Gegen das Vergessen einer tödlichen Krankheit – Welt-Aids-Konferenz in Mexiko

Jugendliche mit Kondomen im Rahmen der Aids-Kampagne in Brasilien. © Kopp
Jugendliche mit Kondomen im Rahmen der Aids-Kampagne in Brasilien. © Kopp

Wusstet ihr, dass sich immer noch jeden Tag 7.000 Menschen mit HIV anstecken? Und das, obwohl es schon seit vielen Jahren Aufklärungskampagnen zum Thema Aids gibt! Bei Infoständen werden doch immer wieder Kondome verteilt. Obendrein werden wir auf Plakatwänden, im Kino und sogar in der Schule über die Gefahren von sexuell übertragbaren Krankheiten aufgeklärt. Aber wie sieht es in anderen Ländern aus? Und hilft das alles überhaupt dabei, die Epidemie einzudämmen?

Vor vielen Jahren war ich in Uganda, dem Land, wo der Virus zum ersten Mal auf dem afrikanischen Kontinent bekannt wurde. Dort gab es schon früh Maßnahmen gegen HIV und Aids. Ich habe damals 14-jährige Jugendliche kennen gelernt, die ihre Eltern wegen Aids verloren haben. Sie mussten ganz alleine für ihre jüngeren Geschwister und die ganze Familie sorgen. Diese jugendlichen Waisen haben mich sehr beeindruckt. Sie wussten ganz genau Bescheid, wie man sich mit dem Virus infiziert und kannten den gesamten Krankheitsverlauf.

Vor kurzem besuchte ich Projekte in Mosambik. Da wurde die Krankheit nicht so früh wahrgenommen wie in Uganda und es gab weniger Aids-Aufklärungskampagnen. Aber auch in dem südostafrikanischen Land sprechen die Leute mittlerweile viel über Aids – sogar in den ländlichen Gebieten, wo die Ärmsten der Armen leben. Dabei gibt es in manchen Gegenden auf dem Land fast keine Fernseher, wo die Spots der Aidskampagnen gezeigt werden können. Kliniken sind rar, in denen die Menschen behandelt werden.

Ich glaube, dass die Ausbreitung der Krankheit nur verhindert werden kann, indem man offen darüber spricht. Je mehr Menschen über die Ansteckungsgefahr informiert sind, desto besser können sie sich schützen. Wenn die Jugendlichen nicht frühzeitig aufgeklärt werden und nicht lernen miteinander über Safer Sex zu reden, stecken sie sich viel eher gegenseitig an.

Kampagnen wie Virus Free Generation von der Welthungerhilfe und anderen europäischen Nichtregierungsorganisationen wollen genau das erreichen: Dass die Menschen über HIV/Aids reden, es kapieren und sich im Alltag damit beschäftigen. Damit die Kranken behandelt werden können und keiner diskriminiert wird. Und damit sich nicht mehr so viele Menschen mit dem Virus anstecken. Dabei helfen Präventionskampagnen, wie auch der neue Bericht von UNAIDS dokumentiert.

In ein paar Tagen beginnt die Welt-Aids-Konferenz in Mexiko. Da treffen sich über 30.000 Aktive, die auf die tödliche Krankheit aufmerksam machen wollen. Auch wir von Virus Free Generation werden dabei sein. Wir werden uns dort mit anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren über neue Aktionsideen und Inputs zur Bekämpfung von HIV/Aids austauschen. Das Thema ist immer noch weltweit brisant. Wir müssen uns alle darum kümmern, dass wir die 33 Millionen Menschen, die mit HIV/Aids leben, nicht vergessen und sich selbst überlassen.

Was denkt ihr? Redet ihr im Freundeskreis über dieses Thema? Diskutiert mit mir hier im Blog!

Eure Anna

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6 Kommentare

  • Amina Runge sagt:

    Ich habe bei der Aktion CHILD! mitgewirkt und unterstütze auch dieses Jahr wieder ein AIDS Projekt. „Mützen für Afrika“ .

    Eine Aufklärungskampagne in Namibia.

    Schaut gern mal rein. Ist wirklich eine tolle und GUTE Aktion.
    ALLE Aktionen helfen zu helfen…

    http://namibia.successity.de/

    Herzliche Grüße aus Berlin

  • Sebastian sagt:

    Leider redet man viel zu selten über solche Themen. Es ist doch leider noch immer ein Tabu-Thema bzw. einThema über das niemand gerne redet. Wer will schon die Stimmung vermiesen?

  • Sepp sagt:

    Aids ist immernoch ein höchst brisantes Thema. Leider. Aber die Gespräche müssten ja nicht in erster Linie hier geführt werden, sondern dort wo es brennt.

  • Tobias sagt:

    Reden, Reden… Reden kann man überall. Handeln müssen wir und zwar dort wo die Hilfe benötigt wird!!

  • Dietmar sagt:

    Ich denke nicht, dass das Thema hier in Deutschland als „brisant“ wahrgenommen wird, obwohl es das ist. Die Diskussionen, die ich selber in meinem Umkreis und in den Medien mitbekomme, sind irgendwie etwas flach. Was ich damit meine ist, das über etwas ganz weit entferntes gesprochen wird, was einen selber natürlich nicht betrifft. Habe da gerade auch eine erschreckende Umfrage in den Gazetten gelesen. Teenager wurden an den Schulen zum Thema Aids befragt. Das Ergebnis war zum Haare raufen.

  • Inge Deser-Kloiber sagt:

    Jeden Tag werde ich auf die „Schwachen“ Hungernden Menschen z.B.in Somalia usw. hingewiesen. Ich habe wirklich schon viel gespendet aber ich kann nicht verstehen wenn ich die Kinder schon nicht mehr ernähren kann als Mutter, warum dann immer mehr Kinder. Diese Frauen werden uns am Boden kauernd mit einen Schwung hungernder Kinder gezeigt. Könnte da nicht zu allererst mehr zur Geburtenkontrolle getan werden. Leider hört man da gar nichts.
    Da mein Einkommen sehr gering ist werde ich solche Aktionen nicht mehr unterstützen.

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