über einen Vergewaltigunsfall in Deutschland die gleichen Gedanken zum Begriff „geschändet“ hatte. Die Schande der Tat liegt nicht beim Täter, sondern beim Opfer. Ist schon merkwürdig, wie unreflektiert solche Begriffe oft verwendet werden.

    Danke für diesen Blog! Ich bin schon lange ein Fan von BAP und angetan von der Arbeit der Deutschen Welthungerhilfe.

  • Alexander sagt:

    Ich kann so etwas wie Kindervergewaltigungen, Massenvergewaltigungen, selbstverständliches Morden und Kindersoldaten – und das alles in Elend über Elend – nicht wirklich nachvollziehen. Die Vorstellung davon übertrifft für mich weit den Begriff ‚Horror‘.
    Wie kann man so leben? Wie nur?
    Wahrscheinlich indem man sich daran gewöhnt. So einfach und so hart ist das.

    Ich habe schon oft bemerkt, dass Menschen nichts davon hören und sehen wollen, was da so los ist im Kongo und überhaupt in vielen Gebieten Afrikas.
    Es stört die Leute in ihrem Genussleben. Es stört die Vorstellung, dass man was tun könnte, was tun sollte, aber eben lieber für sich selbst lieber was tut.
    Da verweisen die Menschen gerne auf ‚die Reichen‘ und dass die doch was tun sollen.
    Jeder muss aber etwas tun. Jeder Mensch muss bei sich selbst anfangen.
    Wir müssen viel mehr spenden, viel mehr helfen, viel mehr tun.
    Wir können alle auf so viel verzichten, was den Menschen im Kongo und überhaupt in allen Krisenregionen sehr helfen würde.
    Es nützt nämlich nichts oder wenig, gegen das Schlechte und Böse anzukämpfen. Man muss das Gute so stärken, dass das Böse sich von selbst erledigt.

    Wir können doch auf Weihnachtsgeschenke, auf Geburtstagsgeschenke, auf Urlaube, auf die x-ten Klamotten und vieles, vieles mehr so leicht verzichten…
    Lasst uns alle viel mehr spenden und für eine echte Veränderung beten, die eben bei uns anfangen und im Kongo enden soll.
    Und dann wird Gott unser Bestreben überreich segnen.

  • Melanie Gatzke sagt:

    Das ist in der Tat ein erschütternder Bericht- ein Zustand, an dem der Westen
    nicht ganz unbeteiligt ist.
    Solang die Regierungen der entwickelten Länder ihren Reichtum auf Kosten der Elendsländer vermehren, solange wird sich nichts ändern.

