Klimakonferenz Lima: Viel Lärm um fast Nichts

Secretary-General Ban Ki-moon bei der Eröffnung des Climate Action High-level Dialogue in Lima, am 11. Dezember. © UN Photo/Mark Garten
Secretary-General Ban Ki-moon bei der Eröffnung des Climate Action High-level Dialogue in Lima, am 11. Dezember. © UN Photo/Mark Garten

Um 3 Uhr Sonntagmorgen war die Klimakonferenz (COP20) zu Ende, nicht wie vorgesehen am Freitagabend. Für viele eingefleischte Klima-Verhandler keine wirklich große Überraschung. Müde und unzufrieden verbrachten viele Delegierte und Beobachter die letzten Stunden auf dem Fußboden, um sich zwischendurch immer mal wieder ein paar Minuten Schlaf zu gönnen. Wie so oft, haben die Länder ihre Karten erst zum Schluss auf den Tisch gelegt; und der peruanische Vorsitzende der Konferenz musste die Delegierten immer wieder in Arbeitsgruppen schicken, um weitere Details auszuarbeiten. Herausgekommen ist nicht allzu viel.

Der Berg kreiste und gebar eine Maus (Horaz)

Viele zentrale Fragen blieben offen

Riesiger Aufwand, große Versprechungen, dürftiger Ertrag. Viele zentrale Fragen, die die Reduzierung von Emissionen, Anpassung an die Folgen des Klimawandels und die Finanzierung von entsprechenden Maßnahmen betreffen, blieben offen. Arme und reiche Länder fingen – wie in alten Zeiten – an zu streiten, wer genau wofür verantwortlich zu machen sei und wofür aufzukommen hätte. Industrieländer wollen die Schwellenländer im Boot, damit die als Mitverursacher von Treibhausgasen auch Verantwortung übernehmen. Aber diese sehen sich wie Entwicklungsländer, die sie nach den Statuten der Klimarahmenkonvention auch sind, und weisen auf die historische Verantwortung der Industrieländer hin.

Keine starken Signale für die ärmsten Menschen in Entwicklungsländern

Entwicklungsländer wollen planbare Finanzhilfen, auf die sich die Industrieländer wiederum, trotz Aufstockung des grünen Klimafonds, nicht einließen. Wirklich betroffen davon sind die ärmsten Menschen in Entwicklungsländern, die mal wieder so gut wie außen vor blieben.

Es gibt zwar einen Vertragstext für die nächsten Verhandlungen in Paris, der alle wesentlichen Elemente enthält, aber die Sprache ist so schwach, das im nächsten Jahr noch richtig viel nachverhandelt werden muss. Nun kann man dafür Verständnis haben: 195 Staaten, die in ihrer ökonomischen und politisch sozialen Entwicklung unterschiedlicher nicht sein können, unter einen Hut zu bringen, ist einen Mammut-Aufgabe. Daran gemessen ist der vorliegende Text, auf den man sich geeinigt hat, schon ein Erfolg.

Ernüchternde Ergebnisse

Denkt man aber nach all den vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen an die Eile, die geboten ist, den Auswirkungen des Klimawandels etwas Substantielles entgegenzusetzen, kann man über den Text nur verzweifeln. Dazu kommt, dass der Klimavertrag, wenn er denn nächstes Jahr zustande kommt, erst 2020 in Kraft tritt.

Und was passiert bis dahin?

Hier hat die Konferenz einen Aktionsplan hervorgebracht, aber wie schon früher: unverbindlich, ungenügend, ambitionslos.

Wasser auf die Mühlen, derjenigen, die eh schon denken, dass diese Konferenzen reine Zeit und Energieverschwendung sind. Aber wir haben nun einmal nur diese UN-Konvention, in der alle Staaten das Klimaproblem verhandeln. Wir müssen weiter dran bleiben, zuhause und auf international Ebene. Nichts weniger als die Zukunft unseres Planeten steht auf dem Spiel. Und als Zivilgesellschaft können wir den Staaten nicht alleine überlassen, das Klima zu schützen. Sie tun es nicht. Und noch eines ist klar. Unter den Bedingungen eines Klimawandels, der ganze Lebensräume zerstört, wie es in den peruanischen Anden beobachtet werden kann, wird uns die Hunger und Armutsbekämpfung nie gelingen. Wir hören uns wieder, im nächsten Jahr.

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