Laos – heraus aus der Armut

WHH-Mitarbeiter Souphasit Bounyavong aus Laos © Boethling
WHH-Mitarbeiter Souphasit Bounyavong aus Laos © Boethling

Für das Spendermagazin Welthungerhilfe führte ich ein Interview mit Souphasith Bounyavong, Programmkoordinator der Welthungerhilfe in Laos. Was er spannendes zu berichten hat, können Sie hier nachlesen:

Wie hat sich die Entwicklungszusammenarbeit in Ihrer Heimat verändert?

„Früher ging es vorrangig um Bereitstellung von Nahrungsmitteln. Weil viele Reisbauern sechs Monate lang nichts zu essen hatten, flossen die Gelder in die Hungerbekämpfung. Heute geht es vielmehr um die Qualität der Ernährung und darum, die Partner vor Ort zu stärken. Damit meine ich zum einen die gemeinnützigen Organisationen, zum anderen natürlich die Bauern selbst.”

Wo liegen aktuell die Herausforderungen?

„Gerade den gemeinnützigen Organisationen fehlt es häufig noch an Kompetenz bei der Feldarbeit und im Bereich Management. In diesen Punkten ist es in Laos heute noch einfacher, mit Regierungsorganisationen zusammenzuarbeiten.”

Offizielles Ziel Ihres Landes ist es, sich bis 2020 aus dem Kreis der am wenigsten entwickelten Länder zu verabschieden. Ist das zu schaffen?

„Es gibt Grund zur Hoffnung. Notwendig ist dafür vor allem der Ausbau der Infrastruktur, die Verbesserung der Verkehrswege. Möglichst alle Dörfer müssen Anschluss an die Elektrizität bekommen. Wenn es gelingt, einen ungehinderten Warenfluss zu ermöglichen und in keinerlei kriegerische Auseinandersetzungen zu geraten, ist das ehrgeizige Millenniumsziel durchaus zu erreichen.”

Wie wirkt sich der Einfluss der aufstrebenden Nachbarstaaten auf Laos aus?

„Im Vergleich zu Vietnam, Thailand und natürlich China hinkt Laos schon hinterher. Zugleich gerät das Land ebenfalls in den Sog der raschen Entwicklung. Dabei sind die Laoten ein kleines Volk. Die vielen ethnischen Minderheiten stellen zweifellos einen kulturellen Reichtum dar. Die wirtschaftliche Entwicklung hingegen wird dadurch gebremst. Früher galt, dass sich jedes Land nach seiner eigenen Methode entwickeln sollte. Das funktioniert heute so nicht mehr, man darf nicht außen vorbleiben.”

Das Interview finden Sie auch in der Ausgabe 1/2013 des Magazins.

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