    Zitat:
    Jeder muss aber etwas tun. Jeder Mensch muss bei sich selbst anfangen.
    Wir müssen viel mehr spenden, viel mehr helfen, viel mehr tun.
    Wir können alle auf so viel verzichten, was den Menschen im Kongo und überhaupt in allen Krisenregionen sehr helfen würde.
    …………..und weiter heißt es:
    Lasst uns alle viel mehr spenden und für eine echte Veränderung beten, die eben bei uns anfangen und im Kongo enden soll.
    Und dann wird Gott unser Bestreben überreich segnen.
    ——
    Da haben sie nur teilweise recht. Genau diese Meinung vertritt man schon seit Jahrzehnten- doch nichts hat sich geändert. Unter den jetzigen Bedingungen können sie spenden so viel sie wollen, es ist und bleibt ein Tropfen auf den heißen Stein,
    Die Bodenschätze werden von westlichen Konzernen ausgeplündert und für ein Taschengeld zu uns transportiert, damit wir billig konsumieren können, überflüssigen Ballast kaufen und kaufen– zur eigenen Bedürfnisbefriedigung.
    Solange der IWF sie permanent in die Schuldenfalle treibt, abhängig macht, die Korruption fördert, was soll sich da ändern?
    Erst wenn sie sich auf ihre eigenen Stärken besinnen, Eigenversorgung mit der Produktion von Nahrung , mit dem Aufbau von Infrastruktur beginnen, dann geht es voran.
    Kein Bargeld mehr an Entwicklungshilfe an die Regierungen, das wäre der erste Schritt, um die Politischen Verbrecher auszuschalten.
    Wirtschaftliche Zusammenarbeit, Hilfe beim Aufbau Ausbau von Verkehrsstraßen u. v. mehr.
    Wenn das von westlichen Firmen durchgeführt wird, den dortigen Menschen dadurch Arbeit gegeben wird, aber bitte zu angemessenem Lohn, wenn die Militärhilfen vom Ausland getrichen werden, dafür aber in Infrastruktur gesteckt wird, dann könnte man von Hilfe reden.
    Was da alles abgeht ,ist doch eine einzige Farce, vom Westen mit gefördert.
    Mit Bedauern und Mitleid erreicht man dort nichts. Nur mit drastischen Änderungen der bisherigen Praxis.
    Wenn die Regierenden +Verbrecher kein Geld mehr bekommen, womit sollen sie dann noch in Saus und Braus leben? Dann wären sie gezwungen, was zu tun, Arbeitsplätze zu schaffen um Steuern zu bekommen.
    Warum sollten sie bis jetzt? Sie bekommen doch allles vom Westen- nicht das Volk, sondern die Korruptionäre streichen das ein.
    Schauen sie sich mal den Entwicklungsplan für die Welt der „Bürgerrechtsbewegung Solidartät “ an. Da finden sie hervorragende Beispiele, wie man die Welt mit ihren vergessenen Regionen entwickeln könnte,. Man müsste nur wollen.
    Wenn wir das nicht bald begreifen, dann geht es auch mit uns bergab.
    Diese Menschen werden sich auf den Weg machen, Millionen werden kommen, zu uns. Was wollen sie dann machen?

    Zitat:
    Und dann wird Gott unser Bestreben überreich segnen.-
    ————–
    Damit hat man die Armen seit Jahrhunderten vertröstet.
    Damit rekrutiert man Spender, Helfer, Leute die glauben, Gott wird es richten, wenn wir nur ein wenig Almosen geben.
    Diese Leute brauchen keine Almosen, sie brauchen Entwicklung , mit unserer Hilfe,.
    Die westlichen Firmen können da vieles leisten, sie werden mit unseren Geldern direkt bezahlt, die Arbeitnehmer dort bekommen mit unserer Hilfe direkt ihren Lohn.- nicht durch die Regierung..

    Nein , nicht Gott ist zuständig, was wir machen, sondern der Mensch selber.
    Wir haben – oder hätten- es in der Hand, wie wir helfen- sinnvoll, oder weiter nur in die nie gesättigten Hände der korrupten Verantwortlichen geben.
    Dazu kann nicht jeder einzelne bei sich anfangen, weil nicht jeder einzelne Straßen- Brunnen- Wasserleitungen u. s. w. bauen kann.
    Solange die westlichen Regierungen, allen voran die USA ihr Verhalten , ihre politische Einflussnahme durch Unterstützung korrupter Regierungen nicht aufgeben,, solange wird sich nichts verändern.
    Solange die EU ihre subventionierten Produkte dort auf den Markt wirft, solange kann dort kein Bauer-Gärtner-Viehzüchter- Handwerker existieren, die Eigenversorgung bricht immer wieder zusammen, sie stehen wieder vor dem „Nichts“ und müssen erneut von uns wieder versorgt werden. Dann rühmen wir uns für diese Hilfe, die wir mit zig Flügen dort hin karren.
    Fakt ist: wir vernichten sie damit immer wieder aufs Neue.

    50 Jahre Enwicklungshilfe bieten uns dieses Bild, was sie im Artikel beschreiben, das ist die Bilanz- darüber sollten wir nachdenken.
    Was war falsch?.Was ist immer n och falsch?
    Mit Geld sammeln alleine ist es nicht getan, auch wenn uns dafür Gott für unser Bestreben segnet., wenn die Angagierten dafür geehrt werden.

