Haiti hundert Tage danach: Herausforderungen und Hoffnungsschimmer

Blick nach vorn: Ein fotografisches Essay über Haiti nach dem Erdbeben von Andreas Herzau

Liebe Leserinnen und Leser,

hundert Tage ist es her, dass eine beispiellose Katastrophe den Karibikstaat Haiti erschüttert hat: Über 230.000 Menschen kamen ums Leben, die Zerstörungen sind gewaltig. Eine gigantische Herausforderung für alle Betroffene wie Helfer. Aber es scheint, als sei die ganze Welt entschlossen, die Haitianer beim Neuanfang zu unterstützen – auch Sie gehören dazu!

Und die Haitianer gehen selbst Schritt für Schritt aus dem Elend in die Zukunft. Da ist zum Beispiel Viviane Leclerc, 23 Jahre alt. Die zweifache Mutter hatte beim Erdbeben ihr ganzes Hab und Gut verloren. In Petit-Goâve gehörte sie zu den Frauen, die sich bei der Welthungerhilfe ein Nahrungsmittelpaket abholten – Reis, Bohnen, Öl, Salz. „Wir sind es gar nicht gewohnt, dass Versprechen eingehalten werden“, freute sie sich.

Oder Jean Roselanne und Brimé Francoise. Sie nehmen gegen Bezahlung an einem Arbeitsprogramm der Welthungerhilfe in Jacmel teil. Es ist bitter die Trümmer abzuräumen, die einmal das eigene Heim waren. Aber: „Die Arbeit hilft uns, nicht so viel nachzudenken“, sagt Jean Roselanne. „Es muss doch weitergehen, irgendwie.“

Bei meinem Besuch in Haiti im März sprach ich mit Mona Lapaienne. Sie hatte beim Erdbeben ein Kind verloren, es hieß Vana. Sie war eine der ersten Opfer, die ein großes festes Zelt bekommen hat, das nun auf ihrem frei geräumten Grundstück steht. Deshalb hat sie Verwandte aufgenommen; vierzehn Menschen leben jetzt auf engem Raum, aber sie wissen, die Hilfe aus Deutschland geht weiter und bald können mehr Menschen in festen Zelten oder reparierten Häusern leben.

Nur drei Beispiele von vielen, denen die Welthungerhilfe in der ersten Not Hilfe und eine Perspektive geben konnte. Ich habe mich persönlich vor Ort überzeugt, dass unsere Arbeit einen Unterschied für die Menschen macht. Unterstützen Sie uns weiterhin!

Herzlichst,

Ihr Wolfgang Jamann

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6 Kommentare

  • Jens sagt:

    100 Tage ist es jetzt schon her, und dieses Thema ist schon länger bei uns in den Medien nicht mehr present.
    Hoffe es wird noch öfters darüber berichtet.

  • Kaspar Portz sagt:

    Die Haitianer werden noch Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte benötigen um die Aufbauarbeiten zu beenden. Es ist wichtig, dass sie den Aufbauprozeß nach der ersten Nothilfe jetzt aktiv selbst begleiten bzw. selbst koordinieren und selbst bestimmen. Die Aufbauhilfe muss eine Hilfe zur Selbsthilfe sein, wenn sie nachhaltig sein soll. Die Hilfsorganisationen wie die Welthungerhilfe müssen diesen Weg unterstützen und für das nächste Jahrzehnt Hilfsgelder einplanen, damit nicht auf halben Weg aufgehört wird. Hoffentlich erhält Haiti die Chance für selbstbestimmten Aufbau mit Unterstützung durch die eingegangenen Gelder und weitere Mittel, damit die Menschen dort energisch an der eigenen Zukunft bauen können. Der von der Welthungerhilfe eingeschlagene Weg ist gut und sollte so weiterverfolgt werden.

  • Simon sagt:

    Ich kann Kaspar nur zustimmen. Die Katastrophe war einfach zu niederschmetternd, als da man da schnell wieder alles aufbauen könnte. Haiti wird noch einige Jahre unter der Katastrophe zu leiden haben – und diese Jahre werden ohne Spendengelder ablaufen.
    Die Medien sind sehr kurzlebig.. kurz ist man drinnen, dann ist man schon wieder draußen. So gehts und so wirds auch immer bleiben.
    Man muss hier trotzdem aufjedenfall weiter dran bleiben und den Leuten weiterhin helfen.

  • Betten Hamburg sagt:

    Ja es ist echt schrecklich was dort gescheen ist, wir spenden auch schon fleissig und möchten auch andere dazu anregen dieses zu tun.

    Es ist schon wirklich erschreckend was so eine Katastrophe alles anrichten kann,
    da bekommt man schon etwas angst vorallem wenn man öfter urlaub macht oder
    freunde oder verwandte hat die dort leben oder grade urlaub machen.

    Ich wünsche allen viel durchhaltevermögen. 🙂

  • bene sagt:

    seh ich auch so

  • Anonymous sagt:

    Es ist wirklich schlimm, was in Haiti passiert ist. Aber auch andere Länder sind von Hungersnot und Armut betroffen. Da ist es doch unverständlich, dass viele Menschen einfach nicht spenden, obwohl es uns doch so einfach gemacht wird.
    Man konnte sogar übers Telefon spenden. Und doch lässt es Menschen einfach kalt.
    Da sieht man mal wie gut es uns geht.

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