Internationale Konferenz „MOVE! United for Sustainable Development“, 24.-25. April in Bonn

Sie alle stehen für "MOVE! United for Sustainable Development". © Jung
Sie alle stehen für "MOVE! United for Sustainable Development". © Jung

Mit einem Film werden die Konferenzteilnehmer im ersten Themenblock von „MOVE!“ eingestimmt: „Eigentlich habe ich dieses Regentagebuch begonnen, damit ich vorhersagen kann, wann es wieder regnet. Doch dann habe ich bemerkt, dass meine Aufzeichnungen einen negativen Trend zeigen: der Regen wird immer weniger“, erklärt der Bauer im Film „Desertification – The Impact of Climate Change on Small Scale Farmers in Burkina Faso“ von Roland Brockmann. Die nächste Einstellung zeigt ein braches Feld, der Boden versalzen und staubtrocken. Der Bauer aus Burkina Faso stellt weiter fest: „Wir müssen mehr Bäume pflanzen, auch wenn wir diese mit Wasser gießen, das wir bezahlen müssen. Machen wir das nicht, wird die Erde beim nächsten Regenfall weggeschwemmt.“

Hier auf der Konferenz wird über den Einfluss des Klimawandels auf das Recht auf Nahrung gesprochen. Manash Gosh von der Ramakrishna Mission aus Indien; Alfred Sawadogo, Präsident von SOS-Sahel, aus Burkina Faso; Victor Campos vom Centro Humboldt aus Nicaragua – sie alle berichten, wie sich der Klimawandel auf den Erwerb von Nahrung und damit auf die Ernährung der Menschen in ihren Ländern auswirkt.

Manash Gosh erzählt, dass er in der indischen Region Birbhum, in der traditionell Reis angebaut wird, in der Zeit der Ernte leere Felder sah. Die Bauern hatten versucht, den Ertrag mit mehr Düngemittel zu steigern. Das Ergebnis waren versalzene und jetzt brach liegende Felder. Die Ernte fehlt jetzt. Misserfolg in der Landwirtschaft hat auch Einfluss auf die Demographie, denn immer weniger Menschen wollen in der Landwirtschaft arbeiten und ziehen weg in die Städte. So belegen Statistiken, dass 84% der indischen Jugendlichen (16 bis 35 Jahre alt) nicht mehr in der Landwirtschaft arbeiten. In einem Land wie Indien, dessen Landwirtschaft einen sehr großen Wirtschaftssektor ausmacht, ist diese Entwicklung besonders besorgniserregend. Gosh weist darauf hin, dass neben der Wirtschaftsentwicklung auch die landwirtschaftliche Förderung nicht zu kurz kommen darf. „Es darf in allem nicht an Menschlichkeit fehlen!“, denn  Entwicklung sei nur möglich, wenn der Wille zur Veränderung da ist.

Alfred Sawadogo macht in seinem Vortrag darauf aufmerksam, dass die Menschen direkt vom Klimawandel abhängig sind. Er hat einen sehr großen Einfluss auf die Landwirtschaft und diese ernährt schließlich die Menschen. „Die Welt tut mir leid“, sagt Alfred Sawadogo. Er stellt fest, dass die Menschen immer dann auf den Klimawandel aufmerksam werden, wenn etwas Schreckliches passiert. So wie im Jahr 1970, als plötzlich hunderte Baobab-Bäume starben. Es schreckte die Leute auf, und seitdem gibt es einen Freiwilligendienst, der sich um den Erhalt der Bäume kümmert.

„Klimawandel hat das fundamentalste Menschenrecht beeinflusst – Das Recht auf Leben!“, sagt Victor Campos. Er zeigt Wege auf, wie man dieser Entwicklung entgegenwirken kann. Sogenannte Safe-schools sollen die Menschen, allen voran Kinder, auf den Klimawandel nachhaltig vorbereiten. Die Schulen vermitteln zum Beispiel auch, wie Lebensmittel umweltfreundlich angebaut werden können.

In der anschließenden Diskussion waren sich die Teilnehmer einig: Der Klimawandel wird derzeit fast nur auf nationaler Ebene behandelt. Doch wirksame politische Lösungen können nur gefunden werden, wenn die Arbeit auf ein globales Level ausgeweitet wird.

Rachel Y. Baig
Deutsche Welle

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1 Kommentar

  • Karin sagt:

    Ich werde mir den Film bei Gelegenheit auch mal ansehen. Als Geographielehrerin interessiert mich das Thema natürlich und ich ziehe gerne Inspiration daraus. Klimawandel ist ein wichtiges Thema in der Schule zu dem die Schüler immer besonders viel zu sagen haben.

    Übrigens ein schönes Bild.

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