Was ist HAP – Humanitarian Accountability Partnership?

Für das Spendermagazin „Das Magazin” der Welthungerhilfe interviewte ich Lukoo Mbambu, aus dem Projektbüro der Welthungerhilfe in Goma, Kongo und sie erklärte mir, was es mit dem Begriff „HAP” auf sich hat.

Hallo, mein Name ist Lukoo und ich bin bei der Welthungerhilfe im Kongo die HAP-Beauftragte. Was HAP – also Humanitarian Accountability Partnership ist und was es für unsere Arbeit bedeutet, das war zuletzt Thema einer Informationsveranstaltung hier in Goma.

Mehr als 29 Welthungerhilfe-Mitarbeiter sind meiner Einladung gefolgt, mehr über HAP-Kriterien und Standards zu erfahren und sind von verschiedenen Standorten nach Goma gekommen. Als erstes zeigte ich ihnen ein Video  in dem Esther Mujawayo-Keiner, Mitglied des Vorstandes der Organisation HAP ihre Geschichte erzählt:  Wie sie als Tutsi mit ihren drei Töchtern den Genozid 1994 durch ruandische Hutu überlebte. Wie sie ihren Mann, ihre Eltern und ihre Schwestern verlor. „Wer bist du, wenn du keine Hoffnung hast und niemandem vertrauen kannst?“ Sie misstraute nicht nur ihrem eigenen Volk, sondern auch den Hilfsorganisationen, obwohl sie selbst für eine europäische arbeitete. Doch ihre Kollegen flogen lieber ihre Haustiere aus als ihre ruandischen Mitarbeiter. Ihre Erfahrungen spiegeln wider, wie es 2003 zur Gründung der Organisation HAP kam: Es musste wieder Vertrauen geschaffen werden zu den Mitarbeitern, zur lokalen Bevölkerung in den Projektländern, zu Spendern und anderen Partnerorganisationen. Eine Aufgabe, die es bis heute umzusetzen gilt.

Was ist HAP?

Die Organisation HAP zertifiziert seit ihrer Gründung 2003 Hilfsorganisationen auf der ganzen Welt.
Auch die Welthungerhilfe hat sich dazu entschieden, ihre Arbeit an den Maßstäben von HAP messen zu lassen.
Ihre Kriterien sind:

  • transparente Kommunikation
  • Beteiligung der lokalen Bevölkerung und
  • ein offenes Beschwerdemanagement.

Weltweit sind bereits 94 Organisationen Mitglied. Mehr Informationen unter: http://www.hapinternational.org.

Wir fangen erst einmal bei uns selbst an: Wir als Mitarbeiter müssen die HAP-Prinzipien verstehen und verinnerlichen, bevor wir sie nach draußen tragen

Die Prinzipien sind Theorie – aber wie sieht es mit der Praxis bei der Welthungerhilfe aus?

Stimmen Anspruch und Realität überein? Ich habe den Eindruck, dass die Mitarbeiter große Hoffnungen auf die HAP-Standards, gleichzeitig aber auch wissen, dass wir in dem einen oder anderen Bereich wohl alte Gewohnheiten ablegen und neue Wege gehen müssen. Zur Prozessbegleitung wählen die Teilnehmer ein Komitee, das beim Einrichten des Beschwerdebriefkastens hilft und Anlaufstelle für Probleme ihrer Kollegen ist.

Auch ganz persönlich hoffe ich, dass die Welthungerhilfe es schafft, sich die Prinzipien anzueignen. HAP schafft Vertrauen, weil es die Verantwortung verdeutlicht, die wir als Hilfsorganisationen haben. Ein weiterer Vorteil: HAP ist weltweit anerkannt, zertifizierte Organisationen werden deshalb von privaten und institutionellen Geldgebern bevorzugt. Im nächsten Jahr sind es acht Projektländer der Welthungerhilfe, in denen die HAP-Prozesse eingeführt werden. Ich bin gespannt – im Kongo läuft der HAP-Prozess gut an.

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