    Bis jetzt ist es nur ein Bestreben, mehr nicht.
    Nach wie vor hungern Milliarden Menschen, das Bestreben reicht nicht.
    Es müssen wirksame Taten folgen. Von Absichtserklärungen ist noch keiner satt geworden.
    Ein weltweiter Ausbau für Infrastruktur, würde sogar auch bei uns Aber -Millionen Arbeitsplätze schaffen, doch so weit denken die Macher im Westen nicht.
    Unsere Technik, Maschinen-Anlagen- unsere Baufirmen- Firmen mit Arbeitnehmern aus dem Land- in Kooperation zu beiderseitigem Nutzen- das muß das Ziel und deren Verwirklichung sein.
    Alles andere stabilisiert kein Land in dieser Region.
    Wo Not und Elend nicht verschwindet, gibt es keinen Frieden.
    Auf Dauer auch nicht bei uns.
    Die Folgen der globalen Ausbeutung durch einige Wenige“ in der Vergangenheit und bis in die Gegenwart, werden uns einholen. Nur eine Frage der Zeit.

  • Bernd sagt:

    Ich bin selbst Auslandsmitarbeiter der Welthungerhilfe in Sri Lanka und mit der Materie durchaus vertraut. Deine Schilderung geht aber auch mir unter die Haut, und ich danke Dir fuer Deinen ausfuehrlichen Bericht.

    Gut zu sehen, dass jemand „von aussen“ unserer Sache zum Einen seinen prominenten Namen zur Verfuegung stellt, aber es tut genau so gut, dass da jemand ist, der die Dinge sieht, wie sie sind. Fuer mich selber stelle ich leider fest, dass man nach (in meinem Fall) zwei Jahren das Gefuehl oft zur Seite schiebt und „nur noch seine Arbeit“ tut.

    Hast mir mit Deinem Bericht einen Nackenschlag verpasst, der auch mich wieder genauer hinschauen und tiefer empfinden laesst.

    Danke dafuer

    ne schoene jruss

    Bernd

  • Martin Dietz sagt:

    Lieber Herr Niedecken,
    vielen Dank für den sehr zutreffenden Bericht aus Butembo. Seit 2002 arbeitet unser Verein in Wehrheim im Taunus mit der ONG IPAD in Kyondo zusammen, und ich freue mich, daß jetzt – 2009 zwar spät, aber immerhin – die DWHH sich endlich um diese immer schlimmer gewordene Not kümmert. Ich hoffe, Ihr Bericht und der Film u.a. auch mit der von uns unterstützten Musik-Gruppe aus Kitamyaka hilft dabei, in unserer Wohlstandsgesellschaft mehr Bewußtsein zu schaffen für die Nöte dieser von nicht endenwollenden Schrecken geplagten Menschen im Ostkongo.
    Viel Erfolg und freundliche Grüße
    Martin Dietz

  • Esther sagt:

    Ich lebe hier in der Schweiz, aber nicht im überfluss, ich lebe am existenz Minimum. Ich kann gerade mal meine Rechnungen bezahehlen habe aber nichts mehr zum leben. Und da soll ich noch spenden? Gehe täglich arbeiten und habe nichts. Was soll das? Mir tun die Leute zwar leid in Afrika, aber ich kann nichts dafür. Ich lebe auch am Rande. Setze nicht unötig Kinder in die Welt die ich nicht ernähren kann. Dazu kommt noch das ich behindert bin und bald wieder vor einer operation stehe, wer bezahlt das? Kann mir jemand helfen? Sorry Afrika!!!!

