“Keine Unfälle mehr auf dem Flughafen Goma!” – BAP-Sänger Wolfgang Niedecken mit der Welthungerhilfe im Kongo

Wolfgang Niedecken war im Kongo beim "Baggerstich" zum neuen Rollfeld dabei. © Breitschuh
Wolfgang Niedecken war im Kongo beim "Baggerstich" zum neuen Rollfeld dabei. © Breitschuh

Köln-Bonner Flughafen, Abflug: 7:15 Uhr. Dort treffe ich Dr. Hans-Joachim Preuß, den Generalsekretär der Welthungerhilfe, der mich eingeladen hatte, mit ihm gemeinsam zum symbolischen Spatenstich (in diesen Fall eher Baggerstich) zur Wiederherstellung des Rollfeldes des „International Airport Goma“ in den Ostkongo zu fliegen.

Im Januar 2002 hatte ein Ausbruch des Vulkans „Nyiragongo“ mehr als ein Drittel des Rollfeldes unter einer bis zu sechs Meter dicken Lavaschicht begraben, so dass es seitdem äußerst schwierig ist, hier zu starten oder zu landen. Lediglich kleinere Flugzeuge schaffen das. Und nicht selten kommt es zu furchtbaren Unfällen. Zuletzt im März 2008, als eine DC9 in ein angrenzendes Marktviertel raste und etliche Todesopfer forderte.

Die Welthungerhilfe, die sich in der Innenstadt von Goma bereits frühzeitig um eine Wiederherstellung von Straßen gekümmert hat, wird sich nun mit der Instandsetzung dieses Rollfelds befassen. Nicht zuletzt, weil hier notgedrungen sämtliche Hilfsflüge für diese nahezu infrastrukturlose Krisenregion eintreffen.

Auf dem Flughafen, wo wir dann zum ersten Mal selbst inmitten dieser unüberschaubaren, erkalteten Lavamassen stehen, erwartet uns Georg Dörken, der Projektmanager der Welthungerhilfe dieses Vorhabens, um uns vor Ort einen kleinen Grundkurs zu geben und – falls nötig – Fragen zu beantworten. Drei Jahre wird es dauern, bis die Rollbahn wieder so genutzt werden kann, dass keine überdurchschnittliche Gefahr mehr für die unmittelbar angrenzende Stadt besteht. Bis dahin wird man vor allem bei jedem Start und bei jeder Landung einer der größeren Maschinen die Luft anhalten.

Eigentlich wollte ich zum feierlichen Start des Wiederaufbaus ein Lied beisteuern. Doch diese Idee lasse ich schnell fallen, denn das Equipment gibt nicht die nötigen technischen Voraussetzungen her. Es sei denn, ich spiele völlig unplugged, was sich später allerdings ebenfalls als Unfug herausgestellt hätte, da der Fluglärm des laufenden Betriebs nicht, wie angekündigt, mit Beginn der Feier ab- sondern eher zunimmt. Auch verfinstert sich der Wolkenhimmel in biblischem Ausmaß. Als Trost schenkt der Himmel uns für eine halbe Stunde einen gigantischen Regenbogen. Und der Vulkan zeigt sich in seiner ganzen Pracht im Hintergrund, ohne jeglichen Wolkenkranz vor klarstem Himmel.

Ich wünsche der Welthungerhilfe viel Erfolg bei der Durchsetzung ihrer Projekte im Kongo und ich bin mir sicher, dass sie diese wichtige Aufgabe gut meistern wird.

Wer mir schreiben möchte, unten findet ihr die Kommentarfunktion. 🙂

Alles Liebe,

Wolfgang Niedecken

www.bap.de

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8 Kommentare

  • Hans-Joachim Preuß sagt:

    Wolfgang Niedecken ist ein kompetenter und engagierter Gesprächspartner. Er hat die Region viele Male bereist, war mit etlichen anderen Hilfsorganisationen in einer Reihe von Projekten zu Besuch und hat sich über die Jahre einen guten Überblick über Hintergründe und Akteure im Gebiet der Großen Seen verschafft. Für einen Menschen wie mich, der Entwicklungspolitik berufsmäßig betreibt, ist es einfach wertvoll, wenn Menschen wie Wolfgang Niedecken kritische Fragen stellen. Das hilft einem, auf dem Boden zu bleiben. Und es hilft dabei, das Anliegen einer Welt ohne Hunger und Armut zu verbreiten.

  • Georg Dörken sagt:

    „Der „erste Baggerstich“ (wie es Wolfgang Niedecken nennt) war auch für mich und die Bevölkerung von Goma ein ganz besonderes Ereignis. Die Menschen hier waren sehr erfreut, dass nicht nur der Generalsekretär der Welthungerhilfe, sondern sogar ein berühmter deutscher Rocksänger gekommen waren, um den Beginn des Projekts mitzuerleben. Wir hoffen, dass unsere Besucher wiederkommen – wenn der neue Flughafen eingeweiht wird! „

  • Thomas Melchert sagt:

    Hallo Wolfgang
    Wir haben uns mal kurz im Sommer 2004 in Uganda gesprochen. War damals Kabelzieher-Assistent für dich in der dt. Botschafterresidenz (tief in der Nacht gab’s ’nen „Waschsalon“ vom Botschafter persönlich) und auf diesem Schulhügel 1 Tag später, aber leider nicht in Gulu, was von der Musik her bestimmt Klasse war (jdf. lt. Presse in Uganda).
    Bin beeindruckt, dass du nun schon so viele Jahre permanent einsetzt, was du kannst, damit es ein paar armen Teufeln auf dieser Welt etwas besser geht. M.M. ist das äusserst schwierig, weil immer wieder Ohnmachtsgefühle wg. allgemeiner Welt-Entwicklung hochkommen.
    Bin seit 2005 Projektmanager der Welthungerhilfe in Sri Lanka…….., aber ich denke, Afrika hat genug für dich zu tun.
    Alles gute für dich und alle deine Aktivitäten
    Thomas

  • Ledin sagt:

    Respekt und große Anerkennung an alle hier!!

  • Konrad sagt:

    So ein super Projekt! Ich wünsche der Welthungerhilfe ebenfalls viel Erfolg.

  • Franz sagt:

    Ich find es klasse von dir Wolfgang Niedecken, dass du bei sowas hilfst. Das Projekt zur Welthungerhilfe sollte besser unterstützt werden. Allerdings helfen hier viel zu wenig Menschen dabei. Ich hab spende regelmäßig für unterschiedliche Projekte um Menschen zu helfen.

  • Vanessa sagt:

    Super Projekt!! Und Respekt an dich und an die Welthungerhilfe!

  • Bene sagt:

    Respekt Herr Niedecken! Wir brauchen viel mehr Leute die sich für gute Sachen auf der Welt einsetzen. Solche Leute wie Sie sind wunderbar, denn sie helfen anderen Leuten in schwierigen Situationen… einfach toll!

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