    • magy sagt:

      Du kannst noch was bezahlen, die Menschen drüben haben gar nichts. Das sie so viele Kinder haben, die Kinder sind ihre Altersversicherung, die müssen für ihre Eltern sorgen. Ausserdem sterben viele ihrer Kinder vor dem 5 Lebensj. Dort gibt es keine Sozialversicherung, keinen Sozialstaat der ihnen den Arzt oder Krankenhaus bezahlt, oder die Miete, die Schule usw. was auch immer. Die müssen von dem leben, was sie aus der Erde holen durch viel harte Arbeit, wenn sie Geld haben Pflanzen zu kaufen.
      […] der wirklichen Not, dem ganzen Leid das ihnen durch die schlimme Politik und die mordenden und vergewaltigen-den Militärs zugefügt wird, […] Was haben diese Frauen und Mädchen für eine Zukunft […]? Das ist Not und Leid, die hätten Grund zu jammern, aber sie machen immer wieder weiter, leben jeden Tag mit der Angst ob ihre Peiniger wieder kommen, die ihnen so viel Leid und Schmerz zugefügt haben, aber nicht nur das sie zerstören ihre Hütten und Häuser, nehmen alles raus was sie brauchen. […]
      […] helfen ist eine Herzenssache.

  • Rollator sagt:

    @Esther: Ich kann Deine Situation und den Unmut zu spenden nachvollziehen, insbesondere wenn man selbst Leid und deutliche Nachteile ggü. der Mehrheit der Gesellschaft in der man lebt erfährt. Nichtsdestotrotz sollte man die Verhältnismäßigkeit im Auge behalten. Afrika ist eben nicht Deutschland, und ein Vergleich der jeweiligen Ausprägungen von Armut und Not hinkt.

  • sandra djalek sagt:

    hi wolfgang,
    du hast völlig recht und mein herz hängt an andrea u sabine, die meisten menschen denken ok, die machen ihren job,,,sie haben einen job,,sie verdienen viel geld. toll……ich denke, es ist mutig und bemerkenswert, ich mach mir keine gedanken was sie verdienen, ich sehe nicht den persönlichen vorteil, ich achte diese menschen und ich möchte diese gelegenheit nutzen, um andrea und sabine ganz besonders zu grüßen…ich freue mich, das es menschen wie euch gibt

  • Pitt sagt:

    wozu haben wir eigentlich ein Ministerium für Entwicklungshilfe ?
    Kirchen sammeln und kassieren !
    wo kommen unsere Gelder hin?
    (verschwinden in dunklen Kanälen?)
    bei uns gibt es HartzIV,(dieser Name steht für Betrug und Menschenverachtung)
    Empfäger(es werden täglich mehr),die haben auch nur das nötigste und haben ihren Job verloren (wegen Misswirtschaft von oben)

    zur Sendung“gut zu wissen“:diese Kurzfilme mit Prominenten:wie entstehen diese
    und was kostet das alles?
    bitte nicht böse sein über meine Bemerkungen,aber ich muß auch mit jedem Cent
    rechnen und bekomme nichts geschenkt.
    (und manche anderen bekommen Millionen an Abfindungen für schlechte Arbeit)

    • magy sagt:

      aber du hast wenigsten Hartz IV und Deine Miete wird bezahlt, es gibt Stellen (Tafeln) wo man sich Essen holen kann, es gibt Möglichkeiten an neue Möbel zu kommen (Sozialamt) usw. Gibt es dort alles nicht. Die brauchen in Afrika besonders im Kongo Hilfe von außen. Die brauchen Hilfe zur Selbsthilfe, das sind Schulen, das sind Ausbildungs-möglichkeiten, das ist ihnen zu zeigen lasst euch nicht weiter ausplündern. Es ist so viel dort zu tun, nicht ihnen Vorschriften machen und die Weißen haben das Sagen und machen die große Kohle, sondern wie schaffen wir es selbst. Wenn sie weiterhin unten gehalten werden, werden sie immer auf Hilfe von außen angewiesen sein, oder es wird weiterhin, wenn auch nicht offensichtlich kolonialisiert

      Von Hartz zu leben ist nicht schön, habe es auch schon erlebt. Du hast recht zu sagen für schlechte Arbeit bekommen andere Millionen Abfindungen. Aber liegt das nicht auch an der Politik die hier gemacht wird, die Reichen werden geschützt von den anderen Leuten nimmt man es. So wirst Du mit Sicherheit noch sehr viel mehr Gesellschaft der Hartz IV Menschen haben. Nimm die angeblich so stark gesunkene Arbeitslosigkeit, kaum schickt man die Arbeitslosen in einen Kurs und sei es ein Sprachkurs, fallen sie aus der Statistik der Arbeitslosen raus und schon hat die Regierung was tolles geschafft, man hat die Arbeitslosigkeit rapide senken können. Bravo. Nimm all die alten Menschen, die wirklich 45 Jahre und mehr gearbeitet haben, die bekommen so wenig Rente, das sie davon nicht leben können, denen bleibt so viel, das sie überleben und warten können bald zu sterben, denn Leben in Wartestellung auf den Tod ist auch nicht lustig. Jetzt wo sie endlich Zeit hätten ihr Leben zu genießen, gesteht ihnen der Staat wo wenig zu (die Teuerungsraten der Mieten, Strom, Lebensmittel usw. kümmert den Staat nicht) das viele nur noch überleben können, überlegen kann ich mir dies oder jenes noch leisten.
      Dennoch hätten die Menschen drüben in Kongo z.b. den Betrag einer bei uns üblichen Rente, hätten die das schönste Leben. Die leben von 100 bis 200 Dollar im JAHR.
      liebe grüße und alles Gute für Dich

  • Ich gestehe, dass ich lange Zeit Bettelei als eine Unsitte angesehen habe, meine Einstellung war, dass man Bettelei nicht auch noch dadurch unterstützen soll, dass man etwas gibt. Bei meinem ersten Besuch in Manila wurde ich mit der bittersten Form von Not und Armut konfrontiert. Es traf mich völlig unvorbereitet und ich war geschockt. Eine alte Frau streckte mir plötzlich die fingerlosen Stümpfe ihrer Lepra-geschädigten Hände entgegen. Ich war unfähig zu reagieren und ging schnell und ohne jede Reaktion weiter. Nach einer schlaflosen Nacht fuhr ich am nächsten Morgen mit einem Taxi zur gleichen Straßenstelle und war froh, die Frau zu finden. Ich gab ihr und einigen anderen etwas Geld. Die dankbaren Blicke ihrer Augen waren mehr, als ich jemals für das Geld hätte kaufen können. Man kann die Situation des Elends in Manila nicht ändern, aber man kann armen Menschen eine Freude machen.

    • magy sagt:

      hallo Erwin,
      Deine Einstellung sollte sich verbreiten dürfen. Ich war vor Jahren in Kongo und habe auch viel Elend und Not gesehen, aber das Leid und einherge-hend die Not ist noch viel extremer geworden. Wer in Kongo einen Arzt braucht oder eine OP bekommt keine Hilfe, wenn er kein Geld hat, dann wird der Kranke eben wieder in den fahrbaren Untersatz gepackt und zurück.Pech, dann muss er eben leiden oder sterben. Wenn einer gestorben ist im Krankenhaus und die Fam. kann die Kosten des Krankenh. nicht zahlen, bleibt der Tote in einem Raum gelagert bis das Geld da ist. Medikamente sind so teuer, die kann sich kaum jemand leisten, also ist leiden oder sterben angesagt. Dann schau mal ins Internet zum Thema Hexenkinder, was man mit denen treibt You tube hat viele Viedeos zu dem Thema. Es gibt so viel Leid in Kongo, die Kriege, die Vergewaltigungen, aber alles wird in den Medien leider tot geschwiegen, Leid will keiner sehen, senkt die Einschaltquoten, die sind wesentlich wichtiger.

      Alles Liebe für Dich

  • mi sagt:

    es ist nach wie vor unfassbar, was mir kindern und frauen im kongo geschieht.

    mir fehlen dafür jedesmal, mit jeder erinnerung, die worte!

    ich habe gestern zum ersten mal im großen seite 3-artikel meiner tageszeitung gelesen was FEPSI leistet. ich bin beeindruckt!

    es mag ein winziger tropfen auf den heißen stein sein…

  • Rollator sagt:

    Das ist wirklich ein sehr Trauriger Bericht, und wenn man so bedenkt das es bis heute hin immer noch ein Land voller Sorgen und Leid ist bekomme ich selber nicht mal mehr mein Brot herunter.

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